Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 99 (14.12.1899)
- Date
- 1899-12-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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2062 Rosch-hakohl auch ein Wörtleiu darein zu reden!" „Sei Er beruhigt Faißel", lächelte die Gräfin gutmüthig. „Mein Gemahl weiß, was er redet und wenn er ihm versprach, daß — wie sagte Er — Schulgabai werde, so wird es schon seine Nichtigkeit haben!" „Wie können nur seine hochwohlgeborne Gnadeuleben so was versprechen?", widersprach Faißel. „Seine hochwohlgeborene Gnadenleben ist doch nicht der Rabbi und Rosch-hakohl?" „Aber seinem Befehle, werden sie sich gehorsam unterordnen! „Davor bewahre uns Gott!" schrie Faißet. „Der Rabbi und der Rosch-hakohl, leben sollen sie 120 Jahr, haben sich nur dem Befehle Gottes zu unterordnen! Und gut daß ich daran denke, der Rabbi und der Rosch-hakohl wollen mich sprechen und ich muß gehen Euere hochwohlgeborene Gnadcnleben!" „Dann will ich ihn nicht mifhalten. Aber morgen muß er mir von der Einführung in sein Amt erzählen!" „Ich werde heute nicht klug hochwohlgeborene Gnadenleben", betheuerte Faißel. „Vielleicht werde ich es morgen sein? Sckmlgabai, Besuch des Rabbi und Rosch-hakohl, Amtseinführung! Wer kann daraus klug werden? Ich Faißel sicherlich nicht! Bin ich noch überhaupt der Faißel!" Kopfschüttelnd mit stummer Verbeugung verließ er die Gränn, die halb erstaunt halb belustigt nachsah. X. Während sich Faißel auf den Heimweg begab, um von dort aus denr Rabbi zu melden, daß er bereit sei, seinen Besuch zu empfangen, ließen Sprinze und Sarah nicht müßig die Hände im Schoße ruhen. Um die augeküudigteu vornehmen Gäste — den Rabbi und den Rosch-Hakohl — würdig zu empfangen, wurden die Empfangsrämne Faißels einer gründlichen Prüfung unterzogen. Jedes Staubfleckchen wurde mit der größten Sorgfalt entfernt, die Falten der Fenstcrvorhänge und die Teppische kunstgerecht geordnet unb die zwei silbernen Kandelaber auf den Tisch gestellt, wie cs an den höchsten Feiertagen in dem Hause Faißels üblich war. Sara, die die Veranlassung zu diesem nicht kannte, vermochte die Frage nicht zu unterdrücken: „Sage mal, Mamachen; was bedeutet das alles, es ist doch heute nicht Jomtow!" „Närrchen", lächelte Sprinze seelenvergnügt, „Jomtow ist wohl heute nicht, aber mit Jomtow kann es vielleicht heute noch werden. Wer weiß, ob Du Dich heute nicht noch mit Jomtow freuen wirst? Alle Anzeichen sind dafür da." Und als Sara, Sprinze voller Verblüffung und Staunen ansah, fügte sie, indem sie ihre Wangen liebevoll streichelte, hinzu: „Gehe hinauf in Dein Zimmer, liebes Kind, lege Dein schönstes Kleid an und mache ein vergnügtes Gesicht." Die weiteren Fragen, die Sarah auf der Zunge waren, wurden von Sprinze abgeschnitten, indem sie sie liebevoll zur Thür hinausschob. Auch Sprinze begab sich in ihr Zimmer, um ihre schönsten Kleider anzuziehen und den Schmuck, den ihr Faißel bei der Uebersiedelung nach P. schenkte, anzulegen. (Forts tzung folgt.) Der „Israelit" erscheint wöchentlich asivelmal, Montags nn«l Donner*tags», jedeSmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mari ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Den Vuchhandcl verkehrt durctr V. Klein n st; r r-, Oeipnp, Rastplatz )C\ — Inserate 25 Pfennig die viergcspaltene Petitze le oder deren Raum. Preis ver Zeile im Neelamethcrl 75 Pfennig. -- Tirecte Francoznfendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für s Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste -1784. Telephon 515. Eine Rücksendung der an dre Redaction eingesandien Mannscriplen findet nicht statt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Copie znrückzubehalteu Stellenfnchende erhalten auf Wunsch die Inseraten Beilage vier Wochen lang gratis und franco zugesandt Ebenso stunden wir auf Wunsch die Zahlung des Jnserlionsbetrags an nutzer Stelle Befindlichen vis nach Erlangung einer solchen. Augatt (Sauvtvtaet». Leitender Artikel: Zunr achten Tebelh. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen' Deutschland: Berlin. Frankfurt a. M. Mainz. Wejel. Düsseldorf. Bamberg. Schwerin. — PersonalienRhoden. Ans Hausen. Harburg. Swinemiinde. — Vermischtes. — Feuilleton: Der Ehammer und der Schaute (Fortsetzung.) SHstmlt der erste» Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorresvondenzen: Deutschland: Frankfurt a. Dt. Hamburg. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. Preßburg. Rußland: Radomisel. — Literarische Notiz. — Vermischtes. Pädagogische Beilage: Verein jüd. Religionölehrer Ostpreußens. — Verein der israelit. Lehrer der LandesrabbinatSbezirke Emden und Oldenburg. Extra-Beilage r Spendcnverzeichnisse. Verantwortliche Redkwtion: OScar Lehmann in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh Wirth'scheu Hofbuchdrnckeret'Actieo-Gesellschaft in Main». Hierzu drei Beilagen.