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Der Israelit · 1900-02-08 · Heft 12 (8.2.1900) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 12 (8.2.1900)
Date
1900-02-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
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235 MM w vw1. Rabbi Machiri b. Abba Mari lebte wahrjchein lich auf der pyrenäischen Halbinsel int vierzehnten oder Anfangs des fünfzehnten Jahrhunderts. Er schrieb einen Jaltut zu den Späteren Propheten sowie zu den Psalmen, Sprüchen und Jjob. Der Jalkut zu den Kleinen Propheten ist uns mit Ausnahme von Anfang und Schluß in einer Handschrift des Britischen Mu seums erhalten . Nach einer nicht vollständigen Lei dener Handschrift gab I. Scbapiro aus London 1894 den Machiri zu Jesaias in Berlin heraus. Zu den Psalmen besitzen wir zwei Handschriften. Die eine befindet sich in Oxford, aus der Bibliothek des R. David Oppenheim, der andere, von Buber benutzte vollständige Kodex, ist Eigenthum des Herausgebers und entstammt der Sammlung des Bibliophilen Joseph aus Viasin bei Wilna. Der Machiri zu den anderen genannten biblischen Büchern gilt heute als verloren. Äsulai sah noch den Machiri zu den Sprüchen. Die Besitzer des Jalkut Machiri zu JesaiaS wissen, lvie angenehm die Lectüre und Benutzung desselben ist, da er uns durch seine Ausführlichkeit meist der Mühe des Nachschlagens der Citate enthebt. Bei dem vorliegenden Jalkstt Machiri zu den Psalmen wird die Brauchbarkeit des vorzüglichen Sammelwerkes durch die mustergiltigen No ten der Herausgeber wesentlich erhöbt. Wir zweifeln nicht, daß weite Kreise sich beeilen werden, diesen Schatz, den der Schatzgräber Buber für uns gehoben und köstlich gefaßt hat, sich zu eigen zu inachen. Die Schriften des „Hebräischen Litteraturvereins Mekize Nirdamim," 15. Jahrgang, werden im Laufe dieses Monats zur Versendung an die Mitglieder gelangen. Es erscheinen: I) nrnn -smc, eregetische Erklärungen zum Pentateuch und zu einigen Stellen der Schrift, von Anselm Astruck, nach einer Handschrift in Mailand. Streitschrift des David Messer Leon, Beiträge zur Geschichte der spanischen und portugiesischen Gemeinden in der Türkei, nach einer Handschrift in Oxford. 3) c"n nmx, des Aron Hakohen aus Lunel, zweiter bisher ungedruckter Theil, nach zwei Handschriften aus Jerusalem, erste Lieferung. 4) Divan des Jehud Halevy, Fortsetzung. 3) Sammelband mit verschiedenen historischen Abhandlungen und einer apolegetischen Schrift aus Rom, dem pra; ähnlich. Anmeldungen zum Beitritt, mit dem Jahresbeitrag von 10 Mk., nimmt entgegen Dr. A. Berliner, Berlin. Vermischtes Algier. Unser Grand-Rabbin Moses Weil gibt von Zeit zu Zeit größere oder kleinere Schriften heraus, „Or Lajescborim" genannt, welche zur Belehrung der Glaubensgenossen seines Bezirkereligiöse Unterhaltungen und verschiedene Auszüge unserer heiligen Bücher enthalten- Dieselben finden allenthalben Anklang, Ueuilielo«. Ex odio fidae. 1 i o v i f rfj c <£ r j ä fl l u ti g 12) Von Mathias Kisch, Prag. Jahrc waren vergangen. Im Hause des Danielis Bonetamp sah es sehr öde aus. Der rüstige, stolze und gefürchtete Rath war zum schwachen, gebeugten und unbeholfenen Greise geworden. Das Verschwinden seines einzigen Sohnes hatte seine glänzenden, hochflie gcnden Pläne vernichtet. Und nach und nach hatte sich auch der hinkende Bote, die Reue, eingefunden. In einsamen Stunden, schlaflosen Nächten, quälte ihn der Gedanke, der Mörder einer ganzen Familie zu sein, er gestand sich, wiewohl ungerne, selbst, daß er schlecht gehandelt, daß er seinen einzigen Sohn durch seine übereilte Handlungsweise vielleicht ins Elend, möglicherweise in den Tod gejagt, und ihn selbst jetzt die gerechte Strafe ereilt, in dem er in seinen letzten Stunden einsam, von Allen verlassen, und nach seinem Tode von Niemandem beweint und beklagt werden wird. Die Trostgründe, die ihm der nunmehrige Pfarrer Pater Guilielmi Duorsky, hin und wieder spendete, widerten ihn an, denn er kannte die unlautere Quelle, woraus sie flössen, und außerdem sah er in dem Pfarrer den eigentlichen Urheber seiner nächtlichen Qualen. Als ihn nun ein heftiger Gichtanfall schwer daniederwarf, ließ er flehentlich seinem Schwager Ban Gelder in Amsterdam schreiben, er möge die weite Reise nicht scheuen und ihn, den Schwerkranken, besuchen, er möchte so gerne vor seinem Tode noch mit ihm sprechen. Bonekamp hoffte, von diesem etwas über seinen Sohn zu erfahren. Wochen vergingen, keine Antwort erfolgte auf den Brief. Bonekamp hatte bereits alle Hoffnung aufgegeben, er war überzeugt, daß der Schwager ihm den lange gehegten Haß nun mit Verachtung vergelten werde. Endlich, Bonekamp war bereits der Auflösung nahe, kam Van Gilder, jener Ohm, von dem Ottokar früher seiner geliebten Sarah so viel Gutes erzählte. Lange währte es, bevor die beiden Schwäger, die einander viele, viele Jahre nicht gesehen und Greise geworden waren, sich erkannten und verständigten. Eines Tages, der Kranke selbst sah mit Resignation auf sein nahes Ende, da sprach er zu dem Schwager, daß es nunmehr noch sein einziger Wunsch wäre, nur noch einmal den verlorenen Sohn wieder zu sehen. Die Kräfte des Erkrankten nahmen rasch ab und die Aerzte hatten das baldige Ende desselben verkün-

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