Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 99 (14.12.1899)
- Date
- 1899-12-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2448953-2449045--49665-2500108- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2059 Veranstaltung den schönsten Ausdruck zu verleihen gewußt. Wir lassen hierüber den Bericht der „Weseler Leitung" folgen: „Am vergangenen Sonntag Abend hatten wir Ge legenheiß einer ebenso schönen wie erhebenden Festfeier, welche der hiesige israelitische Jünglingsverein dem Journalisten Herrn Siinon Frankfurter zu Ehren im Hotel „Germania" gab, beizuwohnen. Herr F., ivelcher eine Chronik des genannten Vereins verfaßt und diesem gewidmet hat, sollte seine Anerkennung dafür an dem Festabend finden. Die Feier wurde durch einige Tonstücke eingeleitet. Der Gefeierte saß aus dem ihm angewiesenen Ehrenplätze und wurde von den Mitgliedern lind deren Damen im Halbkreise umstellt. Herr I. Liefmann richtete sodann, anknüpfend an das Maceabäerfest, an den Gefeierten in einer längeren ge diegenen Rede herzliche Worte des Dankes, zugleich den. Werth des Werkes erläuternd. Die Rede schloß mit einem begeisterten Hoch ans den Gefeierten, worauf demselben von dem jüngsten Mitgliede als Zeichen der Liebe und Anerkennung, zugleich als bleibendes Andenken eine kostbare goldene Uhr unk Widmung über reicht lvurdc. Die ausgestellten Paare beglückwünsch ten hierauf den so Geehrten, inde'.n. sie unter den Klängen der Musik an demselben vorbeizogen. Ein inunteres Fest, unterbrochen von humoristischen Vorträgen, bildete den Schluß der schönen Feier, welche dem Herrn F., wie auch dem Verein zur größten Ehre ge reicht und einen Beweis von dem im Vereine Herr sehenden Geist, wie auch der Liebe der Mitglieder unter einander giebt." Schließlich wollen wir noch ergänzend bemerken, daß die erwähnte Festrede des Herrn Julius Liefuiann. ein Nachkomme des ebenso gelehrten i"to frommen Mitbegründers der Ehevra, des Herrn Joel Bendirv^ durch Inhalt und Form sowie echt jüdischen Geist hervorragend war und aus die Anwesenden einen inächtigen Eindruck ausgeübt bat. Auch der A'utor gab tiet bewegt durch die ihm bereitete Ehruua, in kurzen, aber kernigen Worten seinen; Dante blusdruck. Der Erfolg des Festes aber war, wie obiges Referat der „Weseler Zeitung" an: besten be'.veifk, ein sehr guter und machte einen wahrhaften Kiddusch Haschen.;. DE ritz Mevcr. Düsseldorf, im Dez. Am Vorabend von Ehanu las Hamisbeach veranstaltete unser beliebter Kantor Herr Theodor Fraenke! ein Eonrert zu Gunsten des! hiesigen Israelitische;; Fraueuvereius. Die m'ck nur i lenden Künstlerinnen und Künstler, mit Ausnahme I eines einzigen, gehören unserer Synagogen-Gemeinde an. Das Programm bot hinsichtlich der Vota!- und i Instrumental-Musik Reichhaltiges, und fämmtliche j Mitwirkende barten sich eines sehr großen Erfolges oo! ihrer Leistungen zu erfreuen. Ta der Besuch ein sehr! starker war, so dürfte der Zweck des Coueertes vollauf , erreicht worden sein. Aach Schluß desselben blieb ein j großer Theil des Publikums noch gemiilhlich beisammen t und trennte man sich erst in früher Morgenstunde.! Wir knüpfen hieran den Wunsch, daß Herr Fraenkel uns öfters mit ähnlichen Veranstaltungen erfreuen möge. Bamberg, in; Dez. An; 4. d. M. idem achten Tage Chanuka) starb dahier plötzlich und unerwarter der kgl. Reallehrer Dalli K u g e l m ann an einem Schlaganfall. Die Trauerfeierlichteit, die am 6. in der Leichenhalle des jüdischen Friedhofs stattfand, gab Zeugnis; davon,!vie großer Beliebtheit sich der leider zu früh Verstorbene in allen Kreisen, vornehmlich bei seinen Kollegen und Schülern, erfreute. Rur 2w. Jahre war eS ihm vergönnt, in; Dienste des bayrischen Staates thätig zu sein: aber in dieser verhältnißmäßig kurzen Zeit hat er ec verstanden, sich die allgemeinen Spmpathieeu zu erwerben. — Bis zu seiner Berufung an die tgl. Realschule Bamberg wirkte der Entschlafene fast ein Jahrzehnt lang segensreich an der israelitischen Realschule zu Fürrh als Lehrer der Mathematik und Naturwissenschaften. Sowohl diese Anstalt, als die tgl. Realschule Bamberg haben . jene bei seiner Berufung nach Bamberg. diese jetzt bei seinem Hin. scheiden - einen schweren Verlust erlitten. Mit einen; reichen Wissen und größten; Lehrgeschick verband der Verbliebene eine Berufstreue, einen Pf^chEiser, eine Gewissenhaftigkeit und Bescheidenheit, wie man sie nur letten trifft. Er war nicht nur bestrebt, seinen Schü lern Wissen und Kenntnisse zu vermitteln, er war ihnen auch Lehrer nüt den; Herzen, er war ihr Freund: dies hob in seinem rvarmen Nachruf Herr tgl. Rektor Bach ineyer hervor, der nach Herrn Rabbiner Dr. Eckstein das Wort ergriff. In den "lugen gar vieler Schüler glänzten Thränen, als oer Rektor Namens der Schicke und Kollegen, und als dann ein Schüler in deren Auf trag von den; thenren Lebrer Abschied nabmen. In; Ratuen des Lehrerkollegiums der israelitischen Real schule Fürth ries Herr Dr. Herzstein den; unvergeß lieben Freund und Kollegen ivarme Worte des Ab schiede nach, besonders daraus bimveisend. daß der Verstorbene, der bei seinen Studien io tief in die Ge heimnisse der Ratur vorgedrnngen >var, doch ein echter, braver Ich;,di war. Glaube;; und Wissen waren in ihn; ants schönste vernrählt. Riebt zun: Vcindesten seine echte llleligiösilät habe?; ihm die Hochachtung seiner christlichen -Kollegen an der Bambergcr Schicke ver schafft. Er;var der erste indische Reallchrer. der da selbst aewirtt Hai: sein ganzes Wirten lvar ein Kiddusckl Haschen;. Fast endlos lvar der Kondukt, der fick; nach beendeter Trauerseier von der Leichenhalle aus nach den; Bahnhof in Bewegung setzte. Die Leiebe wurde nach Göttinger;, der Heimatb. des Verstorbene;;, übergeführt. Möge Haschern Jisborach den; schlvergeprüften alten Vater des Entschlafenen und seinen Geschwistern Trost säenden in ihrem Schmerze.' Schiocrin, S. Den Den; Landtage lvurde von der Polizei-Eornnrite ein Bericht übergeben, betr. En! würK einer Verordnung über die Beförderung von Biev und Geflügel außerhalb der Eisenbahnen, sowie das Fahren mit Hunden. An die Verlesung des Be-