Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 7 (22.1.1900)
- Date
- 1900-01-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449049-2449057--49924-2500377- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Dornum 1× ep/1044450
OCR text
t .. .. ,iu h-. i- MRVAWMWSWWUWWWWWWW 122 es thatsächlich für diese Erscheinung doch noch eine andere Erklärung gibt, als die vom Berichterstatter des Tbicrschutzvereins gegebene. Erklärung der Metzgermeister von Köln.*") Die Unterzeichneten kölnischen Metzger christlicher Konfession erklären hierdurch auf Grund langjähriger Beobachtung und Erfahrung, daß das Fleisch rituell geschächteter Thiere sich in Folge des reichlichen Blutausflusses im Sommer 1—2 Tage länger konserviren läßt, als das nach andern Schlachtmethoden getödteter Thiere. Köln, den 3. November 1884. Th. Schulte, Heinrich Indern, Jean Weber, Theodor Heroarten, Conrad Monheim, Hubert Schaaf, Philipp Kirsch, Joseph Schaffroth. Erklärung der Metzgermeister von Karlsruhe. Die Unterzeichneten christlichen Metzger Karlsruheerklären hiermit, daß sie den älteren Schlachtmethoden den Vorzug vor den neueren (Bouterolle und Schußmaske) geben. Obwohl der hiesiege Thierschutzverein Prämien auf die Verwendung der Schlachtmaske setzt, wird dieselbe nur ganz vereinzelt benutzt, weil sie sich als unpraktisch und mit vielen Qualen für die Thiere verbunden, gezeigt hat. Für das gute Aussehen und die bessere Haltbarkeit des Fleisches empfiehlt sich das Schächten, weil bei diesen' Schlachtverfahren die Thiere am vollständigsten ausbluten. Karlsruhe, den 2. Januar 1883. Philipp Stetter, Hugo Bösch, Louis Schneider, Jul. Morlock, Andreas Dratz, Gustav Dietrich, Wilh. Hoffmann. August Scherer, Hugo Melder, Wilh. Erxleben, Fried. Jos. Bott, Fried. Geher, August Dennig, Karl Dittus, Hermann Hecht, Michael Kern. Erklärung der Metzgermeister von Frankfurt a. M. Nachdem verschiedene Zeitungen über die Thätigkeir des im städtischen Schlachthause angestellten Schlägers Berichte enthalten, die der Wahrheit nicht entsprechen, unsere dagegen eingesandten Berichtigungen aber aus uns unbekannten Gründen nicht ausgenommen wurden, sehen wir uns genöthigt, Nachstehendes zu veröffentlichen, indem wir uns jeden Kommentars dazu vorläufig enthalten. Die meisten Thiere wurden, in Folge der Abneigung, sich des angestellten Schlägers zu bedienen, geschachtet. Um nun die Thätigkeit des Schlägers bei denjenigen Thieren, welche vor Oeffnen der Halsader durch das Beil betäubt wurden, zu illustriren, diene nachfolgende, den thatsächlichen Verhältnissen entsprechende Aufstellung. **) Diese und die folgenden Citate entnehmen wir der Schrift: Thier-Schutz und Menschen-Trutz von Rabbiner Dr. E h r m a n n (Frankfurt a. M. I. Kauffmann.) — Diese Schrift enthält sämmtliche von den Thierschützern gegen das Schachten geltend gemachte Momente und ihre gründliche l Wtderlegung.MEsl! wird nothwendig fein für die uns bevorstehende Schacht-Campagne mit Schriften dieser Art sich recht vertraut zu machen. Es erhielten bis zum Sturz und vollständiger Betäubung: Der Ochse des Metzgermeisters Pfeiffer 9 Schläge, dto. Feldmann 8, Rullmann 8, Hehdter 7, Quirin 7, Gruber 6, Gruber 7, Menstell 6, Halm 6 u. Pfeiffer 16. Frankfurt a. M., den 6. Dez. 1886. Der Vorstand der Fleischer-Innung. (Frankfurter Jntellig nzbl. Nr. 286,6. Dez. 1885, 24. Beilage.) Die von dem Berichterstatter vorgeschlagenen und von dem Verein angenommenen Vorschriften beweisen so recht, wie unzulänglich die ganze Schlachtangelegenheit behandelt wird, wenn man sie lediglich vom Gesichtspunkte des Thierschutzes aus ins Auge faßt. Wir lassen hier diese Thesen folgen und gestatten uns. dieselben mit einigen Anmerkungen zu begleiten: 1) „Mit alleiniger Ausnahme der zum „Schächten" bestimmten Thiere sind sämmtliche Schlachtthiere, einschließlich des Geflügels und der Fische, bevor ihnen das Blut entzogen wird, mittelst genügend kräftigen, von geübter Hand und unter Verwendung geeigneter Werkzeuge (Schlachthacke, Hackenbouterolle, Keule, Hammer, Schlägel und dergleichen) geführten Stirnschlages rasch und sicher, mit Vermeidung jeder Mißhandlung, vollständig zu betäuben." So dekretirt der Thierschutzverein. Die Fachwissenschaft dagegen spricht durch ihre beioährtesten Vertreter anders. Wir lassen hier die Aeußerung nur eines derselben folgen, das Gutachten des Professors der Anatomie an der K. Thierarzneischule zu Careghem bei Brüssel A. Thier nesse, welches sagt: „Es gibt nach meiner Ansicht keine grausamere, folglich keine unmenschlichere Tödtungsart, als der Kopfschlag, und ich bin fest überzeugt, daß alle Männer der Wissenschaft, welche Sie hierüber befragen, derselben Ansicht sein werden." *) Aber von der Fachwissenschaft ganz abgesehen, sträubt sich der gesunde Menschenverstand gegen die Betäubung der Thiere durch Kopfschlag, wie sie von den Thierschutzvereinen empfohlen wird. Bei allen Sympathien für die Ochsen, wird man ihnen doch keine humanere Tödtungsart zuerkennen wollen, als den Menschen, selbst wenn sie Verbrecher sind. Nun werden die zum Tode Verurteilten durch Halsschnitt getödtet. Man hat aber noch nie gehört, daß man ihnen vorher einen Schlag auf den Kopf versetzt hätte, um sie zu betäuben, was man doch billiger Weise müßte, wenn man auf diese Art in der That den Todesschmerz milderte! 2) „Ausgenommen bleiben ferner nur die wegen Unglücksfälle oder plötzlicher Erkrankung nothwendig werdenden Schlachtungen, wenn sich die Betäubung nach der. thatsächlichen Verhältnissen nicht aussühren läßt." 3) „Schlachtungen dürfen nur von kundigen, treffsicheren, erwachsenen Personen oder doch nur unter deren Aufsicht und Mitwirkung, niemals von Lehrlingen allein, vorgenommen werden. *) Thierschutz und^Menschentrutz S. 121.