Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1899)
- Date
- 1899-12-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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3§S4 soll im Marz ein Zweckessen stottfindcn. Die Aviance iSraelite universelle hat auf die neuen Greuelthaten in Marocco. welche gegen die Juden von Sefrou verübt worden sind, hingewiesen und die Intervention der Anglo Jewish Association bei der englischen Regierung erbeten, in lxr heutigen Versammlung wird aber mitgetheilt, daß die englische Regierung ihren- Vertreter in Marocco ein für alle Mal angewiesen hat, bei der maroccanischen Regierung einzuschreiten, so daß es genügt, ihn einfach von den vorgekommenen Verfolgungen in Kenntniß zu setzen, um ihn Beschwerden bei der Regierung von Marocco zu veranlassen. Unter dem Ausdrucke des Dankes für diese humane Stellung der englischen Regierung beauftragt die Anglo Jewish Association den Direktor der nächst gelegenen Schule der Alliance, die Vorgänge dem englischen Gesandten in Marakesch mitzutheilen. Alsdann werden an Subventionen bewilligt 800 cH für die Knabenschule in Adrianopel, in der jetzt auch Deutsch als Unterrichtsgegenstand eingeführt rst, ferner den Schulen von Monaftir 200 und in Rustschuck 600 cU. Eine lebhafte Diskussion entspann sich sodann bei der Frage, inwieweit die Anglo Jewish Association sich um die Vorgänge in Oesterreich!mm mern solle. Während von der einen Seite herdorgeboben wurde, daß die Gemeinde in Wien nicht einmal auf den Brief der A. I. A. geanwortet habe, hielt doch die Mehrzahl der Redner es für absolut geboten, daß auch der englische Verein an der Bekämpfung der Blutbeschuldigung, unter der zur Zeit die österreichischen Juden leiden, theilnehmen müsse. Nach vielen Diskussionen einigt man sich endlich dahin, ein Komitee zu wählen, welches die weiteren Schritte berathen solle. Um jede Verzögerung zu vermeiden, wurde dem gewählten Komitee Vollmacht zu selbstständigem Vorgehen ertheilt, ohne daß dasselbe noch einmal genöthigt sein soll, wie üblich an die Executive zu berichten. Türkei. Constantiuopcl. Die Auswanderung jüdischer Familien aus der Moldau hält an und hat sich in letzter Zeit derartig gesteigert, daß die Behörden in Rumänien Maßnahmen zu deren Eindämmung getroffen haben. Der größte Theil wandert nach der Türkei, ein anderer nach Amerika. Ein hervorragender rumänischer Israelit, Dr. Trietsch. befindet sich gegenwärtig auf der Insel Cypern. um an Ort und Stelle die dortigen Verhältnisse wegen Ansiedlung von jüdischen Auswanderern zu studiren. Andererseits melden die rumänischen Blätter eine bedeutende Einwanderung nach Rumänien von Juden aus Galizien und Polen. Dieselben sind durchwegs arme Leute, welche den Behörden viele Umstände verschaffen. (Vor Einwanderung in Cypern wurde im „Israelit" schon mehrmals gewarnt. Red.) Sri der Mrdartto» neu titjgtgnngtnt Siichrr (Besprechung Vorbehalten). Po'pulür-w issenschastliche Vorträge über Juden und Judenthum. Heft I-: „WaS heißt und zu welchem Ende studtrt man jüdische Geschichte und Literatur?" Bon Prof. Dr. M. LazaruS. Preis 0.60. M. W. Kaufmann. Leipzig. Reden. Gehalten am 14. u. 15. Ab 5659 (21. u. 22. Juli 1899) beim AuSzuge aus der alten und zur Etnwe hung der neuen Synagoge der israelitischen Religionsgesellschaft zu Gießen nebst ede beim Anzünden des ewigen Lichtes und tSabbat zNachmu-Predigt, von Dr. L. Hirschfeld. Großh. Provinztal-Rabbiner. I. Kauffmann. Frankfurt a. M. 1899. Die Mistel zur geistigenIHebung des Judenthum S.tzvon Max Hausmeister. Süddeutsche- Verlags- Institut. Stuttgart 1900. Die Judenfrage am Ende de- XIX. Jahrhunde r.tS. Nach den Verhandlungen des fünften allgemeinen Parteitagder Deutsck-slHalen Reformpartei zu Hamburg am 11. September 1899. dargestellt von W. Giese. Anhang: Presse u. Jüdenthum, von O. H. Böckler. W. Giese. Berlin 1899. SchmutztgeWäfche der Christlich-Sozialen. Eingesammelt von einer christlichen Waschfrau'. Im Berlage der Verfasserin Frau Marie Gdtz, Wie». Alserstr. 14. Worte, gesprochen anläßlich der Einweihung der neuen Synagoge in Baden-Baden am 16. Aug. 1899, von Bez - Rabb. Dr. Mayer in Bühl. Bühl 1899. Vermischtes. Vrng Dem k. k. Feldprediger und Rabbiner an der Messel-Synagoge Dr. Kisch wurde dagoldene Verdienst« kreuz mit der Krone verltrhen. Der (Lhammer und der Schaute. Eine H«m»r«tke aus dem Mischen Leben der guten, alten Zeit. Von Maurice Mayorr. 17) (Alle Rechte Vorbehalten.) Unterdessen langte Faißel in seiner Behausung an, lies eiligen Schrittes in sein Bureau und fuhr seinen Buchhalter Scholaum, welcher sich bei dem Eintritte seines Herrn vom Pult erhob und den Brief, den er an Gerschon Ruhlmann schrieb, vorlesen wollte, mit folgenden Worten an: „Ziehe Er rasch sein Bureaumalbusch aus und laufe Er zum Rabbi Rosch-Hakohol und sage Er, daß Reb Faißel Braunholz auf die Kowaud warte." Scholaum fiel die Epistel aus der Hand, und mit offenem Munde, voller Bestürzung, gaffte er seinen Herrn an.