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Der Israelit · 1899-12-14 · Heft 99 (14.12.1899) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 99 (14.12.1899)
Date
1899-12-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
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2061 hiesiger (ZultuSaemeinbe, mit großer Majorität znm Synagoqenrathemitglied für den Bezirk Wiesbaden gewühlt. 2&arUbau. (Jüdilcke Lehrer.) Laut des letzten Au-weileS der hiesiaen Schulbehörde sind in den diesigen Mittelschulen im ganzen 512 Lebrer beschäftigt. Darunter sind 4 Juden, und zwar einer für clafsifche Sprachen, zwei Mathematik und einer tür die deutsche Sprache. Belgard Hier starb vor einiger Zeit die älteste Bewohnerin der Stadt Wwe. Arnhelm in fast vollendetem 99. Jahre und wurde unter großer Betheiligung zu Grabe getrogen Bei dem letzten KöniaSsckneßen wurde Jakob Printz, Besitzer deS jüd. Hotels dahier, durch den besten Schuß zum zweiten Male Schützen Mrrig. L. Tr-riefir, Am nr>un n"") Abend wurde hier ein dtd NCp NDD DDDD by abgehalten, wobei unser Rabbiner und mehrere n"v>n köstliche Worte von iodjj und Q’ttmc hören ließen. Es folgte hierauf eine wahre rnijJD mso. Ueuirieto«. Der (Lhammer und der 5chaute. Eine Humoreske aus dem jüdischen Leben der guten, alten Zeit. Von Maurice Mayon. 1v) (Alle Rechte Vorbehalten.) „Höre Er mal Faißel, bei ihm spuckt es im Oberstübchen. Wie soll ich sein Gewäsch verstehen? Zuerst ist seine Freundschaft für Simon alt, und gleich darauf lebt Er mit idm seit Jahren in Feindschaft? Ist er bei Kraft? Doch was hat diese Freundschaft und Feindschaft mit dem vermaledeiteten Chamaur und Schaute zu schaffen? Ist eS etwa der Simon Rosenzweig, der den famosen Witz mit dem Chamaur gemacht hatte? Danu, mein lieber Faißel, scheint er etwas mehr Grütze zu haben als Er. Diesen famosen Witz soll er jedoch mit einigen Wochen Karzer büßen!" „Was fällt Euere Gnadenleben ein?" schrie Faißel jetzt ärgerlich. „Ihr seid ein vornehmer, großmächtiger, gewaltiger Herr, aber der Sechel scheint Euch doch zu fehlen. Wie heißt Simon Rosenzweig in Karzer seinen Witz büßen zu lassen? Kann das ein vernünftiger Mensch verstehen? Hat er Euere Gnadenleben durch seinen Witz belästigt? Was gehen Euch seine Witze an? Der Chamaur und Schaute geht mich, allein nur an und ich laß' Rebb Simon Rosenzweig nicht in Karzer, eher setze ich mich selbst hinein. Habt Ihr ein Chamaur gesehen? Für einen Witz Jemanden einsetzen zu wollen! Sind denn Witze überhaupt strafbar?" M„Sage Er, lieber Faißel", mengte sich Gräfin Delphine in das Gespräch. „Wie kam er überhaupt dazu, dem braven, biederen Faißel einen solchen Schimpf anzuthun?" „Wie er dazu kam, hochwohlgeborene Gnadenleben?" lächelte Faißel wehmüthig. „Weil er unter uns gesagt nebig keinen Verstand hat, obgleich er Schulgabai ist! Ich wollte ein Haupttreffer machen und bat um ein Loos. Er war außer sich ... . da sagte ich ihm, ich werde auch das große LooS gewinnen, ohne ein LooS von ihm zu erhalten da wurde er noch wüthender und griff zu der Kreide und schrieb aus die schwarze Tafel, daß ich Faißel, der Sandler — damals war ich nämlich noch Schuster und sehr arm — „ein großer Chamaur und noch größerer Schaute von Mekaur aus bin." Das ist die ganze Maseh! Und dafür soll der arme Schimaun in Karzer?! Ewade nicht! Habt Ihr schon so waS gehört? Ein Schulgabai soll in Karzer! Da muß ja die ganze Welt Zusammenstürzen! Wie gesagt, eher gehe ich in den Karzer, wenn eS sein muß!" „Ich bedauere sehr, Faißelleben", lachte der Bezirksoberamtmann, „seinem Wunsche nicht entsprechen zu können. Wenn es gegen Ehre und Gebrauch ist, daß ein Schulgabai in Karzer eine wohlverdiente Strafe verbüße, dann werde ich wohl seinen alten Freund und jetzigen Feind laufen kaffen müssen, aber ihn kann ich leider auch nicht mehr als Ersatzmann für da- Karzer aceeptiren, weil er mit dem heutigen auch Schulgabai, vielleicht auch noch höher steigen wird, dafür stehe ich nicht mehr!" „Hochwohlgeborene Gnadenleben!" wandte fich Faißel an die Gräfin. „Seiner hochwohlgeborene Gnadenleben scheinen krank zu sein. Soll ich den Doctor Lutz holen? Er soll der geschickteste Doctor für Meschugas sein!" „Ha! Ha! Ha!", lachte der Bezirksoberamtmann. „Mit Ihm wird es immer besser! Danke er seinem Schöpfer, daß Er ein guthmüthiger Narr ist, sonst müßte ich meine Pflicht thun und ihn in ein Irrenhaus sperren lassen, denn recht ist eS ihm im Kopfe nicht. Im Grunde kann ich den Leuten auch gar nicht verübeln, daß sie ihm kein Amt anvertraut haben, denn er ist furchtbar dumm, Faißel! Aber dessen ungeachtet, soll er doch noch heute Schulgabai werden und das soll seine Strafe für seinen Verrath gegen seinen Freund, den hochwohlgeborenen Gnadenleben, den Bezirksoberamtmann sein! Damit Gott befohlen, Faißel, mich ruft meine Pflicht! Er kann ja mit meiner Gemahlin weiter verhandeln. Adieu Schulgabai!" Damit verließ der Gras das Zimmer. „Rein, wenn der nicht meschugge ist!", sagte Faißel kopfschüttelnd zu der Gräfin, „dann bin ich es ganz gewiß! Ich der Faißel Schulgabai!? als wenn seine hochwohlgeborene Gnadenleben darüber zu verfügen hätten! Da haben noch der Rabbi und

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