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Der Israelit · 1900-01-29 · Heft 9 (29.1.1900) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 9 (29.1.1900)
Date
1900-01-29
Page
– (sequence 6)
Language
German
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174 WWWW Schweiz. Basel, 23. Jan. Am Sabbat Wo-ero hatten ivir das Glück, unser neues Beth hamidrasch, das durch Umbau eines Hauses für diesen Zweck hergerichtet wurde, einzuweihen. Die Einweihung -wurde nicht, wie sonst üblich, durch körperliche, sondern ausschließlich durch geistige Genüsse gefeiert. Nach dem Mincha-Gebete versammelte sich ein großer Theil der Gemeindemitglieder mit Angehörigen in dem prächtigen, mit Blumen decorirten Beth hamidrasch-Saale, der nahezu 160 Personen faßt. Nachdem Herr Jonas Rhein einige Verse aus den Psalmen, Kapitel 115 gesungen, hielt Herr Rabbiner Dr. Cohn die Einweihungsrede. Ergreifend war es, als der Redner zu Beginn den Sckehechionu-Segen aussprach. In fast einstündiger meisterhaften Rede schilderte er, wie er es sich als eine besonders große Sechiah anrechne, dies prächtige, mit allem Comfort eingerichtete Beth hamidrasch einzuweihen. Es ist aber auch als eine ganz außergewöhnliche Errungenschaft zu betrachten, in Basel, wo der größte Theil der Jugend von den Idealen des Zionismus beseelt, in einer Zeit, wo die Reformbestrebungen bei einer großen Zahl der Gemeindemitglieder noch kein Ende genommen, während der Funktionszeit der von der Gemeinde bestellten siebengliederigen Commission für Reorganisation unserer alten, fast 2'0tausendjäh riaen Tephilah, in dieser Zeit ein Lehrhaus, welches mit bedeutenden Kosten verbunden, nach althergebrachter ächl jüdischer Sitte zu gründen. Das Verdienst, dieses Werk zu Stande gebracht zu heben, ist nicht etwa der großen Zahl unserer Gesinnungsgenossen zuzuschreiben (denn solche sind leider sehr gering an Zahl), sondern es ist einzig und allein die Frucht der unermüdlichen Arbeit unseres verehrten Herrn Rabbiners, denn wir wären nicht im Stande gewesen, diese großen Kosten auszubringen, wenn nicht der liebenswürdige Verkehr unseres Herrn Rabbiners auch Andersgesinnte veranlaßt hätte, große Summen beizutragen. An ihm zeigt sich deutlich die Eigenschaft seines Ahnen, des Hohenpriesters Aharon, von dem es heißt nvisrr r,s ppn c^tr in:» Möge nun unser Beth hamidrasch seinen Zielen und Zwecken entsprechend gedeihen, und eine Stätte der Thora bleiben, deren Lehren von unserer Jugend in die weite Welt hinausgetragen werden, möge diese so schöne Saat auch schöne Früchte treiben, und einen starken Baum wachsen lassen, in dessen Schatten wir Schutz und Erholung nach den Mühen und Sorgen unserer Arbeit finden. Möge es uns auch vergönnt sein, Herrn Dr. Cohn noch viele, viele Jahre in unserer Mitte wirken zu sehen, möge auch demselben der Lohn für sein nufopserungsfreudiges Wirken in Olom Haboo aufbewahrt sein. " T. R u fj l a n d. Oiiflrt. (S y n a g o g e n st e u e r der I u - den) Infolge der in der Praxis entstandenen Frage, ob die Juden, welche nicht beständige Einwohner einer gegebenen Ortschaft sind und sich in derselben mit Handel und Industrie befassen, der Entrichtung der Spnugvgensteuer unterliegen, hat der Dirigirende Seno i die Erklärung abgegeben, daß solche zur nicht beständigen Bevölkerung einer Ortschaft gehörende Juden die Shnagogensteuer gleich den beständigen Einwohnern der Synagogenbezirke zu entrichten verpflichtet sind. Literarische Notiz. Trauerrede für den vereivigten Distrikts - Rabbiner Moses Löb B a m b e r g e r s. A., gehalten am 26. Marcheschwan in der Synagoge zu Bad-Kissingen, von Rabb. Dr. Seckel Ba m berger - Schrimm. — Paks, Druck von Dt. Rosenbaum, 18 S., Preis 50 Pfg. (Der Reinertrag ist für das neue Spital in Jerusalem bestimmt.) Die Trauerrede, über die Sie schon vor einigen Monaten in Ihrem geschätzten Blatte berichteten, liegt nunmehr im Drucke vor. Der Leser derselben wird erkennen, daß der damalige Bericht in der That des Lobes nicht zu viel von dieser gediegenen, rhetorischen Leistung verkündet hat. Die Rede stellt sich als ein erschöpfendes, ebenso tief empfundenes, als wahr und geschickt gezeichnetes Lebensbild des heiingegangenen großen Mannes s. A. dar. Die hervorstechenden Züge dieses Bildes sind die große Gelehrsamkeit und die für das eigene Leben und für andere im Sinne eines tugendhaften, religiösen Wandels nutzbar gemachte Wissensfülle, die wohlthuende Begleiterscheinung echter Geistesgröße, die Bescheidenheit, die peinlichste Berusstreue und Gewissenhaftigkeit, die Aufopferungsfähigkeit für andere im Dienste der reinsten Menschenliebe, die Gastfreundlichkeit gegen die Aermsten der Armen. Ganz außerordentlich cinnuu thig ist die glückliche Verwendung des im Anschluß an die brrr Abrahams gegebenen dreifachen Midraschwortes, daß darunter zu verstehen sei pTin^r p-r;ie womit drei Seiten der Thätigkeit des Verblichenen, seine Friedensliebe, seine Gastfreundlichkeit, seine Lehrtätigkeit, geschildert werden. Sehr zartfühlend unv taktvoll ist es, daß im Sinne des bescheidenen ‘n *ni?: sein inniges Familienleben nur mit wenigen Worten gestreift wird. Wir sind überzeugt, daß Jedermann voll aufrichtiger, schmerzlicher Rührung, aber auch voll wahrer Befriedigung diesen gediegenen, durchaus wahren und meisterhaften -sin nach der Lektüre aus der Hand legen wird. Vermischtes. Witkowo. Das Moses C o h n s ch e Ehepaar feierte vor einigen Tagen das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich der besten Gesundheit und Geistesfrlsche. f ü t 9) ( folaen C .chgeti Sime Jahre komm Pater im c werde w.ögte Franz fallen verwa Kn ab, liefern daran .Kn ab herau! eilend sich h Hülf^ wiedei Knab die B und n bleibei tag m Sohn, handl Schla er ihn den S ein I' Prag, welche bracht zug ai des to den 90 worde fuiibe; keiner aber

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