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Der Israelit · 1900-02-01 · Heft 10 (1.2.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 10 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4U Jahrgang. Erste Beilage ju M 10 -es „Israelit". Leitender Artikel. Da« Mislhliaa ela Symbol für dir Na»!lehaaz der Mljroottj imrdj die ©tfammtljttt. Eine Betrachtung zu 7! E1171 '2. Von Hermann Löwinger, Frankfurt a. M. prix nx-e;x r>\s* bzz seihe tuee*: sr-ps P iwi *ieix xeit p . 1EW1 P i Ps bz rr;zn rx: prcn ttjed rx '"i ' /X“&r 7EL> httie ‘PlE.’l p'EL :*1? E pyer »7 -- tiehxi ™ i res: i :*so ~e:x d:j 1- T— “w*i yr ~nxn E'EEH?!X •nv bb' 121 U'i‘0 ->E1X NO P by ';Pb -ci -IE5? , C'Z-yn ps nsryn ’Ztt’n trEErt 71X1 ™ - [JVX nx-s ':x "EX bzz *Ex;tr r-= e 2X1 xeh cby: i tr“HE) ' :E*>n p: :Pe bz tvoeti rx: ptpsn r,\ :zn . (Epr psP nsrpnE „Sie sollen Mir ein Heiligthum anfertigen, so will Ich linier ihnen wohnen, völlig so, wie Ich dir im Bilde zeige das Modell der Wohnung, und das Modell aller ihrer Geräthe, ebenso sollt ihr es verfertigen." Hierzu bemerkt der Midrasch: Ben Soma lehrt: Wo finden wir einen Bibelvers, der am Besten die Grundlehren der Thora zusammenfaßt? Es ist dies der Vers: „Höre Israel, der Einige unser Gott ist ein einig einziger Gott." Ben Ranis lehrt, daß die Grundlehren der Thora am Besten in dem Bibelverse: „Und du sollst deinen Nächsten lieben, >vie dich selbst," zusammengefaßt seien. Simon, der Sohn Pasis, ist wieder der Meinung, daß die Grundlehren der Thora am Besten in dem Schriftverse: „Das eine Lamm sollst du des Morgens und das zweite Lamm zwischen beiden Abenden darbringen," am besten enthalten sind. Da kam nun ein Rabbi und behauptete fest, daß die Meinung des Ben Pasi die richtige sei, an welche wir uns halten muffen, denn so heißt es: So wie Ich dir im Bilde das Modell der Wohnung und das aller Geräthe gezeigt, ebenso sollst du sie anfertigen." Das Unverständliche in dieser Midraschstelle braucht nicht erst hervorgehoben zu werden,- sie zwingt jeden Leser zum Nachdenken und erweckt in ihm das Bestreben, die dunklen Punkte in derselben auszuhellen. So wollen denn auch wir es versuchen, der Erklärung dieser schwierigen Midraschstelle näher zu kommen. Der Sinn, welcher der zweimaligen Ablegung unseres Glaubensbekenntnisses am Tage, der Recitirung des Sch'ma Jisroel morgens und abends zu Grunde liegt, ist bekanntlich die Anerkennung der Einheit und Allmacht Gottes, dessen Regierung wir uns unterwerfen, das Kabolas Ol Malchus Schomajim, damit bekennen wir, daß kein anderer Gott außer Ihm existirt, daß nur Er es ist, der alle Weltenbewohner speist und erhält, daß in Seiner Hand die Seele alles Lebenden u. der Lebensgeist aller fleischlicher Wesen ist, und daß Er jeden Augenblick dem Leben jedes Erdensohnes und aller Geschöpfe auf Erden Halt gebieten kann. Wer nun dieses Glaubensbekenntniß nicht nur mit den Lippen ausspricht, sondern wessen Inneres von demselben auch erfüllt ist, der wird sich gewiß verpflichtet fühlen, die Gebote Gottes zu bethätigen, diesem mit ganzem Herzen zu dienen und nöthigensalls sein Leben für diesen Glauben einzusetzen. Doch ist's damit nicht genug, wenn Jemand selbst von diesem Glauben erfüllt und durchdrungen, indem er selbst die Einheit und Allmacht Gottes anerkennt. Er muß auch „Andere für diesen Glauben zu begeistern suchen" und seine ihn umgebenden Freunde und Genossen zu dieser Gotteserkenntniß zu veranlassen streben. Er soll sich nicht isoliren und damit begnügen, wenn er allein zu dieser Gotteserkenntniß gelangt, sondern auch Andere hierfür zu entflammen bestrebt sein. Dieser Gedanke kommt nach der Erklärung des berühmten Preßburger Rosch Beth Dins Rabbi Wolf Lieber s. A. in dem Schriftverse K'doschim thiju, zu welchem er die Bemerkung macht wb» "ic^o rrsxj ^npnz it zum Ausdruck. Damit ist gemeint, daß wir uns nämlich nicht begnügen, „allein heilig zu sein" und unser Leben Gott zu weihen, sondern daß das K'doschim thiju nur bnpnE „mit der Gesammtheit zusammen gemeint" ist. Daß wir aber zu dieser Anschauung uns erheben, bezeugen wir am besten, indem wir täglich zweimal morgens und abends „Einer dem Andern zurufen und einander zu überzeugen uns bemühen" mit den Worten: „Höre Israel, der Ewige unser Gott ist ein einig einziger Gott." Daraus können wir auch lernen, daß jeder Jude verpflichtet, bei jeder Mizwo auch Andere zur Bethätigung der Gottesgebote anzuregen. Da nun diese Lehre aus dem Sch'ma Jisroel ersichtlich, so meint Rabbi Soma ganz richtig, daß in diesem Verse am besten die Grundlehren der Thora zum Ausdruck gelangen, daß die alleinige Vollziehung der Mizwoth nicht den hohen Werth hat als die Mizwoh d'Rabbim, die Gott wohlgefälliger, da auch die Gesammtheit daran Theil nimmt. Doch wäre aus dem vw Verse nur die Lehre zu ziehen, daß sich jeder Jehudi nur um das geistige Wohl, um das Seelenheil seiner Glaubensbrüder bemühen müßte, auch diese für die Gotteserkenntniß, die ihn beseelt, zu begeistern, auch sie zu veranlassen, sich immer mehr zu vervollkommnen, so daß auch einst ihnen das Leben im Jenseits zu Theil werde. Aus welcher Vibelstelle werden wir aber belehrt, daß jeder Einzelne von uns auch für das „körperliche Wohl" seiner Glaubcnsbrüder nach Möglichkeit Sorge zu tragen verpflichtet ist, ihnen Hülfe zu bringen, wenn ste Roth leiden,

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