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Der Israelit · 1900-01-08 · Heft 3 (8.1.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 3 (8.1.1900)
Date
1900-01-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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50 schwere und herbe Prüfungen nicht erspart geblieben; und ein Krankenlager hat er überstanden, wie es wohl das göttliche Schicksal den Gerechten nur auferlegt, die sich mit ihrem Erdensein und Erdenleid das ganze, reine und vollkommene olom habo erringen dürfen. — Und das Alles ist uns nun mit einem Schlage entrissen worden! Am Sabbat, am nnizv o"> am Tag der Ruhe, 21V'2 NNIUZ Uli da schaute der gequälte Mann die Ruhe, die so gut ist, ncv: '2 pinn nxi und jenes Land der Zukunft winkte ihm, das so lieblich ist; bi2odiL2^ v'i da neigte er die schwache Schulter zur letzten schweren Erdenlast, I2'v vvh'NI und zollte den Tribut d-rr sterblichen, vergänglichen Hülle, die seine reine Seele umschlossen hielt. Lebe wohl. Du Berather und Freund! Möge Dein 7>i27, das Verdienst, das Du hienieden Dir erworben, uns allen beistehen! Möge es als ein Schimmer des Trostes auf Deine Wittwe sich niedersenken, die sich in den Tagen Deiner Krankhenit erst recht als die wahrhaftige esches chajil erwiesen hat; mag es denLebensweg Deiner Kinder und insbesondere Deines jüngsten, braven Sohnes als ein Schutzgeist umschweben und ihm zu allem Gutrn, zum Glück und Segen hingeleiten! Möge Trauer und Ungemach Ihrer ganzen Familie, meine verehrten Leidtragenden, von nun an fern bleiben, Ihnen und Israel und der gesammten Menschheit Auf Deine Hilfe harre ich, o Ewiger." Amen. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzeir Deutschland. Hamburg, 7. Jan. Vom Vorstande des Verbandes jüdischer Lehrervereine im deutschen Reiche erhalten wir folgende Mittheilung: Infolge seiner Berufung zur Leitung des Philantropins in Frankfurt a. M. hat sich unser erster Vorsitzender. Herr Dr. Adler, genöthigt gesehen, an den Verbandsvorstand das Ersuchen zu richten, ihn bis auf weiteres von der Führung der Verbandsgeschäfte zu dispensieren. Der Verbandsvorstand hat daraufhin in seiner letzten Sitzung die Leitung des Verbandes für die nächste Zeit dem zweiten Vorsitzenden, Herrn Lehrer S. Blumenfeld in Adelebsen (Pr. Hannov.) übertragen und ersucht die Einzelvereine und die Kollegen, alle Zuschriften in Verbandsangelegenheiten entweder dem nunmehrigen geschäftsführenden Vorsitzenden Blumenfeld oder einem der beiden Schriftführer S t e i n h a r d t—Magdeburg oder Feine r—Hamburg zugehen zu lassen. Hauuover. Wiederum bin ich in der angenehmen Lage, den. Lesern Ihres geschätzten Blattes von zwei segett-teichen Einrichtungen innerhalb unserer Gemeinde Mitteilung zu machen. Bor einigen Wochen hat der hiesige Frauenverein ein Mädchenheim ins Leben gerufen. In dieser Anstalt, die von einer erfahrenen Hausfrau geleitet wird, sott jungen Mädchen ein Unterkommen und die fehlende Häuslichkeit gewährt werden. In allen Zweigen weiblicher Thätigkeit werden die der Schule entwachsenen jungen Mädchen hier ausgebildet und ihre Erziehung dadurch zu einem erfreulichen Abschluß gebracht. Möge das junge Unternehmen vom Segen Gottes begleitet sein! Die zweite Einrichtung betrifft die „Meyer-Michel- Davidsche Freischule." Diese Schule ist vor einem Jahrhundert von dem Hof- und Kammeragenten Meyer Michel David für jene Zeit freigebig fundirt worden, ilm die Schule den Ansprüchen der Gegenwart entsprechend zu heben und zu fördern, hat sich jüngst aus einflußreichen ehemaligen Schülern dieser Anstalt ein Verein gebildet. Möge auch diesem der göttliche Segen und die Hülfe edler pietätvoller Menschen nicht fehlen, damit die Schule vor wie nach blühe und gedeihe zum Wohle der Jugend und zum Heile des Judenthums. Jnowrazlaw. Im Jahre 1898 beschloß der Kreistag des hiesigen Kreises , das Andenken des im Jahre 1879 verstorbenen .Kaufmanns Michael L e v y durch eine Gedächtnißtafel zu ehren. Dieselbe ist dieser Tage an dem Hause des Sohnes des Verstorbenen, des Kommerzienrathes Julius L e v y , angebracht worden. Die schön ausgeführte Bronzetafel trägt folgende Inschrift: „Dem Andenken des Kaufmanns Michael Levy, geb. 12. August 1807, gest. 30. Jan. 1879. In Anerkennung seiner selbstlosen Thätigkeit und seiner Verdienste um die Entwickelung der Industrie, gewidmet vom Kreise Jnowrazlaw." Obgleich Kaufmann, war der Verstorbene doch durch und durch Gelehrtennatur. Seinem unermüdlichen Forschungseifer und seiner Anregung ist es zu danken, daß das hiesige Steinsalzlager entdeckt und erschlossen wurde. Er hat ferner an der wirthschaftlichen Erschließung des äußerst fruchtbaren kujawischen Landes insofern hervorragenden Antheil, als er in den siebziger Jahren mit der größten Energie für die Bahnstrecke Thorn—Jnowrazlaw—Posen eintrat und die Zustimmung des Ministers zu diesem Project auch wirklich erreichte. Auch als Schriftsteller auf volkswirthschaftlichem und politischem Gebiete bethätigte er sich durch kleinere Aufsätze und Abhandlungen. Mit seinem Zeitgenossen, dem moralphilosophischen und humoristischen Schriftsteller Bogumil Goltz (1801 bis 1879), der hier in dem benachbarten Thorn lebte, war er eng befreundet. Die Stadt hat bereits vor Jahren das Andenken dieses hochbegabten Mannes dadurch geehrt, daß sie eine Straße nach seinem Namen benannte. Mülhausen i. C., 3. Jan. Auf dem israelitischen Friedhofe fand dieser Tage die Gedenkfeier für den vor Jahresfrist dahingefchiedenen, noch in bestem Andenken stehenden Oberrabbiner M o o k statt, wobei in üblicher Weise der Grabstein auf seinem Grabe gesetzt wurde. Zu dieser Zeremonie, die sich zu einem tiefergreifenden Akte gestaltete, hatten sich zahlreiche Theilnehmer eingefunden, worunter die Spitzen der israelitischen Gemeinde, der Präsident des Verwaltungskomitees, Herr

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