Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 7 (22.1.1900)
- Date
- 1900-01-22
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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■W*f ßW WMWWWWWW WM l‘J8 der Schn des Abeles. Durch Kawka'ä Hilfe >vurde der Bursche präparirt. Anfangs lehrte inan ihn, gegen den Vater ungehorj'am zu sein. Dem geistig beschränk^ ten Knaben wurden goldene Berge versprochen, ihm die Lächerlichkeit derjenigen Gebräuche, zu denen er herangezogen wurde, geradezu veranschaulicht. Endlich mußte dieser, auf Ordre, den Vater durch Widerspruch reizen, daß er ihn schlage. Schimele wurde darauf van Kawka in das Kloster gebracht, doch danlit war der Zweck noch nicht erreicht. Die damaligen Gesetze verboten, bei strengster Strafe, einen Juden, der zum Christenthum übertreten wollte, abzureden oder abzuhalten. Eine Entführung aus dem Kloster oder gewaltsames Zurückhalten wurde mit der strengsten Strafe an Leib und Vermögen geahndet. Darauf war der ganze Plan gebaut. Der Convertit Kawla hatte den Auftrag, nachdem der Junge ins Kloster gebracht war, ihn täglich einige Stunden in den Gassen Prags herumzuführen, damit die ihn suchenden Eltern vermuthen sollten, wo er sich befinde. Josel hatte wieder den Auftrag, Abeles über Schimeles Aufenthalt Aufklärung zu geben und deffen Aufträge sich geneigt zu zeigen, eventuell auch auszuführen, wodurch an Josel ein Kronzeuge gewonnen wurde. Als Josel Abeles versprochen, den Burschen zu bringen, eilte er gleich zum Jesuitenpater Duorsky. Dieser befahl dem Burschen, mit Josel zu den Eltern zurückzugehen und ihnen dort unumwunden zu sagen, baß er, Schimele, ein Christ werden wolle. Der Pater rombinirte, daß Abeles seinen Sohn in Gegenwart Josels schlagen, ihn, da er sich zu Hause zu bleiben weigern, in die Kammer sperren werde. In der Backt sollte dann eine Commission ihn aufsuchen und gleich die ganze Familie der Entführung und gewaltsamen Zurückhaltung des Knaben anzuklagen und zu verhaften. Daß der Knabe, wie Josel lügenhaft angab, von Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal. Montags nnd Donne<**tag:«, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel v erst ehr! durcii V. ’tf. Sleinackrr, Leipzig Rastplatz 16. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Petitze le oder deren Raum. Preis ver Zeile im Neelametheil 75 Pfennig. — Tirecte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang sür Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder!6 Kronen öftere., für s Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3863. Telephon 315. «ine Rücksendung der an die Redaetion eingesandten vrannseripte findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie zurückzubehalten. Stellensuchende erhalten aus Wunsch die Inseraten Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt. Ebenso stunden wir aus Wunsch die Zahlung des JnsrrttonSbetrags an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. AnyaU (tbanptvlattl. Leitender Artikel: Agitation gegen das Schachten. Zeitungsnachrichten nnd Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Köln. Altona. Rendsburg. Aus Westfalen. Oeste r Ungar. Monarchie: Wien Türkei' Bagdad. — Vermischtes. Feuilleton: Ex odio fidae. (Fortsetzung). Inhalt der Beilage. Leitender Artikel: Hilfsverein für die nothlcibende jüd. Bevölkerung Galiziens. — Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: De.ischland: Berit". Breslau. Oesterr. Ung. Monarchie: Budapest. Palästina: Jerusalem. — Vermischtes. Extra-Beilage r Spendenverzeichnii e. Verantwortliche Redaction: Oscar Lehmann in Mainz. - Expedition des „Jöraelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerei Actien Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilagen. seinem Vater ermordet >verde, daran hatte keiner der Planschmiede auch nur im Traume gedacht. Deßhalb tie Freude des Rathes und Paters, als ihnen diese Kunde wurde. Denn nun war die Vernichtung der ganzen Judenfamilie gewiß, und dies als gerechte Strafe. Das Gewissen Beider, wenn von einem solchen, Juden gegenüber, die Rede sein konnte, war beruhigt. Am nächsten Morgen schritt Bonekamp, scheinbar in schlechtester Laune, unruhig in seinem Zimmer auf und ab. Er erwartete Josel. Die Pendule schlug acht Uhr. „Verfluchter Jude, läßt die Canaille auf sich warten." Sein Diener trat ein. Der Rath fragte, ob Ehrwücden schon erwacht seien. Der Diener verneinte es und fragte, ob er ihn wecken solle. „Rein," befahl Bonekamp, „laß ihn schnarchen bis zuu! jüngsten Tage." Der Diener wollte sich entfernen. „Wenn der Jude Josel kömmt, so lasse ihn sofort herein zu mir, hörst Du?" Der Diener verneigte sich und ging. (Fortsetzung folgt.) Wochen - Kalender. filreitag, 26. Januar, 26. Schewat. Sabbat-Anfang in Mainz und Frankfurt a. M. 5 Uhr 10 Min. Samstag, 27. Januar, 27. Schewat, n"mo /’EEfc'D. Sabbat-Ausgang in Mainz und Frankfurt a. M. 6 Uhr — M n. — Berlin 5 Uhr 31 Min. — München 5 Uhr 48 Min. — Hannover 5 Uhr 45 Min. — Stuttgart 5 Uhr 57 Min. — Prag 5 Uhr 30 Min. — Straßburg 6 Uhr 05 Min. — Posen 5 Uhr 17 Min. Dienstag, 30. Januar, 3 '. Schewat, rr n 'n d*.\