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Der Israelit · 1900-02-08 · Heft 12 (8.2.1900) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 12 (8.2.1900)
Date
1900-02-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
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834 Bestimmungen der genannten Leitsätze ein „Südwestdeutscher Verband isr. Hilfsvereine" begründet. Am 26. Dezember 1899 hat nun eine zu Nürnberg stattgefundene Delegirtenversammlung die Bildung eines Verbandes jüd. Hilfsvereine von Bayern r. d. Rh. beschlossen, der lediglich den Zweck verfolgt, die auch von Ihrem Correspondenten als zweckmäßig anerkannte Organisation des Fürth—Nürnberger Wander-Unterstützungsvereins auf ganz Bayern auszudehnen. Die Tendenz dieser Organisation ist keineswegs, wie Ihr Correspondent annimmt, Abschaffung der jüdischen Zedaka, sondern im Sinne des hebräischen Wortes gerechte Handhabung derselben. Die inländischen Armen können und sollen nicht abgehalten werden, ihre Bekannten und guten Freunde aufzusuchen, aber sie sollen durch sorgsamere Unterstützung es nicht nöthig haben, an den Kassen zu erscheinen und zu gewerbsmäßigen Wanderbettlern herabzusinken. Es ist bei der Ausarbeitung und Berathung der Statuten, an der auch streng-conservative Rabbiner theilgenommen haben, besonders betont worden, daß die großen Gemeinden nichts ersparen, sondern noch größere Opfer bringen wollen als bisher. Auch die Unterstützung der durchreisenden ausländischen Armen soll nicht geschmälert werden, sondern durch strengere Kontrolle sollen die Kaffen vor Mißbrauch und betrügerischer Ausbeutung geschützt werden. Wie dringend eine solche Maßregel geboten ist, zeigen auch die Blätter des „Israelit," die so häufig Warnungen vor betrügerischen Persönlichkeiten, Fälschern u. s. w. veröffentlichen. Wenn derartige Elemente von den Kaffen möglichst fern gehalten werden, so können die würdigeren Armen nur um so nachdrücklicher unterstützt werden. Eine Versündigung gegen das Zedaka-Gebot können wir hierin nicht erblicken, und wir müssen auch den Vorwurf mit Entrüstung zurückweisen, als wollten die Nürnberger Herren Vorstand spielen, und hätten deßhalb seit einiger Zeit Versammlungen auf Versammlungen einberufen. Diese Versammlungen haben in Nürnberg nur wegen seiner centralen Lage stattgefunden und ist die Einberufung vom „Landesverein für israelit. Cultusgemeinden in Bayern, Commission für einheitliche Regelung und Organisation der jüd. Armen- und Krankenpflege" ausgegangen. Der Wanderunterstützungsverein Fürth—Nürnberg. Die Vorstände: Ad. H e y m a n n - Fürth. Th. Greif- Nürnberg. Literarische Hlmschau. ’:cö *mrpe niroi myn cv ciSnn nco bv n^sen npi" Jalkut Machiri, Sammlung halachischer und hagadischer Stellen aus Talmud und Midraschim, zu den 160 Psalmen von R. Machir ben Abba Mari. Zum ersten Male nach einer Handschrift herausgegeben mit Bemerkungen u. s. w. von Salomon B u b e r , Berdyczew 1899. I. S ch e f t e l Theil I, 18 und 364 S.. Theil II 294 S.. Preis 6 Mark. Ein neuer Midrasch von Buber wird in der wissenschaftlichen Welt stets mit großer Freude empfangen und die hochgespannten Erwartungen, die sich an die Editionen des unermüdlichen Forschers knüpfen, sind noch nie getäuscht worden. Wie schon bei vielen Theilen des großen Midraschwerkes Bubers, sind jedoch bei dem jetzt vorliegenden Jalkut Machiri nicht nur die Gelehrten die Beschenkten, auch Prediger und volksthiimliche Bibelerklärer empfangen in dem zum ersten Male herausgegebenen Jalkut Machiri zu den Psalmen ein Hülfsmittel für ihre Vorträge und Belehrungen, das bald zu den unentbehrlichen gerechnet werden wird. Wenn uns auch in dem wohlbekannten herrlichen Jalkut Schimeoni schon eine Sammlung von Talmud- und Midraschstellen zur ganzen Bibel gegeben ist, die nicht hoch genug bewerthet werden kann, so wird der Jalkut Machiri zu den Psalmen sich neben dem alten Jalkut doch einen Platz gewinnen. Der Machiri unterscheidet sich von dem Schimeoni verschiedentlich. Während der Jalkut Schimeoni sich über die ganze Bibel erstreckt und meist nur einen knappen Auszug agadischer Stellen gibt, die zu den verschiedenen Bibelversen Beziehung haben, so beleuchtet der Machiri nur einzelne Bücher der Bibel u. vermag durch den Umstand, daß jede Bearbeitung eines biblischen Buches ein für sich abgeschlossenes Werk ist, die angezogenen Stellen ziemlich ausführlich zu geben. Außerdem berücksichtigt er neben den hagadischen Stellen im Talmud und Midraschim meistens auch die halachischen Erklärungen. Dann stört uns beim Lesen des Schimeoni oft der Hinweis auf eine frühere Bibelbehandelt, uns stets bei dem betreffenden Bibelverse das vollinhaltlich wiedergegebene Citat bietet. Ferner ist es natürlich, daß Machiri Manches bringt, was dem Schimeoni unbekannt ivar, oder entgangen ist, wie umgekehrt Schimeoni Vieles hat, was wir bei Machiri stelle, wo das gesuchte Citat ausgenommen ist, tvährend der Machiri, der nur die Bücher der Bibel im Einzelnen vergeblich suchen. Buber macht uns in seiner lichtvollen Einleitung besonders auf die Thatsache aufmerksam, daß Machiri häufig einen Midrasch Debarim Rabbah zitirt, der von unserem Midrasch Rabbah zu Debarim verschieden ist, und von dem mir nur die Sidra Debarim, in einer Münchner Handschrift besitzen. Einige alten Bibelerklärer, besonders Rabbenu Bechai, kannten diesen Midrasch, während mir im Schimeoni ihn nicht erwähnt finden. Auch einen sonst unbekannten Midrasch zu Jjob und ein uns neues Sefer Agadah zitirt Machiri. Weiteres über Verwendung von Midraschim im Jalkut Machiri lese man in Bubers Abhandlung selbst nach und prüfe es durch die Lektüre des reich mit Anmerkungen ausgestatteten Textes.

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