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Der Israelit · 1900-01-02 · Heft 1 (2.1.1900) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 1 (2.1.1900)
Date
1900-01-02
Page
– (sequence 10)
Language
German
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10 Schacher. Geschäfte, die nur mit Schreibereien verknüpft sind, seien die mit Vorliebe gepflegten Berufsarten unserer Glaubensgenossen. Wenn nun diese Vorwürfe auch tausendfach widerlegt sind, so ist es immerhin Pflicht, jeden neuen Beweis für die Nichtigkeit dieser Anklagen sorgsam zu registriren, denn auch unsere Feinde werden nicht müde, trotz aller Gegenbeweise, stets von Neuem alte Beschuldigungen zu wiederholen. Doppelt angenehm wird diese Pflicht, wenn man von den productiven Leistungen einer Werkstätte berichten kann, auf deren Inhaber, streng gesetzestreue Juden, das deutsche Kunstgewerbe stolz zu sein alle Ursache hat. Ein grosser Theil der Leser des „Israelit" hat gewiss schon errathen, dass wir die Firma Lazarus Pose n W w e. dahier im Auge haben. Die Ciseleure dieser Werkstatt haben neuerdings wieder bewiesen, daß sie noch immer auf der Höhe ihres Könnens stehen und sie haben dafür wohlverdientes Lob in der deutschen Fachpresse sowohl wie in den politischen Zeitungen geerntet. Der prächtige Ehrenpreis der Stadt Frankfurt, den diese zu den diesjährigen Frankfurter Pferderennen gestiftet hat, ging nämlich aus der erwähnten Anstalt hervor und lassen wir nachstehend eine Beschreibung desselben aus der „Kleinen Presse" folgen: „Der Ehrenpreis war für den Sieg im Octoberpreis für Zweijährige ausgesetzt und ist bekanntlich dem königl. Hauptgestüt Grabitz zugefallen. Es zeigt einen altrömischen Wagenkämpfer auf der mit zwei Rossen bespannten Biga, wie er, im Begriff, um das Ziel, die Meta, herumzulenken, das linke Pferd mit kräftigem Griff zurückreißt, das sich auf den Hinterfüßen aufbäumt, während das rechte feurig weiterstürmt. Die herkulische Gestalt des fast unbekleideten Lenkers, sowie die muskulösen Leiber der edlen Thiere sind mit treuester Naturbeobachtung modellirt, besonders verrathen die Muskulatur und die edlen Köpfe der Thiere ein gewissenhaftes Studium, das ihrem Schöpfer, dem Bildhauer Wilh. Schwind und den Ciseleuren der Posen'schen Werkstatt, die der Oberfläche des Silbergusses pulsirendes Leben eingehaucht haben, hohe Ehre macht. Die Gruppe ist in geschmackvoller Weise auf einen schlicht profilirten Sockel von rotheni afrikanischem Marmor gestellt, der durch Beschläge und Widmungsschilder von vergoldeteni Silber angenehm belebt ist." Bekanntlich genießt die Posen'sche Werkstatt auch in Bezug auf künstlerisch ausgestattete jüdis ch e Cultusgegenstände einen Weltruf. S ch w c i z. Bern. Kurz vor Jahresschluss ist das diesjährige „Politische Jahrbuch der Schweizerischen Eidgenossenschaf t", von Prof. Dr. Carl H i l t y , erschienen, welches über Angelegenheiten der Juden in der Schweiz interessante Bemerkungen enthält, aus welchen wir Folgendes entnehmen: „Betreffend die Juden werden wir uns bei dem sogenannten „Zionismus" nicht weiter aufhalten, den einige „Reformjuden" in Scene gesetzt hatten, und der bereits nach zwei Jahren kläglich im Sande zu verlaufen droht. Nicht bloß aus Mangel an Geld und Machtmitteln, sondern vor allem, weil derselbe ganz gegen den Geist der Geschichte dieses Volkes geht. Jetzt ist es genau so geworden, wie es in ihren eigenen Geschichtsquellen zu lesen ist: I. Kön. IX, 6, 7 „Wenn ihr, ihr u. eure Söhne, von mir zurückweichet, und nicht wahret meiner Gebote, meiner Satzungen, die ich euch vorgelegt, und ihr geht und dienet fremden Göttern, und bücket euch vor ihnen, so werde ich Israel vertilgen hinweg von dem Boden, den ich ihnen gegeben, und das Haus, das mit meinen! Namen geheiligt, werde ich hinwegschaffen von meinem Angesicht, und Israel wird sein zum Gleichniß und zur Stachelrede unter allen Völkern", oder 3. B. 26., 14—39, und wenn sie es besser haben wollen, so müssen sie zuerst — statt aller anderen srucht- und segenlosen Versuche, ihrem Propheten Jeremias I, 4, 7, 20 folgen: „In jenen Tagen und in selbiger Zeit, ist der Spruch des Ewigen, werden kommen die Kinder Israels, sie und die Kinder Jehuda zumal, im Gehen weinend werden sie kommen, und den Ewigen, ihren Gott, werden sie suchen. Wer sie traf, fraß sie, und ihre Feinde sprachen: Wir werden nicht büßen dafür, dass sie gesündigt gegen den Ewigen, in der Wohnung der Gerechtigkeit, und gegen die Hoffnung ihrer Väter, den Ewigen. In jenen Tagen und in selbiger Zeit, ist der Spruch des Ewigen, wird gesucht werden die Missethat Israels, und sie ist nicht da, und die Sünde Jehuda's, und sie wird nicht gefunden; denn ich werde vergeben dem, den ich übrig lasse. Dann wird auch kommen 3. M. 26, 40—40 anders kommt ih^e Erlösung aus dem Goluth nicht. „Und sie werden bekennen ihre Schuld und die Schuld ihrer Väter, durch den Verrath, den sie an mir begangen, und auch, dass sie mir widerwärtig gehandelt, auch ich ihnen zuwiderwandelte und sie brachte in das Land ihrer Feinde. Wenn alsdann ihr beschnittenes Herz sich demüthiget und sie alsdann ihrer Schuld genugthun: So werde ich gedenken meines Bundes mit Jakob, und auch meines Bundes mit Jizchak, und auch meines Bundes mit Abraham werde ich gedenken, und des Landes werde ich gedenken. Denn das Land wird verlassen sein von ihnen u. seine Feierjahre befriedigen durch seine Verödung von ihnen, und sie werden ihrer Schuld genugthun, eben darum, daß sie meine Rechte verworfen und an meinen Satzungen Ekel hatten. Und auch dann noch, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, habe ich sie nicht so verworfen und so ausgestoßen, daß ich sie völlig aufriebe und meinen Bund mit ihnen bräche, denn ich, der Ewige, bin ihr Gott, u. gedenke ihnen des Bundes mi: den Vorfahren, die ich geführt aus dem Lande Mizrajim vor den Augen der Völker, um ihnen ein Gott zu sein. Ich bin der Ewige." Für uns ist aber kein Grund vorhanden, dieses Volk, den: >vir so unendlich viel Gutes, ja das Beste, was irnr an geistigen Gütern haben, verdanken (Besseres sogar noch als den Römern u. Griechen), zu quälen,

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