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Der Israelit · 1900-02-01 · Heft 10 (1.2.1900) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 10 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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soä Schwellung der Schleimhäute, die Absonderung wirksamer Magensäfte gestört ist. Die Krankheit ist in den meisten Fällen auf gewisse Fehler in der Lebensweise, auf Diätfehler, zurückzuführen. Die Nahrungsmittel erhalten auf der einen Seite unser Leben und erzeugen andererseits, in Uebermaass genossen, schwere Schädigungen der Gesundheit. Wie der Genuss von schädlichen, unzuträglichen und schwer verdaulichen Speisen, wie ein heisser oder zu kalter Trunk, ist auch eine Ueberladung des Magens mit an und für sich nicht schädlichen Nahrungsmitteln imstande, auf die Verdauungsorgane einen Reiz auszuüben und ihre Funktionskraft zu beeinträchtigen.**) Wirkt ein solcher Reiz nur einmal, nur vorübergehend auf die Magenschleimhäute ein, dann entwickelt sich ein Krankheitsbild, das nur von kurzer Dauer ist und mit Aufhören des Reizzustandes auch verschwindet, es entwickelt sich ein acuter Magenkatarrh. Wirken diese Schädlichkeiten aber wiederholt, längere Zeit auf die Magenschleimhäute ein, so führen sie früher oder später zu bleibenden Veränderungen der Schleimhäute — es entsteht ein chronischer Magenkatarrh. Diese Veränderung der Schleimhäute, welche sich bald in einer Schwellung, bald in einem Schwunde ihrer drüsigen Gestalt äussert, hat naturgemäss auch eine Veränderung in der Absonderung der Verdauungsäfte zur Folge. Während in den acuten Zuständen die Absonderung der Magensäfte eine mangelhafte ist, kann bei chronischen Erkrankungen ebenso gut eine Herabsetzung, wie eine Vermehrung derselben eintreten. Wie die Schleimhäute werden durch den dauernden Reiz auch die Muskeln des Magens in Mitleidenschaft gezogen, indem sie erschlaffen und an ihrer Bewegungsfähigkeit einbiissen. Infolge dessen können die Spe sen nicht rasch genug aus dem Magen fort geschafft werden, bleiben in ihm länger als liebsam liegen und geben zu Zersetzungsvorgängen Anlass. Da die Resorption, d. h. die Aufnahme verschiedener Nakrungsbestandtheile durch die Magenwände in die Körpersäfte, von der normalen Beschaffenheit der Schleimhäute und Muskeln mehr oder minder abhängig ist, ist es klar, dass bei krankhaften Veränderungen derselben auch eine beträchtliche Abnahme der Resorption eintritt, so dass bestimmte Mengen von Nährsubstanzen, die sonst in den Körper übergegangen und ihm zu Gute gekommen wären, **) Wie schon der Talmud so bringt vor Allem Maimonides diese Lehre ähnlich zum Ausdruck. (More Nebuehim III. Cap. XII.) wiederum als Ballast im Magenfjlängerej Zeit verbleiben. Alle diese Momente bilden aber stets einen neuen Reizanstoss zu Verdauungsstörungen und führen kurz oder lang zu Verschlimmerungen des Leidens — ein Zirkelschluss, der bei allen Magenkrankheiten wiederkehrt. Es darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass Magenkatarrhe auch im Gefolge von anderen Krankheiten mit acutem oder chronischem Oharacter, seien es Scharlach, Typhus Diphtherie oder Bleichsucht, Zucker-, Lungen-. Herz-, Leher¬ oder Nierenkrankheit, auftreten und gar oft das markanteste Symptom des Leidens bilden können. Ihre Heilung kann nur mit der Beseitigung des ursächlichen Leidens erfolgen; ihre Besprechung gehört darum nicht in den Rahmen dieser Abhandlung hinein. Jeder Reiz, der den Magen betrifft, zieht mehr oderminder den Darm in Mitleidenschaft und umgekehrt, und beide Erkrankungen treten darum zunächst gleichzeitig auf: ein Magen - Darmkatarrh ist die Folge. Sowohl bei den acuten wie bei den chronischen Magenerkrankungen zeigen sich als die wichtigsten Symptome einer darniederliegenden Verdauung: Appetitlosigkeit, Aufstossen, Sodbrennen, durch Säuren im Magen erzeugt, Erbrechen, belegte Zunge, unangenehmer Geschmack und Geruch im Munde, Schmerzen in der Magengegend, Beschwerden, zu denen sich, zumal bei läng ere Zeit andauerndem Verlaufe,krankhafte Allgemein-Erscheimmgen wie Abmagerung, geistige Trägheit, nervöse Ueberreiztheit, Kopfschmerz, Schwindel hinzugesellen. Die Mitbetlieiligung des Darmes äussert sich bald in Diarrhöen, bald in Stiililträgheit mit allen ihren Folgeerscheinungen. Andauernde Stuhlträgheit zumal führt durch den mechanischen Druck der Kotlnnassen auf die Darmwände zu Stauungen in den Blutgefässen der Unterleibsorgane, welche Erweiterungen, Knotenbildungen der Gefüsse zur Folge haben, die unter dem Namen der Hämorrhoidalknoten*) bekannt sind. Zeitungsnachrichten nnv Carrespondenze« Deutschland. Berlin, 29. Jan. In bemerkenswerther Weise äußerte sich der am Wiesbadener Hoftheater thätige Dramaturg und in der letzten Zeit viel genannte Verfasser der Hohenzollern-Dramen, Major Laufs, in *) Man weiss, wie häufig sich diese unter der jüdischen Bevölkerung, speziell des Ostens, vorfindeu.

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