Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 10 (1.2.1900)
- Date
- 1900-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Mit einer begeisterten Mahnung, welche darin ausklang, die Consequenzen aus diesem tragischen Leben zu ziehen, aus dem unechten das echte, und aus den', auf Irrwege gerathenen das wahre Judenthum, jenes pfin Judenthum kennen zu lernen, das wir in unserem Sch'ma Jisroel-Bekenntniß zu sein geloben, schloß der Redner seinen formvollendeten, tief durchdachten Vortrag, der auf die sehr zahlreich erschienenen Anwesenden einen tiefen Eindruck machte Frankfurt a. M., 30. Jan. Am 16. Januar hielt der hiesige „Mekor-Chajim-Verein" seine 25. ordentliche Generalversamlung ab. Der Präses, Herr Joseph Wohlfarth, erstattete zuerst den Jahresbericht, aus welchem folgende bemerkenswertben Punkte hervorzuheben sind. Das verflossene Jahr bildete den Beschluß eines Viertel- Säculums seit Bestehen des Vereins und beging solcher in Anbetracht dessen eine Jubiläumsfeier, die in würdigster Weise verlief. Mit Freude kann ein Zuwachs ton 25 Mitgliedern. konstatirt werden, sodaß deren Zahl sich nunmehr auf 189 beläuft. Im Verlaufe seiner Mittheilungen dankte der Vorsitzende den verehelichen Docenten des Vereins, den Herren Gerson P o - s e n , Rector Falk, Julius Hirsch, sowie denjenigen Mitgliedern, die sich durch Betheiligung au den allsabbatlichen Mikrah-Schiurim verdient gemacht und spricht schließlich Herrn Dr. B o n d i, dem gewissenhaften Lehrer und treuen Freunde des Vereins, der im Herbste vorigen Jahres seine langjährige, erfolgreiche Thätigkeit für denselben eingestellt, herzlichen Dank aus. Rach Verlesung des Kassenberichtes durch den kassier Herrn Nathan Hamburger, wurde zur Wahl geschritten. Die statutengemäß ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes, die Herren Jos. Wohlfarth (Vorsitzender) und Nath. Homburger wurden wieder gewählt, während für Herrn Moses Weißkopf Herr Hugo Rothschild eintrat. Herrn Weißkopf, der nach sechsjähriger Thätigkeit sein Amt niederlegte und dessen längeres Verweilen im Vorstande von den Vereinsmitgliedern gerne gesehen worden wäre, sei auch an dieser Stelle für sein stets opferfreudiges Wirken ini Verein dankbare Anerkennung gezollt. ' So möge denn der „Metor Ehajim-Verein" immer weiter seinen heiligen Zielen nachstreben, zum Besten derer, die aus dem Borne der heiligen Gotteslehre schöpfen wollen, beispielgebend für alle .streife. Ivo der unverfälschte Geist der Thauro herrscht. ■— Sonntag, den 28. Januar, fand die 10. Ge neralversammlung des „Talmud - Thora - Vereins" (Machasike Tbora) unter dein Vorsitze des Herrn Alfred Geiger statt, der den Verein s. Z. ins Leben gerufen hatte. Die Zahl der Mitglieder ist 130. Im abgelaufenen Jahre herrschte eine rege Betheiligung an den Vorträgen. Freitag Abend. Samstag Vormittag und Samstag Nachmittag sprechen abwechselnd Dr. Jacob H o r o v i tz , Dr. I. H e i n c m a n n und Dr. N c u w i r t h über den Wochenabschnitt, bezw. über Propheten, am Sonntag Vormittag trug Herr Jacob S. P o s e n oder L i p i n s k y Orach Chajim vor. Als Vortragslocal diente der Sitzungssaal der Synagoge am Börneplatz. Derselbe wird im Interesse des Vereins von dem Gemeindevorstand vergrößert werden. Am Freitag Abend sprachen ferner in der Westendsynagoge abwechselnd Dr. Grombacher und Dr. F r i e d m a n n. Der Vorstand wurde wie folgt gewählt: Geiger, Frankenthal, Dr. Heinemann, S. H e r z f e l d und Julius F u l d. Niedenstein. Es dürfte die Leser des „Israelit" interessieren, von einer großen Mizwah, die ein wahres Gemilus chesed schel Emes genannt zu werden verdient. zu erfahren. Ende September 1898 starb im Landeshospital Merxhausen eine Insassin israelitischer Eonfession und wurde, da dieselbe an einer ansteckenden Krankheit gelitten, die den Transport der Leiche aus sanitären Gründen unmöglich gemacht, auf dem Anstalts-Friedhofe beerdigt. Auf eifriges Betreiben des Provinzial-Rabbinen. Herrn Dr. Cahn - Fulda u. des Herrn Lehrer L o r g e - Hünfeld wurde seitens der Hospital-Verwaltung gestattet, daß, nachdem die sanitären Bedenken geschwunden, die Ausgrabung der Todten vorgenommen und deren Ueberführung und Beisetzung aus dem hiesigen isr. Friedhofe stattfinden könne. Heute wurde nun die große Mizwah zur Ausführung gebracht, um die sich noch Herr Gustav Spiegel- Naumburg bezüglich der eigentlichen Arbeiten sehr verdient gemacht hat. Die entstandenen Kosten hat Herr Dr. Cahn, da die Unglückliche kein Vermögen hinterlassen, durch milde Gaben gutherziger Menschen aufgebracht. Aufstausen (Württbg.), 28. Jan. Ani vorvergangenen Sonntag beging die hiesige Gemeinde ein schönes Fest, das Zeugniß ablegte von der Werthschätzung, die in allen Kreisen der Bevölkerung für den Lchrerstand herrscht. Es galt der Feier des 25jährigen Dienstjubiläums des Herrn Lehrer Adle r. Dem allgemein beliebten Herrn wurde Abends von den Sängern des Liedertranz und des Kriegervereins ein Ständchen gebracht: eine Deputation, an deren Spitze Herr Schultheiß W ö r l e, überbrachte dem Jubilar die Glückwünsche Namens der Gemeinde. Hierauf sammelten sich die Festtheilnehmer zu einem Bankett im Gasthaus zur Traube, wo zunächst Herr Dr. K r oner seine Glückwünsche Namens der isr. Gemeinde ausdrückte und in einer ehrenvollen Ausführung den Jubilar als Lehrer, Vorsänger und Vorstand der isr. Gemeinde feierte und ihm ein werthvolles Geschenk übergab. In gleicher Weise hob der Herr Ortsschulinspektor Pfarrer K i n g e t e r in seinem Glückwunsch die Verdienste hervor, die sich Adler als tüchtiger Lehrer und Erzieher erworben u. die ihm von allen Schulinspektoren bezeugt wurden. Der Vorstand des Kriegervereins verband seinen