Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 8 (25.1.1900)
- Date
- 1900-01-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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142 nicht sterbe, ohne in ihrem reinen Gold den Widerschein jener Morgenröthe nationalen Ruhmes gesehen zu haben. den wir Alle ersehnt hatten." England. London. Von dem Kriegsschauplätze sind wieder neue Verlustlisten eingelausen, welche auch jüdische Namen aufweisen. Major Walter D. Davies von der Imperial Light Horse wurde bei Ladysmith am 6. Januar verwundet, am 30. Nov. Gemeiner Eckstein von der Kav-Polizei in Maseking und am 29. Dezember Gemeiner Friedmond vom Rhodesia-Regiment im Norden von Transvaal. Die Königin hat durch ihren Privatsecretär Oberstlientenant Arthur Bigge an den Oberrabbiner Dr. Adler folgenden Brief gerichtet: O s b o r n e, 13. Januar. Werther Dr. Adler! Die Königin beauftragt mich, Ihnen für die liebenswürdige Sendung des Abdruckes Ihrer Predigt zu danken, welche Sie am Sabbath gehalten haben. Ihre Majestät hat mit Befriedigung von der großen Summe gehört, welche an diesem Tage so liberal in den Londoner Synagogen gespendet wurde. Ihr sehr ergebener Arthur Bigge. •— Unter den Freiwilligen der City, die am 20. Jan. nach Südafrika abgingen, befinden sich ein Offizier und 14 Mann, unter den noch in London verbliebenen Theilen dieser London Imperial Volunteers sind noch fernere 16 Mann unseres Glaubens. Fortwährend kommen noch neue Ergänzungen zu den schon genannten Namen jüdischer Soldaten, so steht in der Royal Field Artillery am Modderriver Lieutenant H. Spencer Seligmann, während sein Bruder Edgar Seligmann in die Feldtruppe der Ueomanry eingetreten ist. Arthur Lezard steht bei den Bethune Horse und sein Bruder Hector Lezard bei den Kimberley Light Horse. I. Levy dient als Kanonier in der 73. Battery der Royal Field Artillery unter Buller, sein Bruder S. Levy im Berkshire ebenda und der dritte Bruder, Corporal David Levy, ist mit seiner Batterie jetzt nach dem Kap unterwegs. Auch in dem kanadischen Regiment sind eine Anzahl Juden. Der zweiten Abtheilung desselben gehören an Coleman I. Cohen aus Winipeg und S. A. Goldston aus Hirsch Affiniboia. So zeigen die Nachrichten jeder Woche immer wieder auf das Neue, daß die Juden auch hier, wo der Kriegsdienst freiwillig ist und sie sich so bequem von demselben fern halten könnten, nicht vermeiden, mit den Waffen in der Hand ihre Bürgerpflicht zu leisten, ja sogar mehr darin thun, als ihre christlichen Mitbürger. London, 21. Jan. Heute Morgen verschied nach längerem Leiden Herr Bär G r o ß b a u m im 64. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene war ein strengorthodoxer, talmudgelehrter Geschäftsmann, der als junger Mann aus Rußland hierher einwanderte, sich als Vorsänger ausbildete und die Stelle als solcher in Leeds bekleidete. Jedoch wählte er später den geschäftlichen Beruf und es gelang ihm, durch Fleiß u. Umsicht, eine Porzellan-Fabrik in Dresden und Geschäftshäuser in Birmingham, London und anderen Städten Englands und in Newyork zu etabliren. In seinem herrlichen Privathause, Highbury Neu Park, errichtete er eine Privatsynagoge und ein Bes hamidrasch, woselbst Lomde Thora reichlich unterstützt wurden. Seine edle Gattin widmete sich der Ausübung philantropischer Pflichten und ist Vorsteherin des Frauen-Unterstützung.s-Vereins in Eastend. Die Söhne und Töchter gehören der streng-orthodoxen Richtung an und werden sicherlich in den Fußtapfen ihres Vaters s. A. weiter wandeln. iK •< Rußland. Mitau. Die jüdischen Soldaten des hier stationirten 114. Nowotorshokschen Infanterie - Regiments begingen am 7. Januar eine seltene Feier, indem sie am Abend des genannten Tages eine „Regiments-Thorarolle" im Werthe von 200 Rubel aus eigenen Mitteln schreiben zu lassen begannen. Der Regimentschef, Obers: Prilukow, hatte sämmtliche jüdische Soldaten des Regiments mittelst besonderen Befehls für den ganzen Tag beurlaubt. Bei der Abends in der Synagoge veranstalteten Einweihungsfeier, zu welcher die ganze jüdische Gemeinde geladen war, trug ein aus der Mitte der Soldaten gebildeter Chor die Nationalhymne in russischer Sprache vor. Personalien. Breslau. Herr Dr. jur. Leo Moses ist dieser Tage nach kurzer Krankheit in Folge Herzlähmung verschieden. Der seit 1886 am hiesigen Landgericht als Rechtsanwalt thätige, noch im rüstigsten Mannesalter sichende Verblichene hatte eine große Praxis und wurde erst kürzlich in das Repräsentanten-Collegium der hiesigen Synagogen-Gemeinde gewählt. Vilbel. Frau Friederike K a tz , die Gattin des hiesigen Lehrers Katz, wurde in der Blüthe ihres Lebens nach einem langen, schweren Leiden, am 20. Tebeth, durch den Tod allzufrüh ihrem Gatten und Kindern und auch ihren Freunden entrissen. Wer das Glück hatte, die Frau zu kennen, konnte finden, daß sie alle Eigenschaften, die eine Frau als b'n r.tpx stempeln, in großem Maßstabe besessen hat. Am Grabe schilderte Herr Lehrer E h r m a n n aus Friedberg in einer meisterhaften alle zu Thränen rührenden Rede, sowie auch ein Neffe, Herr I. E m a n u e l aus Frankfurt, das tugendhafte Leben der Heimgegangenen. . Vermischtes. Neuer«, 11. Jan. Heute wurde der seit 37 Jahren hier domizilirende Arzt, Herr M. N. Dr. B. Fe der er, mit der Ernennung zum Ehrenbürger der hiesigen Stadtgemeinde ausgezeichnet; gleichzeitig begeht er das Jubiläum