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Der Israelit · 1900-01-18 · Heft 6 (18.1.1900) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 6 (18.1.1900)
Date
1900-01-18
Page
– (sequence 27)
Language
German
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WWMWWW 11 Die Juden im Eisass vor und während der Schreckensherrschaft. (Fortsetzung.) Jedenfalls ist soviel sicher, dass Oerfbeer am 31. Januar 1785 mit seinen Naturalisationsbriefen auch den Kaufakt für das Schloss Ribeaupierre dem Magistrat in Strass bürg vorlegte und um gerichtliche Bestätigung des Kaufkontrakts naehsiichte. Die Aufregung des Magistrats, als er von diesen Aktenstücken und dem Bittgesuch Kenntnis bekam, lässt sich kaum beschreiben. Sofort wurden vier Advokaten in Kol mar beauftragt, über die vorliegende Frage ein juristisches (Gutachten auszuarbeiten und dem Magistrat vorzulegen. Dieses geschah in einem Schriftstück,1) das am 31. März 1786 unterzeichnet wurde. Die Advokaten stellen dort die Behauptung auf, dass die Naturalisationsbriefe, die Oerfbeer vom König erhielt, ihm noch nicht das Recht verleihen, in Strassburg Immobilien zu erwerben, in Anbetracht dessen, dass ein Specialprivileg, wie die Stadt S tr a s s b u rg ein solches hinsichtlich der Juden besitze, niemals durch ein Generalprivileg, also hier durch Naturalisationsbriefe, aufgehoben werden könne. Sie machen ferner geltend, dass Mose Blien2) sich schon lange von Strassburg zurückgezogen habe und dass Oerfbeer für die dem König geleisteten I >ienst.e durch die Privilegien, welche ihm das Patent einräumt und die er in denjenigen heilen der Provinz gemessen könne, wo Juden zugelassen sind, z. B. in Bisch heim, oder in dem neuen Wohnsitz, den Oerfbeer in Mutzig erworben habe, genügend belohnt sei. Endlich wird noch bemerkt, dass die Familie Oerfbeer’s und seine Angestellten in Strassburg drei Häuser mit 60 Personen bewohnen; da nun die Juden im Alter von 14 bis 15 Jahren sich zu verheiraten pflegen, so werde in 40 bis 50 Jahren diese Pflanzschule neuer Einwohner wenigstens drei Generationen gescharten haben, die sich vom Blute des Volkes ernähren. Der weitere Verlauf dieser Angelegenheit ist nicht bekannt. Wie es scheint, war dieselbe a. 1790 noch nicht geregelt; die Revolution übernahm es, sie vollständig zu lösen. V. Wie schon früher erwähnt wurde, erfuhren *) Der Titel desselben lautet: Consultations pour M. M. les Preteurs, Oonsul et Magistrat de la ville de Strassbourg concernant les lettres-patentes du mois de mars 1775 dont, ]e St Cerf JP’er, jnif, demande l’enregistrement et l’execution dans ladite ville (Strassbourg 1786). 2) Vgl. oben 8. 2 n. 7. die Verhältnisse der Juden im Eisass durch die am 10. Juli 1784 erschienenen Lettres Patentes eine Neuregelung. Zunächst fand eine Zählung sämtlicher Juden des Landes statt, deren Resultat in einer Denkschritt3) niedergelegt wurde. Auf S. 319 sind für Strass bürg folgende Namen aufgeführt: Schwiegersohn Frau Nichten Rabbiner: Sekretär: Kommis : Kopist : Büreaudiener: Hausdiener: Portier: Kutscher: Gouvernante: Kinderfrau: Köchin : Magd: 2. Herr Marx Frau: Söhne: Töchter: Nichte: Lehrer: Diener: Zimmerfrau: Kinderfrau : Köchin: Magd: Beer Beer 3. Herr : Cerf Beer Frau: Hanna Sohn: Theodor Töchter: Eva Zaradle Hanna Herr Löw Levy Fachon Sara Reitz Seligmann ' J osepli Heymann Wolf Moses \ T Joseph 1 Levy Simon Harburger Isaac Moses Samuel Joseph Gugenheim Löwel Weyl Mendla Sara Brisaek Reyer Reysla Männel (23 Personen) Beer (Sohn des Vorigen) Esther Bouf Samson Beer j Adelaide > Beer Fleurette \ Gelche, Pensionärin Moyses Zacharias Jugla Gutratz Sara Jeral (13 Personen) Samuel Seligmann Alexander Frau: Rebecka ) Söhne Töchter Schwiegersohn: Frau: Marx Beer Judela Gelche Ettele \ Barach Beer Melle Alexander Alexander 3) Denombrement G6n6ral des Juifs, (pii sont toteres en la Province d’Alsace, en exeeution des lettres-patentes de sa Majeste, en forme de rfeglement, du 10 Juillet 1784.

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