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Der Israelit · 1900-01-22 · Heft 7 (22.1.1900) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 7 (22.1.1900)
Date
1900-01-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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WWWWW mmm _41. Jahrgang,_ Jfäl. Der Israelit. Ein GenLrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenlhum. Begründet von Dr. If^mni n in Main/ M oirtag , den 2 2 Wr Mark abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat Februar u. März auf den „iHraelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, weiche rechtzei ig am PostBeitungsschalter deS Wohnsitzes deS Bestellers oder bei dem betreffenden LandbrieftrSger aufgegebcn werden. Anstand entsprechend hoher. Dre Erpküilian des »Israelit**. Leitender Artikel. Agitation gegen Das KlyWen. Wien, 21. Januar. Die Bewegung gegen das Schächten macht sich in innner intensiverer Weise geltend. Natürlich vollzieht ste sich nur zum Schutze der Ochsen, nicht zum Trutze gegen die Juden. Den ersten Borstoß gegen diese fundamentale jüdische Gemeinde-Institution machten daher hier wie anderwärts die Thierschutz-Vereine. Mit wie lvenig Sach- und Fachkenntniß dies geschieht, ergibt sich aus einem Bericht, den der Magistrats-Bicedirector Moriz Preyer kürzlich im hiesigen Thierschutzverein gehalten hat. Er bezeichnet Bestrebungen, die sich auf ein allgemeines Schächtverbot richten, als erfolglos und reber daher nur einer Beschränkung des Schächtens das Wort. Wir halten diese Art des Angriffes auf das jüdische Schlachtverfahren für viel gefährlicher, weil sie die ihr zu Grunde liegende judenfeindliche Gesinnung besser drapirt. Entweder ist das Schächten eine Thierqnälerei oder nicht. In dem ersten Falle ist es in keiner Beschränkung statthaft und im anderen Falle hat die Januar 566V (1900). Einschränkung, wenn man von den antisemitischen Allüren absieht, keinen Sinn und daher keinen Schein von Berechtigung. Nach dem uns vorliegenden Preyer'schen Bericht beträgt die Zahl der Inden in Wien 8,7 Prozent der Bevölkerung, während von den Rindern 29,4 Prozent geschachtet werden. Die Richtigkeit dieser Zahlen vorausgesetzt, beweisen sie jedem Unbefangenen recht handgreiflich die Borzüglichkeit der jüdischen Schlachtwethvde, welche von den Wiener Metzgern praktisch auch bei der Tödtung derjenigen Rinder angewendet wird, die nicht für Juden geschlachtet werden. Das ist nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Großstädten so. Ja sogar werden die für die Militär-Conserven-Fabntcn bestimmten Schlachtthiere im deutschen Reiche särimtlich — geschachtet, obwohl der Prozentsatz der Juden im deutschen Heere noch wesentlich geringer ist. als in Wien. Herr Preyer findet jedoch die Erklärung für seine Angabe darin, das; die Juden meist nur das Vordere genießen, während das Uebrige den Christen g e b o - t e n würde. *) Wenn die Juden 8 Prozent der Bevölkerung repräsentiren, so sollten demnach auch nur 8 Prozeni der geschachteten Thiere auf sie fallen. Da sie nur die Hälfte der geschachteten Thiere genießen, so müssen sie 16 Prozent aller Thiere schlachten, obwohl eingeräuüii wird, daß nicht ausnahmslos alle Juden kein Hinlerfleisch genießen. Wie erklären sich aber die 13 Prozent, die zwischen 16 und 29 liegen? Wir wollen hier einige Aeußerungen verschiedener Metzger aus deutschen Großstädten folgen lassen, welche zeigen, daß *) Die hämische Jnsinuaiion, die in dieser Fassung liegt, bedarf keiner Zurücku eisung. da jedermann weiß, daß die Hin erkbeile der Thiere quanti ativ und qualitativ die Vordertheile übertresse i. Sie sind auch den I, den an und für sich nicht verboten. 'Rur die das ganze Hin eriheil durchziehende Spanna er ist eS, die den Juden auf Grund biblischen Verbols (1. B. M, 6. 32. V. 3N) untersagt ist. Wegen der Schwi rigkcit dieselbe vollständig zu entfernen, ist eS an vielen Orten üblich, auf den Genuß dieser Theile zu verzichten.

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