Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 41 (1900)
- Issue
- Heft 2 (4.1.1900)
- Date
- 1900-01-04
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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WWWWW WWWWMff 't-1 -H-„ -»HU-RII.I Ifj»! 4U Jahrgang. Erste Sellage M M 2 ftes «Israelit". Lett««der «rtitd. CMllll-AlSsItz»ß dkS KedliiilMtldMdtt in DtlMM. 8. 58 e r ti n , 27. Dezember. Die diesjährige Sitzung des Central-Ausschusses fand beute im Repräsentantensaal der jüdischen Gemeinde statt. Den Vorsitz führte Herr Dr. M a y - bäum. Anwesend waren die Herren Rabbiner Dr. Horovitz - Frankfurt a. M., Dr. Vogel st ein- Stettin, Dr. P r a g e r -Cassel, Dr. R a h m e r -Magdeburg, Dr. K o p f st e i n - Veuthen, Dr. We r n e r - München, Dr. G u t t m a n n - Breslau, Dr. Auerbach- Elberfeld und Dr. Cohn- Kattowitz. Nach dem vom Vorsitzenden erstatteten Geschäftsbericht, auf Grund dessen beschlossen wurde, eine Erklärung gegen die Blutbeschuldigung bereit zu stellen, aber vorläufig nicht zu veröffentlichen, sprach Landrabbiner Dr. Prager zum ersten Punkte der Tagesordnung, betreffend die Petition behufs Einführung des obligatorischen Religionsunterrichts. Wir bringen in Erinnerung, daß es sich hier um den Bericht der Commission bandelt, welche in der letzten Generalversammlung gewählt wurde, um das Material zu verarbeiten und das Ergebniß ihrer Berathungen dem Vorstande zur weiteren Veranlassung bei den Staatsbehörden zu übergeben. Der Referent verbreitete sich sehr eingehend über die in dieser Angelegenheit unternommenen Schritte, empfahl jedoch auf Grund dieser, von der sofortigen Ausführung des obigen Beschlusses, der Absendung der Petition, Abstand zu nehmen. In der Diskussion waren die Redner darin einig, der Aufforderung des Referenten Folge zu geben, um so mehr, als er in Aussicht stellte, in einiger Zeit Weiteres über den Fortgang der Sache an den geschäftsführenden Vorstand gelangen zu lassen. Jedoch kam man dahin überein, die Commission zu ersuchen, weiteres statistisches Material zu Gunsten der Frage zu sammeln und auf die Kleinarbeit das größte Gewicht zu legen. Die bei diesem Thema angeschnittene Frage der Aufnahme einer Note in das Abgangszeugniß wurde gleichfalls in suspenso gelassen und derselben Commission zur weiteren Erwägung überwiesen. Es folgte dann der Bericht des Herrn Dr. G u t tm a n n über die Arbeit der Commission für die Gründung einer Pensionskasse. Auf Grund der mit dem Deutschen Privatbeamtenverein gepflogenen Unterhandlungen sei im Schoße der Commission beschlossen worden, von der Gründung einer Spezialversicherungskasse abzusehen, da es die Kräfte des Verbandes bei weitem übersteigen würde. Zur Unterstützung derjenigen Mitglieder, die aus eigenen Mitteln eine Versicherung einzugehen nicht im Stande seien, sei jedoch eine Kasse unbedingt erforderlich, und die Gründung dieser Kasse erste Vorbedingung, um den Plan weiter zu verfolgen. Die Gemeinden würden, wie dies von einer Seite befürchtet, sich dadurch nicht entlastet fühlen und sich dieser Verpflichtung, soweit sie dazu im Stande seien, sicher nicht entzeihen. Es dürfte keineswegs den Einzelnen überlassen bleiben, irgend einer Versicherung beizutreten; der Verband müsse eine Garantie haben, da er aus eigenen Mitteln die Kasse nicht gründen könne. Es müsse also zunächst eine Commission zur Abfassung eines Aufrufes an die Gemeinden und Private behufs Herbeischaffung eines ansehnlichen Fonds ernannt werden, für welchen die Rabbiner in den Großgemeinden zu Gunsten ihrer minderbegüterten Kollegen wirken müßten. Dr. Werner- München bittet, diesen Beschluß einzuschränken, da Bayern eine eigene Kasse hätte, zu der der Staat die Hälfte der Beiträge zahle und alle Gemeinden erhebliche Summen beisteuern. Die Beitragsquote hänge in Bayern von dem Alter und dem Gehalt des Versicherten ab. H o r o - v i tz - Frankfurt bittet alsdann, in dem Aufruf auf die ausgezeichnet wirkende Sonderkasse in Bayern Bezug zu nehmen. Die Mitglieder des Verbandes müßten alle derselben Versicherung beitreten, da hierdurch weit bessere Bedingungen gewährt werden müßten. Auerbach- Elberfeld weist auf die Gemeindeverbände hin, durch deren Beiträge eine gute Unterlage für die Subventionskasse gewonnen werden könnte. Nachdem noch R a h m e r - Magdeburg sich prinzipiell dagegen ausgesprochen, daß es auch nicht den Gemeinden überlassen bleiben solle, irgend einer Versicherungsgesellschaft beizutreten, und darauf aufmerksam gemacht, daß der Privatbeamtenverein die Rabbiner bis zum 60. Jahre aufnehmen wolle, zieht der Referent den Schluß aus der Debatte und betont, daß das Interesse am Verbände wesentlich durch die energische Förderung dieser Frage erhöht werden würde. Der von der Commission vorgeschlagene Beschluß wird durch die Versammlung einstimmig gut geheißen. Der Centralausschuß tritt alsdann in die Berathung des Antrages des Herrn Dr. K o p f st e i n - Beuthen betreffs der Lehrmittel für den Religionsunterricht ein. Der Referent hat im Juni dieses Jahres an die Verbandsmitglieder eine Rundfrage erlassen, welche Lehrmittel für die verschiedenen Zweige des Religionsunterrichts mit Genehmigung des Provinzialschulkottegiums im Gebrauch seien, wie dieselben sich bewähren, welche Vorzüge und welche Mängel sie hätten und ob der Angefragte bereit wäre, an der Herstellung geeigneter Lehrmittel mitzuarbeiten. Das. Material sei, so theilt der Referent mit, eigentlich recht