Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 100 (18.12.1899)
- Date
- 1899-12-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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2083 mntor, Herr Kaufmann als Sänger hervorgehoben. Alle zum Vortrage gelangenden Stücke sprachen vom heiligen Lande und entweder von der Sehnsucht der Juden nach Zion oder von der Freude der Kolonisten, die seht Palästina wieder, wie einst die Väter, bebauen. Das Publikum kargte nicht mit seinem Beifall, und da auch das financielle Resultat durchaus befried igenb war, so darf das Komitee Wohl zufrieden mit dem Resultate sein. . Wiesbaden, 10. Dezbr. Verspätet zwar, aber desto wirkungsvoller bot sich die Chanukafeier dar, die auch dieses Jahr die Mitglieder unserer Religionsgesellschaft in den überaus festlich geschmückten Räuinen der Loge Plato sich zusammenfinden ließ. Galt doch dieses Fest ebenso sehr der Erinnerung der Maccabäcrzeit, wie dem ehrenvollen und liebreichen Gedenken der in diesem Jahre statthabenden 30 jährigen Wiederkehr des Tages, der der hiesigen Judenheit in Raüb. Dr. Kahn den uneigennützigen Verather, Lehrer und Freund schenkte. Alt und Jung, konfessionell Gleich stehende und Entfremdete hatten es sich zur Ehre angerechnet, in sinniger Weise dem bescheidenen Manne der jeder Ehrung aus dem Wege gegangen war, nun zu seinem Freudentage den Dankestribut zu entrichten. Besonders verdienen unter allen Darbietungen die lebenden Bilder, von Schülern des Jubilars dargestellt, als hervorragend und dem Festgedanken innigst angepaßt genannt zu werden. Wenn es noch überhaupt eines Beweises für die überaus große Beliebtheit des verehrten Jubilars bedarf, die allgemeine Theilnahme, die aus aller Augen glänzende Freudigkeit und das einträchtliche Zusammensein haben uns denselben in aehuustem Maaße erbracht. Schließen wir uns dem Wunsche an, der dem Jubilare so schön entgegengebracht wurde: Auf seinen Wegen blühe Erfolg ibm fort und fort. Der Preis für That und Mühe Ström' ihm aus Gottes Wort. Oester r. - Ungar. Monarchie. Wien. Eine kleine Errungenschaft.) Das Ministerium für Kultus und Unterricht hat sich endlich entschlosien, in eine der veraltetsten und rückständigsten Einrichtungen des österreichischen Schulwesens eine Bresche zu schlagen. Bislang waren die jüdischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen nicht in den Status der wirklichen Gymnasiallehrer einaereiht. Kürzlich lvurden nun vier jüdische Religionslehrer zu wirklichen Religionslehrern er-, nannt. Es sind dies in Wien die Herren Dr. A. Weiß für das akademische, Dr. H. Pollack für das Maximilian-Gpmnasium, in Brünn die Herren Dr. M. Grünfeld für das I. deutsche und F. Fedisch für das II. Gymnasium. Es hat viel Mühe und langwierige Unterhandlungen gekostet, um wenigstens diesen kleinen Erfolg zu erlangen. Aber man muß für den Anfang zufrieden sein. Hoffentlich wird das Unterrichtsministerium nicht auf halbem Wege stehen bleiben und in Bälde dieses schreiende,Unrecht vollständig aus der Welt schaffend ' Prag. (Wie man Judenhetzen arr a n g i r t.) In dem Dorfe Niwra, Bezirk Borszczow bei Skala in Galizien, stand seit undenklichen Zeiten ein Kreuz in der Nähe eines Hauses, das von Israeliten bewohnt wird. In der Nacht auf den 17. November wurde dieses Kreuz zerstört. Als sich die Nachrichr hiervon verbreitete, verstand man es auf geschickte Weise, den Berdacht aus die Einwohner des erwähnten Hauses zu lenken. Infolge dessen entstand unter den Bauern des Dorfes eine Gährung, während sich unter den jüdischen Familien Angst und Schrecken verbreiteten. Diese wandten sich an den Gendarmerie-Postenführer Gacik um Hilfe. Diesem gelang es, die Rädelsführer zu veranlassen, die Sache dem Gerichte zu übergeben. Die Gährung aber dauerte fort, sie ergriff auch die benachbarten Dörfer, so daß jeden Moment der Ausbruch von Juden-Epeessen erwartet werden mußte. Einem Zufälle ist es nun zu danken, daß das schändliche Komplott enthüllt wurde. Am 21. v. Mts. war nämlich unter den Eheleuten Nikoly Guszezak ein Streit entstanden, im Verlaufe dessen die Frau von ihren: Manne dnrchgeprügelt worden war. Aus Wuth über diese Rohheit begab sie sich zu dem Gemeindevorsteher und theilte demselben mit, daß ihr Mann das Kreuz zerstört habe. Er sei Antisemit und wollte auf diese Weise eine Hetze gegen die Juden arrangiren. Als Guszezak von der Denunciation seiner Frau und seiner bevorstehenden Verhaftung erfuhr, flüchtete er nach Rußland. Frankreich. Pari,?. Mit dem Antisemitismus in Algier geht es immer rapider abwärts. Bei der gestrigen Ersatzwahl für die Finanz-Delegation siegte der Republikaner Delamare mit 360 gegen 260 Stimmen, welche auf den Kandidaten der Antisemiten Broussais, ehemaligen Präsidenten des Generalraths, fielen. Ein solcher Wahlausgang wäre noch vor wenigen Monaten unmöglich gewesen. Ein ferneres Mißgeschick ist den Antisemiten in Algier passiert: zwei ihrer Parteigrößen, Banchardt und Zermati, sind wegen Zollnnterschlagungen im Betrage von einer Million Francs verhaftet worden. England. London. Die Anglo Jewish Association hielt ihre diesmalige Monatsversammlung am 3. Dezember anrer dem Präsidium von Philipp Magnus ab, da Claude Montefiore indisponirt war. Nachdem man die übliche Gedenkfeier für den verstorbenen Mr. Zor in Melbourne, der dem dortigen Zweigverein präsidirte, gehalten hatte, trat man in die Geschäfte ein und mußte wieder konstatkren, daß das Deficit von Tag zu Tag ivächst und jetzt bereits die respektable Höhe von 25 000 di erreicht hat. Zur Deckung dieses Deficits