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Der Israelit · 1899-12-28 · Heft 103 (28.12.1899) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 103 (28.12.1899)
Date
1899-12-28
Page
– (sequence 10)
Language
German
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3036 lag die Versuchung, daß ihre Entfaltung auf Kosten der Nachsicht und Milde, der Schonung und Liebe geschähe. Dasselbe läßt der tiefe Blick der Werfen, die Ausstattung Moschehs mit geradezu göttlicher Machtvollkommenheit, durch die Mahnung begleitet sein, daß sie nicht zur Ueberhebung und Verdrängung des nicht weniger göttlichen Attributs führe, welche sich in der liebenden, hingebenden Nachsicht selbst gegen den personificirten Trotz und Hochmuth bewährte. Dieses Ziel der Sendung Moses neben der Befreiung seines Volkes auch bei seinen Zwingherren die Anerkennung Gottes zu erwirken, wird dem für diesen Zweck mit göttlicher Macht ausgestalteten Führer wiederholt nahe gelegt. (Cap. 7, V. 5, Cap. 8, V. 18, Cap. 9, V. 16 u. a. m. In Wirklichkeit wurde dieses Ziel aber schon dem Urahn des israelitischen Volkes bei der ersten Verkündung des Sclavenloses seiner Nachkommen ausgesprochen. Im Eingang des 16. Cap., welches den „Bund zwischen den Stücken" schildert und die sich daran knüpfende göttliche Verheißung verkündet, wird zunächst Abraham ein großer Lohn in Aussicht gestellt u. ihm dann die Zukunft mit den Worten enthüllt: „Wissen sollst du, daß Fremde deine Nachkommen sein werden in einem Lande, das ihnen nicht gehört, man wird sie zu Knechten machen, man wird sie quälen vierhundert Jahre; aber auch das Volk, dem sie Knechte sein werden, richte ich, und nachher werden sie mit großer Errungenschaft hinausgehen." Die düstere Aussicht auf das nach Jahrhunderte zählende, thränenreiche Sclavenlos würde schlecht in den Rahmen jener Verheißung passen, die mit der Ankündigung eines ungemessenen Lohnes beginnt und mit der Stiftung eines Gottesbündnisses schließt, wenn dieser Aussicht in derThat jede Lichtseite abginge. Vergegenwärtigt man sich jedoch, daß Abrahams ganzes Leben in der einen Sehnsucht aufging, das Bewußtsein von Gott in immer weitere Kreise zu tragen, daß diese Sehnsucht allein ihm den Wunsch nach einer reichen Nachkommenschaft weckte, welche das geistige Vätererbe immer mehr und mehr zum Gemeingut der ganzen Menschheit machen konnte, daß endlich dies allein der Sinn des Segens ist. den Abraham und seine Nachkommenschaft allen Familien der Erde bringen soll, so dürfte auch das seinen Nachkommen auf fremdem Boden werdende Geschick in anderem Lichte erscheinen. Dann hat vielleicht Abraham nie eine trostreichere Zusicherung erhalten, als die in den Worten -pn: rrrr 2 jnn niedergelegte. Abraham empfindet es schmerzlich, daß er allein die Gottessache auf Erden vertritt, daß ihm nur ein Knecht, aber nicht sein eigen Fleisch und Blut dabei zur Seite stehe, daß er die Kinder, die ihm Gott verheißen, noch nicht besitz^ und daß sie ihm vielleicht erst zu einer Zeit gewährt werden, in der er sie nicht mehr als Gottesherolde erziehen kann, und Gott versichert den Ahn des israelitischen Volkes, daß es ihm noch so voll und ganz gelingen werde, seinen Geist seinen Nachkommen zu vererben, daß man sie als Fremde behandeln wird, weil sie, feine Nachkommen, die treuen Fortträger seiner Gesinnung sein werden. Ein Knecht wird nicht der Erbe, der Erbe wird ein Knecht sein, und so theuer wird ihm das abrahamitrsche Vätererbe sein, daß er eine vierhundertjährige Tyrannei dem Preisgeben des Erbthums vorzieht. Dadurch wird das Bewußtsein von der Macht des Gottesgedankens auch in die wahnumnachtenden Kreise der anderen Völker getragen. Das Volk, dessen König erst trotzig spricht, ich kenne Gott nicht, richtet Gott selber. Es lernt die Macht ahnen, die auf die Seite des geächteten Sclavenstammes tritt, es lernt den Gott fürchten, in dessen Dienst ein Moses seine Sendung vollzieht, es sieht den Gottesfinger, in deren Dienst die Meeresfluthen stehen, um den hilflosen Sclaven freien Durchzug und den mächtigen Zwingherren das Wellengrab zu bereiten. Dieser Triumpf der von Abraham gelehrten, an seinem Volk aber sich so offenkundig vor aller Welt Augen bewährenden Macht des Gottesgedankens ist die reiche Errungenschaft, welche die aus der Knechtschaft Ziehenden mit hinaus in die Freiheit nehmen werden. Seine Nachkommen werden nicht ewig Fremdlinge sein. Nach vier Generationen werden sie wieder in ihr von Gott ihnen angewiesenes Heim zurückkehren. Dieser Zeit bedarf es noch, um den Gottesgedanken auch in die emoritischen Kreise zu tragen. Der Emoriter muß aus Israels wunderbarer Geschichte erst Gott kennen lernen. Sein Sündenmaß kann erst voll werden, wenn er weiß, daß er gegen Gott sündigt, dem er dient. Man sieht, die Sendung Moses ist die Sendung Israels. Wie Moses, so ist auch Israel mit göttlicher Macht ausgestattet. "frr töp^ip "t Aber es besitzt diese Macht nicht, um sich mit selbstsüchtigem Stolze über diejenigen zu erheben, die es für Gottes Sache gewinnen soll. Diese Macht steht hier wie dort im Dienste friedlicher Entfaltung des Segens, den Israel den Nationen zu bringen bestimmt ist. .»tos wv 7>rr "i gettrmg-nachrichle« und Correspondenze«. Deutschland. Berlin. In der „Voss. Ztg." findet sich folgendes Inserat In unserm Gesellschaftsregister ist heute bei der unter Nr. 412 eingetragenen Gesellschaft, in Firma „Ahlwardt u. Comp.," vermerkt, daß die Handelsgesellschaft durch gegenseitige Uebereinkunft aufgelöst und die Firma erloschen ist. Gleichzeitig ist in unserem Prokurenregister die unter Nr. 182 für Bruno Trapp hier eingetragene Prokura zur Zeichnung obiger Firma gelöscht. ■ Charlottenburg, 12. Dezember 1899.! Königliches Amtsgericht, Abtheilung 14.

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