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Der Israelit · 1900-01-02 · Heft 1 (2.1.1900) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
41 (1900)
Issue
Heft 1 (2.1.1900)
Date
1900-01-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
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4L. Jahrgang._ Wage M MI ües »Israelit-. Aettvng-«achrichten ond Eorrefpondenze«. Deutschland. Berlin, 28. Dez. Das Curatorium der Pensions-, Wittwen- und Waisenkaffe des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche hielt am 24. Dez. im Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes eine Sitzung ab, welche von dem Vorsitzenden, Herrn Rector Dr. Adler, geleitet wurde. Herr Dr. Adler machte zunächst davon Mittheilung, daß nach erfolgter Allerhöchster Genehmigung zur Anname der der Kaffe gemachten Zuwendungen der Vorstand sich mit der Bitte um Entscheidung an den Herrn Finanzminister gewandt habe, ob die Kaffe den Character einer Wohlthätigkeitsanstalt trage und demgemäß von der Stempelsteuer zu befreien sei. Das an den Herrn Finanzminister gerichtete Gesuch sei von diesem dem kgl. Stempel- und Erbschaftssteueramt zur weiteren Behandlung überwiesen worden. Alsdann wurde in die Berathung der Vorschläge der Kommission eingetreten, welche die Abänderungsanträge zu den §8 1, 2 und 3 und die Anträge Peritz geprüft hatte. Ueber die zu § 7 gemachten Vorschläge entspann sich eine längere Debatte, da namentlich die Frage, ob prozentuale oder fixirte Beiträge angemessen seien, nochmals nach allen Richtungen eingehend erörtert wurde. Herr S t e i n h a r d t-Magdeburg trat auch diesmal wieder für'fixierte Beiträge ein und suchte die Vorzüge dieses Besteuerungsmodus aus praktischen Gründen zu rechtfertigen, während Herr Professor Dr. P h i l i p p s o n die Ansicht vertrat, daß die prozentuale Besteuerung vorzuziehen sei, wenngleich er die Schwierigkeiten, die sich bei diesem Modus für die Geschäftsführung ergeben, nicht verkenne. Im Interesse einer gerechten Lastenvertheilung wurde der ursprüngliche Besteuerungsmodus beibehalten, nachdem auch der Versicherungstechniker Herr F r ö h l i ch sich für denselben ausgesprochen hatte. Doch sollte, falls sich aus dieser Art der Besteuerung für die Geschäftsführung zu große Schwierigkeiten ergeben, in späterer Zeit zu fixirten Beiträgen übergegangen werden, vorausgesetzt, daß dadurch die Lasten nicht erhöht würden. Auf Vorschlag des Herrn Fröhlich wurden dann die prozentualen Beiträge, wie sie in £ 7 festgesetzt sind, durchweg um die Hälfte ermäßigt und das Amendement Steinhardt angenommen, wonach statt der Worte „des nachgewiesenen Gesammteinkommenes", „des jeweilig zur Steuer veranlagten Einkommens" gesetzt werden soll. — Die Anträge des Vereins „Mendelssohn" zu Hamtzü'cg wstrdest in folgender Fassung angenommen: 8 2 lautet: In die Kasse werden ausgenommen alle Mitglieder der zum Verbände gehörenden Vereine, welche innerhalb des deutschen Reiches wohnen, das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben und gesund sind. 8 3 lautet in seinem ersten Absatz: Der Antrag um Aufnahme in die Kasse muß bei denjenigen, die von einer jüdischen Gemeinde oder von Verwaltungen wohlthätiger oder sonstwie gemeinnütziger Institute besoldet werden, von diesen durch die betreffende Gemeinde bezw. Verwaltung bei dem Curatorium geschehen. — In Betreff des Antrages des Vereins jüdischer Religionslehrer Ostpreußens, überreicht durch Hrn. Peritz, wurde folgender Vorschlag der Commission angenommen: „In Anbetracht, daß die Anträge des Herrn Peritz einschneidende Aenderungen der Grundlagen, auf denen die Kasse beruht, enthalten, erachtet das Curatorium sich für inkompetent, ohne die Meinung der Einzelvereine über diese Aenderungen vorher eingeholt zu haben, Stellung zu diesen Aenderugen zu nehmen, und empfiehlt, sämmtliche Anträge des Herrn Peritz auf Aenderung der Statuten und auf Einrichtung eines allgemeinen Lehrerkassentages mit den Erläuterungen den Einzelvereinen zur Vorberathung zu überweisen." — Endlich wurde noch folgender Beschluß gefaßt: Die Kaffe tritt in Kraft am ersten Tage nach Ablauf des Monats, in dem die Aenderungen der Satzungen die Genehmigung der Aufsichtsbehörde gefunden haben." Zum Schluß theilte der Herr Vorsitzende noch mit, daß er in Folge seiner zu Ostern bevorstehenden Uebersiedelung nach Frankfurt a. M. gezwungen sei, den Vorsitz niederzulegen. Herr Hanfs erklärte sich unter der Voraussetzung, daß das Provisorium nur ein kurzes sei. bereit, die Geschäfte des Vorsitzenden zu führen, bis ein neuer Vorsitzender gewählt sei. LR. Berlin, 24. Dez. (Sitzung derRepräsentanten -Versammlung.) Der Vorsitzende, Herr Louis Sachs, eröffnete die Sitzung mit einem Nachruf auf Herrn Albert Philipp Meyer. Der Antrag eines Mitgliedes der Versammlung, betr. unentgeltliche Ausgabe von Plätzen in Synagogen und Betlokalen, wird nach längerer Debatte einem Ausschüsse übergeben. Herrn Professor L e w i n entfuhr dabei der lapsus linguae „die Reformgemeinde sei eine Elite-Gemeinde", wofür ihm die Herren Minden u. M o s s e Dank sagten: In die Bibliothekscommission wird Herr Geheimrath B l u m e n t h a l abgeordnet. Von der Revision des Depositorii wird Kenntniß genommen. Die Verwaltung der Anstalt Erez Jisroel, deren Vermögen 2250 Mk. beträgt, wird der Armencommission überwiesen. Der Rechnungsabschluß der Gemeinde-Hauptkasse pro 1898 99 ergibt einen Ueberschuß von 160,000 Mk. llm 12 Uhr fand die Einführung des Vorsteher-Stellvertreters, Herrn Heinrich E i s n e r . statt. Frankfurt a. M. Zu den abgenutzten Requisiten unserer Gegner gehört bekanntlich der Vorwurf, daß die Thätigkeit der Israeliten keine productive sei. Handel,

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