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Der Israelit · 1900-02-01 · Heft 10 (1.2.1900) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 10 (1.2.1900)
Date
1900-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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189 Glückwunsch mit der Uebergabe eines sehr hübschen Taktstockes. Ties ergreifend wirkte der Vortrag eines geistvollen Gedichts durch die Schülerin Emma Wassermann und nachfolgender Uebergabe eines hübschen Krugs. Toaste aus den Jubilar, auf die anwesenden Geistlichen, aus den konfessionellen Frieden u. er., sowie die abwechselnden Gesangsvorträge der beiden Vereine gaben dem Feste den Grundton, das einen gleich ehrenvollen Verlauf für den Gefeierten wie für die Gemeinde Aufhausen nahm. Die Jsr. Oberkirchenbehörde schickte durch das Rabbinat Oberdorf ebenfalls ein Glückwunschschreiben, in dem es heißt: „Wir haben während dieser Zeit wiederholt Veranlassung gehabt, die Amtstreue und Gewissenhaftigkeit, das würdige amtliche und außeramtliche Verhalten, den erfreulichen Erfolg aus dem Gebiete der unterrichtlichen und liturgischen Wirksamkeit des Herrn zu beobachten. Wir wünschen daher demselben von Herzen zu seiner 25jästrigen gesegneten Thätigkeit Glück und auch für die Zukunft die segensreiche Hilfe des Allgütigen." Auch vom Vorstande des israelitischen Lehrervcrcins Wiirttemberg erhielt der Jubilar ein schönes Gratulationsschreiben. Auö dem llnter-Elsasz. Es ist eine nicht zu verkennende Thatsache, daß die kleineren jüdischen Gemeinden auf dem Lande leider von Jahr zu Jahr immei mehr abnebmeu, und dagegen die Zahl der jüdischen Bewohner der Großstädte immer mehr wächst. Manche jetzt leerstehende Shnagoge in unserem Lande gib» uns einen deutlichen Beweis hierfür. Betrachten wir z. B. das an der Bahnstrecke Straßburg- Obermodern gelegene Dörfchen Ettendorf. In diesem Orte, zu dessen weitausgedehntem Friedhofe alljährlich zur Zeit der Jomim hanauroim Glaubensgenossen aus allen Theilen des Landes gepilgert kommen, wohnt z. Zeit noch ein einziger Jude, der Pförtner des Friedhofes. Hier war vor Zeiten eine große Gemeinde und ebenso bestand hier auch ein weitberühmtes Lehrhaus. Die fast neue Synagoge ist heute verlassen. Von an deren Gemeinden will ich nur Weinburg u. Offtveiler bei Ingweiler erwähnen, deren Gotteshäuser jetzt verkauft und. Noch andere. >vie Büsweiler, stehen im Begriffe, sich aufzulösen. Q. Mntzig. Im vollen Gegensätze zu den Unruhen u. Uneinigkeiten der letzten Wochen stehl die jetzt stattgehabte Wahl von fünf Mitgliedern der Berwaltungs kommission. Denn von 33 eingeschriebenen Wählern gaben nicht weniger als 32 ihre Stimmen ab, u. ztvar erhielten Stimmen: Jonas Leon Reis 31, Moses Schwartz 31, Leon Leon 29, Isidor E ci h n 29, Emanuel Bauman n 23. Diese Herren sind somit gewählt. O. Zaber»,, 21. Jan. Gestern fand die Eröffnung des nunmehr fertiggestellten Hotel M a r x statt. Es ist ein schöner, formvollendeter Bau. Hoffentlich wird auch die Küche in Bezug auf Kaschrus nichts zu wünschen übrig lassen. Q. Deßerr.-'Ungar. Monarchie. Au«» Ungarn. Am vorigen Sabbath, da es der Zufall so führte, weilte ich in unserer Nachbargemeinde N., wo man eben in der laufenden Sidra vorgelesen hatte: :r*iy:z ntre icsn , erS-nr: ‘ei *e 'n rs rnzv 'zb . . . ',y:zz pb: Und Moses sprach: Mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und mit unseren Töchtern . . . welches unsere Alten so auslegten, daß es unsere heiligste Pflicht sei, unsere Jugend derart zu erziehen, daß auch sie in den Geboten Gottes wandeln, daß auch ihre Häuser dereinst denen gleichen, dider Stolz unseres Volkes von jeher waren, daß auch sie jüdisch denken und fühlen, jüdisch leben und handeln lernen. Wie überrascht war ich daher, als ich eine große Schaar jüdischer Schüler und Schülerinnen, mit den Schultaschen in den Händen, aus der Bürgerschule kommen, in die Judengasse einbiegend, nach Hause gehen sah. Staunend fragte ich meinen Gastwirth, wie, das wird hier in dieser frommen Gemeinde geduldet? ein solch krasser ree» b'b'n in einer Gemeinde, wo doch sämmtliche jüdische Geschäfte streng gesperrt sind? Und von der Schuljugend, die doch gewiß noch unter der Subordination der Eltern steht, und dazu sind doch gewiß viele Knaben unter ihnen, die schon n:xc “z sind! Der gute Mann antwortete mir betroffen: "•»'* rar.: rv-z ne: “es; ne„ Es ist dies leider schon ein altes Uebel hier, das noch stets zunimmt: man weiß nicht, wie hier zu helfen sei. Wohl gibt es hier einige Z'S“' die mit großen Schwierigkeiten und Plackereien diesem Uebel auszuweichen suchen, allein die meisten sehen dies schon stillschweigend zu. Dies ist noch — so fährt er fort - umso beklagenswerther, als ja diese Schuljugend, laut Ministerial- Erlaß, von jeglicher Schularbeit, die einen rzv b'h'r, involvirt, innerhalb der Schule befreit ist, und außerhalb der Schule ist sie freiwillig, ja, unnöthig! Ein solches Gehaben sei gar nicht zu rechtfertigen, sagte ich, geht doch ohnedies schon die jüdische Schuljugend, welche eine christliche Schule besuchen muß, der Weihe und des vefeeligenden Eindrucks des heil. Sabbats verlustig, umsoweniger darf sie noch daran gewöhnt iverden, am rze* ganz wie an Wochentagen, mit den Schultaschen einherzugehen, sodaß dieselbe schon von Jugend auf an keinen rzr gewöhnt wird. „Ich glaube, daß auch hier mit einigem guten Willen leicht Abhilfe zu schaffen wäre, bitte aber dies nicht als eine Anmaßung oder gar als Einmischung in Ihre internen Gemeindeangelegenheiten betrachten zu wollen, denn ich halte den Ausspruch unserer Weisen vor Augen: een; ,nre sch :r'z 'v:xb rrrzb 'b “Lese' ~ bz/f

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