Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 12 (8.2.1900)
- Date
- 1900-02-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Herren Auftraggeber „wegen Aufreizung zum Klassen haß" überklebt lverden mußten, während obendrein gegen den Drucker und den Verbreiter das Strafverfahren eingeleitet wurde. Mit dieser Maßnahme hat der Antisemitismus in Elberfeld eine Niederlage erlitten, von der er sich nie wieder erholen wird. Wir übergeben diese Zeilen der Oeffentlichkeit, um an dieselbe die dringende Bitte zu knüpfen, daß das lobenswerthe Beispiel des Elberfelder Synagogen- Vorstandes und das damit verbundene Entgegenkommen der Polizei bei etwaigen Vorkommnissen in anderen Gerneinden als Präzedenzfall betrachtet undvon den Vorstehern in Anwendung gebracht lverden möge. Z- München. 5. TyeL'r. < W o blrhäligkeii s pflege der israelitische!, E u l i u s - G e m e i n d e M ii n ch e n i n 1 8 5) 0.) Die in den letzten Jahren stetig sich steigernden Anforderungen, welche an die Wohlthcitigteitskasse gestellt ivurden, machten es nothwendig, an die Gemeindemitglieder das Ersuchen zu richten, auch in Zukunft bei trendigen Anlässen, wie in den Tagen des Leides der Armen zu gedenken und Spenden für den genannten Zweck zufließen zu lassen. Aus den Einkünften der Gemeinde, namentlich ans den Eultusbeiträgen der Mitglieder, dürfen, wie be kannt, keinerlei Aufwendungen für Wohlthäugkeits pflege geinacht lverden, deßhalb besteht unabhängig von der eigentlichen Getneindekasse eine besondere Wohl thärigkeitskafse mit den aus nachstehender Aufstellung ersichtlichen Einnahmeguell'en. Aus dieser Kasse er halten hier wohnhafte israelitische Arme zweimal in: Jahre Beiträge znm Wohnnngsiniethzinse, in dringen den Fällen auch sonstige Unterstützungen. Ansnahms weise werden auch hier nicht ivohnbaste Arme, für wel che in erster Linie die Fürsorge des?sremdenvereins ein tritt, mit Spenden bedacht. Die Einnahmen ans Alijoth, Spendenbüchfen in der Synagoge und am Friedhöfe, zweimaligen Samm lungen innerhalb der Gemeinde, direct cingegangene Spenden, Neu ja hrsenthebung starten, Eintrittskarten zur Besichtigung der Synagoge, Zuschüsse aus Wohl thätigteitsstistuugen, Zinsen aus vorübergehend angelegten Geldern betragen inclusive Mt. 4538.33 Activrest aus 1898 Mk. 17,(*53.94. Dagegen wurden verausgabt: für Beiträge zum Wohnnngsiniethzinse M. 9533, Unterstützungen an hier woynendc Arme BE. 2845.29, an nicht hier wohnende Arme Mk. 5298.90, zusammen Mk. 12,610.19, jo daß ein Activrest von Bit. 4437.75 verbleibt. Tie israelitische Waisenstiftnng erzielte 1890 au Zinsen aus angesamrnelren Kapitalien Mt. 19,669.59 und verausgabte für: Erziehungsbeiträge für 32 Kinder Mk. 8193, Auslagen, Legate ctc. Bit. 1293.74, Stückzinsen und Cvursverluste Mk. 187. zns. Mk. 9313.74, svdaß ein Activrest von Bit. 1955.82 verbleibt, ivelcher dem Stammfond einverleibt wurde. Der Stammfond betrug Ende 1895 299,291.27 Mark; Schenkungen, Legate, Einkanssgelder erbrachten Mk .13,148.20 Coursgewinne Mk. 603.50, Ueberschuß des Betriebsfonds in 1899 Mk. 1055.82, so daß am Schlüsse des Jahres 1899 der Stand sich mit einer Summe von Mk. 311,068.79 darstellk. Am 28. Juni 1899 hinterlegte Herr Wladislaw Muttermilch aus Warschau Mk. 600 mit der Bestiminung, aus den jährlichen Zinsen die Unterhaltung des Grabes seines aus dem hiesigen israelitischen Friedhofe bestatteten Sohnes Casimir Muttermilch zil besorgen und den verbleibenden Nest an hiesige Arme zu vertbeilcn. Der am 8. März 1899 verstorbene Großhändler Herr Joseph Steinharter vermachte der Gemeinde testamentarisch die Summe von BE. 3000 mit der Bestinunnng, diesen Betrag für den Ankauf oder die Errichtung eines israelitischen Waisenhauses in München j zu verwenden, bis dahin aber die Zinsen aus dem Stif- ] tungstapital zu admassiren. Mit Schreiben vom. 19. Dezeinver 1899 rief Herr Antiguar Ludlvig Nosenthal die „Dberese Settinger sche Stiftung" mit einem Betrage von Mk. 500 zu dem Zwecke ins Leven, aus den Zinsen des Stiftungskapitals das Grad der am 24. Dezember 1893 gestorbenen Frau Dberese Deltinger zit unterhalten und den verbleibenden Nest zu wohlthätigen Zlvecken zu verwenden. Die am 28. November 1899 gestorbene Frau Pri vaiin Sara Deller hat der hicügen Enltnsgemcinde ein Legat von Mk. 500 zugewendet mit der Bestimmung, daß dasselbe zu wvhlthätigen, von den Erben zu bestimmenden Zlvecken verwendet iverden solle. Dein Anträge der Erben entsvrecheud ivird mit den: Legate die „Sarab Deller'sche Stiftung" mit der Bestimmung ins Leven gerufen, die alljährlichen Zinsen der hiesigen israelitischen Wobltbätigteitstaye zuzu l ivenden. > Fürth, im Fcbr. Wir erhalten folgende Zuschrift: Eine Eorrei'vondenz aus Fiirth in Nr. 8 des „Israelit" vorn 25. Januar!90n enthält Bl itt hei lungen, die die Unterzeichneten zur folgenden berichtigenden Darlegung veranlassen. Im Jahre 1898 wurde von einen! Komitee, Vc stehend aus Vorstandsmitgliedern des Unterzeichneten Wandcr-1'uterstützungsvereins Fiirth—Nürnberg, eine Versammlung Delegierter süddeutscher Gemeinden und 1!rtterstiiyi>.nasvereine nach Nürnberg einberufen, um einen Verband süddeutscher Hilfsvereine zu gründen. Im Aufträge dieser Versammlung vom 18. Dezember 1698. welche von Delegirien aus Frankfurt a. Main, Mainz, Wiesbaden, Stuttgart, München, Würzbnrg u. A. besucht war, ivurden Leitsätze von einer hierzu eingesetzten Eommission ansgeardeitet. Ink effen kam man bald zu der Ueberzeugung. daß der geplante süddeutsche Verband, wegen der Verschiedenheit der Verhältnisse in den betbeiligten Landern, sowie lvegen allzugroßer Ausdehnung des in Aussicht genonunenen Wirkungskreises nicht zu Stande kommen kann. Darauf wurde am 22. Dctover 1899 zu Frankfurt a. M. nach Maßgabe der hauptsächlichsten