Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1900-01-11 · Heft 4 (11.1.1900) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 4 (11.1.1900)
Date
1900-01-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2449049-2449054--49848-2500298
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions (1 not found in this text)

4t. Jahrgang. Erste Beilage p> M 4 -es „Israelit". Zeitungsnachrichten unv Correfpondenzen. Deutschland. Berlin, 7. Jan. (S i tz u n g d e r R e p r ä s e ntonten - Versa m m l n n g.) Der Vorsitzende Herr Louis Sachs eröffnete die Sitzung mit einer herzlichen Ansprache zum Beginn des neuen Jahrhunderts. Er sprach den Wunsch aus, daß es der Versammlung vergönnt sein möge, in Frieden und Eintracht zum Wohle der Gemeinde zu arbeiten. Dann hielt er einen Nachruf für den kürzlich verstorbenen Herrn Adolf Reiß, welcher in den Jahren 1879 bis 1886 der Repräsentanten - Versammlung angehörte. Sodann wird die Neuwahl des Vorsitzenden und Schriftführers vrrgenommen. Das Resultat bleibt das sriibcre, nur daß Herr Willibald L ö >v e n t h a l erster Schriftführer und Herr Prof. B l a s ch k e zweiter Schriftführer wird. Die ständigen Ausschüsse werden ergänzt. Der Rechnungsausschuß der Fürsorge-Kommission, der Bericht der Hauptkasse, der Centralkasse und der Steuer-Einziehungsstelle wird entgegengenommen. Ferner interpellirte Herr Prof. L e w i n den Vorstand über die Thätigkeit der Rabbiner-Wahlkommission. Er klagt, daß den Beschlüssen der Versammlung keine Folge geleistet werde. Von Seiten des Vorstandes antwortet Herr Julius I a e o b y, daß es unmöglich sei, den Rabbinern, welche Kontrakte hätten, Vorschriften zu machen, es liege nicht am Wollen, sondern an der Unmöglichkeit der Ausführung. Es folgt eine Vorlage betreffend Erlaß der Beiträge der Koscher- Fleischhändler zum Pensions- und Unterstützungsfonds sonne Erhöhung der Subvention an das jüdische Krankenhaus in Memel. Ferner wird die Einrichtung eines Vaubureaus und Anstellung eines Bureaubeamten beschlossen. E. R. Frankfurt a. M. (AlteHandschriftenin der F r a nlk f u r t e r S t a d t b i b l i o t h e k.) Die Frankfurter S t a d t b i b l i o t h e k hat für ihre hebräische Abtheilung wiederum eine höchst werthvolle Bereicherung erfahren. Es ist derselben von einigen Gönnern der jüdischen Wissenschaft eine ganz beträchttiche Zahl von Handschrifken-Fragmenten zugewandt lvorden, die aus einer Synagoge bei Kairo und einem benachbarten Platze, der Karaeergemeinde gehörend, stammen. Gleiche Fragmente besitzt bisher nur die Universitätsbibliothek zu Cambridge und das Britische Museum in London. Die datirten Schriftstücke, welche theils Eheverträge, theils Kaufverträge sind, gehen in das 10. Jahrhundert zurück. Der größte Theil der Handschriften aus dem 11. und 12. Jahrhundert bildet eine wichtige Quelle für die Kulturgeschichte der Juden in Egypten. Briefe in arabischer und hebräischer Sprache sind in beträchtlicher Zahl vorhanden. Der Hauptwerth jedoch ist die Fülle von bisher unbekannten Liedern und Gebeten, die eine Ergänzung zu den vielen liturgischen Druckwerken bilden, welche die Stadtbibliothek durch den Besitz der Berliner'schen Bibliothek hat. Eine eingehende Würdigung dieser wichtigen Schenkung bleibt der Folgezeit Vorbehalten. Kattolvitz, 9. Jan. Die Zionisten des russischpolnischen Gebietes bemühen sich, nach der „Kattow. Ztg.", um die Concession zur Bildung einer Actien-Gesellschaft zwecks Errichtung einer großen Baumwollspinnerei in Lodz, welche ausschließlich arme jüdische Arbeiter beschäftigen soll. Das Unternehmen soll überhaupt einen mehr philantropischen als commerziellen Character tragen. Köln, 9. Jan. Wie mitgetbeilt wird, hat unser am 3. v. M. verstorbener, in den weitesten Kreisen bekannter Mitbürger, Herr Rentner I. S. Wolf f, nachstehende Wohlthätigkeitsanstalten mit Legaten bedacht: dem Israel. Asyl für Kranke und Altersschwache <!( 1000, dem Israel. Wohlthätigkeitsverein J/ 500, der Israel. Gemeinde <H. 3000, deren Zinsen alljährlich am Sterbetage an hiesige israelitische Arme vertheilt werden sollen, der Israel. Waisenstiftung <H 1000, der Mecker-Stiftung (Rheinische Blinden- Werkstätte) Jl 1000, dem Gefängnißverein dl 300, ferner dem Waisenhause in Dinslaken für eine Kaddisch-Stiftung df 300 und dem hiesigen Unterstiihungsverein zur Bertheilung am Begräbnißtage <ff 300. Das Andenken des hochherzigen TestatorS wird ein gesegnetes bleiben. (Jsr. Gmdzt.) Tarmftadt, 9. Jan. (Bericht über die Bezirts-Conferenz des „Unabhängigen hessischen Lehrerverein s.") Am Sonntag, den 17. Dezember, fand hierselvst in der Aula der Religionsschule (Bleichstraße) die Provinzial-Conferenz des „Unabhängigen hessischen Lehrervereins" (Bezirk Starkenburg) statt, zu welcher sich 24 Collegen eingefunden hatten. Nachdem K. Oppenheimer - Bens- Heim zum Protokollführer ernannt war, begrüßte der Vorsitzende. Herr Dir. Dr. B a r n a ß - Pfungstadt, die Versammlung und schreitet zur Tagesordnung. Zu Punkt 1 der Tagesordnung bemerkte derselbe, daß eine Petiton an die Regierung betreffs Anstellung der jüdischen Lehrer in Ausarbeitung sei. Hierbei ist ein Zusammenwirken beider hessischen Lehrervereine zu verzeichnen. Da die Regierung der Sache sympathisch gcgeniibersteht, so ist die Aussicht vorhanden, daß schon im Lause des Sommers die Angelegenheit zur Zufriedenheit der Lehrer, sowie auch der Gemeinden Erledigung finden wird. Hierauf ertheilt der Vorsitzende Herrn College Tannenwald- Griesheim das Wort zum Referat:

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.