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Der Israelit · 1900-02-05 · Heft 11 (5.2.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 11 (5.2.1900)
Date
1900-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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217 fct. cny 1:^2 söc3 ’mi itmntc man mit dem Prophetenwortc sagen und wahrlich der Budapesier isr. Frauenverein hat eS nicht nöthig, solche Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Auch der heurige Fasching wurde mit einer nntr1? nvny j eingeweiht. Gleich am f-5. d. >vnrde ein „Theeabend"! veranstaltet, der bei einer Ausgabe von 1000 Kronen j ein Reinerträgniß von 13,000 Kronen einbrachte. Die i Bereinsleitung hat hiefiir den jüdischen Damen und Jungfrauen Dank votirt. Der grosse jüdische Maskenball dieses großen jüdischen Vereins wird am 25. Februar stattfinden. Auch der ungar.-isr. Handiverks und Ackerbau- Verein hat dieser Tage unter Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Dr. A. N e n m a n n eine Ausschuß siizung abgehalten, bei welcher Gelegenheit 25 Handtoerkszöglinge in gesetzlicher Weise freigesprochen und verabschiedet wurden. Bier Maurergesellen, die eine höhere Gewerbeschule besuchen, wurden auch Stipendien bewilligt. Mit Rücksicht auf die tvinterliche Nothlage der ärmeren Bevölkerung wird demnächst eine außertourliche Aufnahme von Zöglingen stattfinden. An neuerlichen Spenden und Stiftungen wurde der Betrag von 2«>00 Kronen angemeldet. Auch diese Institution functionirt seit vieleir Jahren in humanster We'O'e und hat in dieser Beziehung auch sehr bedeutende Resultate erzielt. Blau hat es aber bisher noch nicht der Mühe werth gefunden, darüber zu referiren, ob in dieser Anstalt auch der religiöse Sinn herrsche, namentlich ob die Zöglinge auch auf Schemiras Schaboö kau- > desch ansgelernt werden. — Im Schoße der Budapesier großen Religionsgemcinde, die über hundert jüdische Millionäre zu ihren Mitgliedern zählt, stehen viele Anstalten im Dienste allgemeiner Menschenliebe. Wie herrlich und erhaben wären aber diese zahlreichen Institutionen, lvenn sie auch alle vom Geiste deS unverfälschten Judenthums durchhaucht tvären und so erst den Stempel echter und rechter jüdischer Zedalah an sich trügen. In Großtvardein eristirt eine viel kleinere orthodoxe Gemeinde und arbeitet doch mit einem jährlichen Budget von iiber 120,000 Kronen. Hier werden aber sämmtliche Anstalten der Gemeinde nach streng-religiösen Grundsätzen geleitet, re ^2 -rnn xb Hier werden 40,000 Kronen zu Schulzwecken verwendet, dabei wird aber ailch viel Jüdisch gelernt. Die Gemeinde ist auch im Begriff, eine neue Mitweh um den Betrag von 00,000 Kronen zu erbauen. Und die große Budapesier Gemeinde, die iiber ein Budget in der Höhe eines kleinen Balkanstaates verfügt, „besitzt kein rituelles Bad." Man sollte es gar nicht glauben, wie unsere fortschrittlichen Juden mit ihrer rühmlichst bekannten Freigebigkeit bankerott werden, wenn es sich um eine echtjüdische Dowor schebikeduschoh handelt. Schweiz. And der Schweiz. Wir glauben den zahlreichen, während der Frühlingsmonate nach der Riviera reisenden, jüdischen Erholungsbedürftigen einen Gefallen zu erweisen, lvenn wir sie auf eine Zwischenstation aufmerksam machen, die von vielen Aerztcn mit Recht als eine überaus günstig gelegene klimatische Uebergangsftation von dem rauhen, deutschen Winter, zu dein warmen Süden erachtet und empfohlen wird. In anmuthigster Lage, ztvischen Weinbergen eingebettet, liegt dicht am Ufer des Genfer SeeS das seit Jahrhunderten von Erholungs- und Ruhebedürftigen mit Vorliebe ausgesuchte Städtchen Montreux. Auf der Nordseite von den hohen Bergen des Berner Oberlandes begrenzt, ist es so völlig geschützt gegen die rauhen Winde, während von Süden her die milden Lüfte des unfernen Italiens über den lieblichen See herüberwehen. Das fast immer tvolkenlose blaue Firmament erhöht den landschaftlichen Reiz dieses von Mutter Erde so besonders bevorzugten Fleckchens Erde. Der von Jahr zu Jahr steigenden Zahl der Kurgäste entsprechend, haben Stadt- und Kurverwaltung Alles aufgeboten, um den Ansprüchen und Bedürfnissen der Besucher in jeder Hinsicht entgegenzukommen und finden wir dort ein sehr schönes Kurhaus, mit vorzüglichen, zweimal täglichen Konzerten. Theater, Leseu. Spielsäle etc. Seit vorigen Herbst hat die renommirte israelitische Restauration „Pension Levy," welche wäh rend der Sommermonate in Jnterlaken für die leib liehen Bedürfnisse der rituell lebenden Kurgäste sorgt, ein Hotel eröffnet, das sich trotz des kurzen Bestehens durch seine vorzügliche Küche, peinlichste Sauberkeit, aufmerksamste Bedienung und trotz dieser Vorzüge sehr mäßigen Preise einen zahlreichen Passanten und Touristen-Berkehr zu gewinnen wußte. Das Hotel ist während der Wintersaison, also von October bis März, geöffnet und verdient in der That die lebhafteste Frequenz seitens der zahlreichen, nach dein Süden pilgernden und rituell lebenden Erholungsbedürftigen, und dürfte wohl kein Besucher dieses Hotels dasselbe und die freundliche und aufmerksame Bewirthung anders als dankbar in Erinnerung behalten. Der Name des Hotels „Joli Site" spricht für dessen wunderbare Lage. Fast unmittelbar am Ufer gelegen, gewähren die Zimmerbalkons eine herrliche Aussicht auf den glänzenden See. der bei dem regen Verkehr der Dampf- und Segelschiffe an dieser Stelle ein stets abwechslungsreiches Bild zeigt. Wir können aus all diesen Gründen, zu welchen sich noch die absolute, religiöse Zuverlässigkeit der von Interlaken ohnedies bestrenommirten Wirthe gesellt, den Besuch Montreux's auf's Wärmste empfehlen. Auch Beranügungsreisende werden sich bei einem Aufenthalte in Montreux überzeugen, daß dieser Ort mit Recht seinen Beinamen „Das schweizerische Nizza" verdient. Frankreich. Paris. Die „Aurore" hatte vor einiger Zeit die Nachricht gebracht, daß gegen einen jüdischen Soldaten Lernard von seinen Vorgesetzten die ärgsten Mißhandlungen ausgeübt worden sind, nur aus dem Grunde,

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