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Der Israelit · 1899-12-21 · Heft 101-102 (21.12.1899) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 101-102 (21.12.1899)
Date
1899-12-21
Page
– (sequence 10)
Language
German
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3004 Aettimg-nachrichtert ttttfc Torrespottdenze«. Deutschland. Berlin, 17. Dez. (Ausweisung des Rabbiners Hertz.) Aus Laurenco Marques wird vom 15. Dez. gemeldet: Rabbiner Dr. Hertz aus Johannesburg ist hier eingetroffen, er wurde von den Transvaalbehörden ausgewiesen, da er ein Feind des Staates sei. Es sei ihm die Wahl gestellt worden, seine Aeußerungen über die Nichtgleichberechtigung der Juden und Katholiken, die er in einer Uitlandersversammlung in Wanderers Saal im letzten Juli gemacht hatte, zurüzuziehen und sich bei der Regierung dieserhalb öffentlich zu entschuldigen. Er verweigerte dies jedoch. Frankfurt a. M., 34. Dez. In der hiesigen Kunstanstalt Rosenblatt ist ein Wert erschienen, welches alle diejenigen, welche ein Herz für das Land unserer Väter haben, außerordentlich intereffiren wird. Es betitelt sich: „Ansichten von Palästina und den jüdischen Kolonien, photographirt und beschrieben von I. Rafalovich und M. E. Sachs, Photographen in Jerusalem." Wir können den Herausgebern, die außerordentlichen Fleiß auf die Sammlung und Herstellung des Inhaltes verwendet haben, für das schöne Buch nur dankbar sein. Es enthält auf 57 Tafeln 86 trefflich ausgeführte Photographien mit gegenüberstehenden Erläuterungen in hebräischer und deutscher Sprache. Von den Abbildungen dürften wohl diejenigen des deutsch-jüdischen Waisenhauses, der Lämmelschule, der Schule der Alliance Jsraelite zu Jerusalem, sowie der Schule zu Jaffa, deren zahlreiche Gönner in Europa besonders intereffiren. Wir wünschen dem verdienstlichen Werke, welches geeignet ist, mancherlei Vorurtheile bezüglich unserer Glaubensgenoffen in Palästina zu zerstreuen, guten Erfolg. Dasselbe ist in der Kauffmann'schen Buchhandlung dahier für d(. o zu haben. Ld. Nürnberg, 17. Dez. In einer Weise, wie sie wohl würdiger nicht gedacht werden kann, feierte die hiesige orthod. Vereinigung Adas Israel ihr 25jähriges Bestehen. Allen lärmenden Kundgebungen abhold, wirkt dieser Verein und seine Verwaltung seit dieser langen Zeit in der größten Stille zur Errichtung u. Erhaltung ächt jüd. Institutionen und verstand es, glänzend seine Aufgabe zu lösen, wenn auch in etwas langsamem Tempo, dafür aber um so sicherer, was man bei uns Bayern ja gewöhnt ist. Die Feier des Jubiläums bestand in der Eröffnung einer neu gegründeten Religionsschule, welche heute stattfand. Der erste Vorstand, Her Don Siche l,stellte den hierfür engagierten Lehrer Herrn Js. Bamberger, seither in Burgpreppach, der Verwaltung, den erschienenen Gemeindemitgliedern und den Kindern vor, seiner Freude Ausdruck verleihend, daß nunmehr das große Werk gelungen, daß ins besondere durch Gewinnung einer so tüchtigen Kraft, man der Schule die beste Zukunft Vorhersagen dürfe. Herr Lehrer Bamberger dankte für diese Wünsche, setzte die Wichtigkeit einer jüdischen Schule, ganz besonders des Zusammenswirkens von Haus und Schule ausein ander, anknüpfend an mehrere Stellen des Talmud, wie es Pflicht der beiden Faktoren, Eltern und Lehrer sei, die Kinder im Lernen und im Ausüben der Mizwoth zu überwachen und man konnte so recht wieder die Wahrheit des AussprucheSunserer Weisen erkennen "oi zbn |0 ans-?, Worte, die von Herzen kommen, dringen zu Herzen. Bereits 40 Kinder sind der Schule angemeldet u. wenn auch seither (Gelegenheit war für vermögende Eltern, ihren Kindern Privatunterricht ertheilen zu lassen, so können wir doch diese Errungenschaft mit den Worten begrüßen nn svw utrp: i-mmr 7112 denn es ist ja bekanntlich die Pflicht einer orthodoxen Gemeinde, eine Schule zu halten und bei dem guten Willen und der Tüchtigkeit des nunmehrigen Lehrers hoffen nur, diese Aufgabe nach jeder Richtung gelöst zu haben. Unserer Verwaltung und opferwilligen Mitgliedern aber rufen wir zu pin, erlahmt nicht, damit auch die nächste Stufe, ein würdiges'vran 702 zu erhalten, erklommen wird. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Luzan. Eine Edle in Israel hat das Zeitliche gesegnet. Frau Marie H e r e r, Gutspächterin dahier, ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Die hiesige Orthodoxie hat dadurch einen schweren Verlust erlitten. Die Verblichene war eine gottergebene, bescheidene, fromme und tugendhafte Frau im strengen Sinne des Wortes. Sie war eine Enkelin des Rabbi Simson Wertheimer und eine nahe Verwandte des Baron Hirsch. Ausgestattet mit einem kindlichen Gemüt he und großer Herzensgüte, hatte sie stets für Arm und Reich ein offenes Haus und pflegte die Gastfreundschaft gegen Arme in der herrlichsten Weise. Ihre Frömmigkeit war eine mustergültige, und wirkte sie auch aus Andersdenkende günstig ein durch die feine Art, in der sie in ihrer Religion lebte. Ihre Selbstlosigkeit machte sie beliebt und geschätzt bei Jedermann. Den Wittwen und Waisen war sie Stütze; noch in diesem Jahre verheirathete sie drei Waisen aus eigenen Mitteln. Sie hatte das Glück, alle ihre Kinder in ihrem Sinne zu erziehen und ihnen die Liebe zu Gott und Seine Thora einzupflanzen; ihre beiden Söhne, Guts Pächter, sind treue Anhänger des orthodoxen Judenthums. Budapest. Der Bericht, welchen Minister Wlassics über die Thätigkeit des Kultus- und llnterrichtsministeriums im Jahre 3 898 veröffentlicht, bietet in den zahlreichen statistischen Tabellen, welche auf das in Rede stehende Ressort Bezug haben, ein klares Bild unserer konfessionellen Verhältnisse. In 563 Muttergemeinden mit 1782 Filialgemeinden waren 386 Rabbiner und 3277 Rabbinats-Verweser thätig, und zwar in 332 orthodoxen Mnttergemeinden mit 3238 Filialgemeiudeu 140 Rabbiner und 118 Rabbinats-Verweser;

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