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Der Israelit · 1899-12-14 · Heft 99 (14.12.1899) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 99 (14.12.1899)
Date
1899-12-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2057 Weise" selber angiebt, obwohl Grätz diese Vorrede wiederholt zitirt, so dürfen es nicht die vom Autor angegebenen inneren Gründe sein, sondern es müssen äußere^Momente herhalten, deren bloße Erwähnung genügt, um die Grätz'sche Darstellungsweise zu chatakterifiren. Wir bedauern/ daß wir diese trefliche Begründung^. in Mendelssohns Vorrede nicht hier wiedergeben können. Sie trifft den Nagel auf den Kops, indem sie in dem Nachweis gipfelt, daß eine bloße Wortübersetzung das Wesen der Thora beeinträchtigt, daß daher ein Commentar. der die Erklärung und Begründung der Uebersetzung darlegt, unerläßlich ist. Der unter Mendelssohns Mitwirkung ausgearbeitete Commentar von R. Salomo Dubno, verwerihete daher die Erklärungen der Thora von ,v"2r«n p«n '■cm D*aem pson, die Mendelssohn in seiner Vorrede durch wenige Worte treffend charaterisirt. Mendelssohn, hat also keine Concession an die Geschmacksrichtung seiner Zeit, sondern an die Eigenart der nim gemacht, indem er seiner Uebersetzung einen Commentar beigab.) „So wurde das Werk in Angriff genommen, zunächst durch Sammeln von Unterschriften der Abnehmer, ohne welches damals kein Buch in die Welt gesetzt werden konnte. Hier zeigte sich's, daß Mendelssohn bereits unter seinen Stammesgenossen in und außerhalb Deutschlands, so viele Anhänger und Verehrer zählte, daß sein Unternehmen mit Freuden begrüßt wurde, welches die Schmach der Unwissenheit in ihrer eigenen Welt und der Sprachverderbniß von ihnen abthun sollte." (Die Sprachverderbniß kann man innerhalb der oben angedeuteten Grenzen zugestehen; die Unwissenheit aber exiftirte nicht, konnte nicht existiren in einem Kreise, der so zahlreiche Erbauungsschriften bcsaß, wie unsere Väter und Mütter vor hundert Jahren. Wir erwähnen mit Bedacht auch die Mütter, die in ihren nütt und einer großen Zahl ähnlicher Erbauungsschriften eine Literatur befassen, die keine Unwissenheit über den Inhalt der Bibel aufkommen ließ. Man vergleiche doch einmal die Generation, welche unter dem Einfluß der Mendelssohn'schen Bibelübersetzung herangewachsen ist, mit derjenigen, in welcher diese Uebersetzung noch nicht cxistirte, und wage noch länger von Unwissenheit zu sprechen, welche durch die Mendelssohn'sche Bibelübersetzung beseitigt wurde!) „Am meisten Theilnehmer fanden sich in Berlin und in Mendelssohu's Geburtsstadt Dessau, wo man ihn zu achten gezwungen und stolz auf ihn war; aber auch in Frankfurt a. M., Königsberg, Kopenhagen, wo sich durch die Milde der dänischen Herrsche eine starke jüdische Gemeinde gebildet hatte, ferner in Wien und Prag fanden sich Abnehmer; weniger in Hamburg-Altona. Auch aus Polen liefen Bestellungen auf die verdeutschte Thora Mendelssohns ein, meistens aus Wilna, wo damals der halbfreisinnige E l i a W i l n a (welch' ein Epitheton zur Charakterisirung des Wilnaer Gaon, der hier auch ganz kollegialisch per Eliah Wilna behandelt wird) und die wahnsinnige Verkehrtheit der Neuchaßioäer die Rückkehr zur heiligen Schrift beliebt gemacht haben. Al« Zeichen der Zeit kann es gelten, daß sich auch Christen dabei betheiligten, Professoren, Hofprediger, Consistorialräthe, Hofräthe und Excellenzen. Allerdings waren Mendelssohns christliche Freunde außerordentlich rührig, fein Werk zu fördern. Seine und Lesungedle Freundin Elise Reimund sammelte selbst Unterschriften dafür. So sehr Mendelssohns Bewunderer bei der Nachricht der Pentateuch- Uebersetzung von semer Hand in einen Freudenrausch gerieihen, ebenso sehr waren die starren Anhänger oeS Alten und Ueberkommenen betrübt darüber. Sie fühlten lebhaft, ohne daß sie sich es klar denken konnten, daß die alte Zeit, die naive Gläubigkeit, welche unbesehen alles als Ausfluß einer göttlichen Quelle betrachtet, damit zu Grabe getragen werden würde." (Man braucht den Anhängern de» Alten und Ueberkommenen keine Starrheit zu unterstellen, um ihre Betrübniß zu rechtfertigen. Und wenn diese geschrchtschreibende Allwissenheit sogar die Gefühle ihrer Helden kennt und ihnen das klare Denken abipricht, so haben dieselben doch recht wohl gewußt, was sie fühlien und dachten, indem sie gegen die Mendelssohn'sche Bibelübersetzung Stellung nahmen). (Schluß folgt.) Zeitrmg-nachrichterr und Eorresponderrzeir Deutschland. Berlin, 11. Dez. Aus dem Bureau des Deutsch- Israelitischen Gemeindebundes schreibt man uns: In der letzten Woche des November hat das Bureau des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes an sämmtliche jüd. Gemeinden Deutschlands, sowie an sämmtliche wichtigeren jüd. Institute und Bereinigungen Fragebogen verschickt, um das Material für einen im April t. Js. erscheinenden Nachtrag zum 14. Jahrgang des „Statistischen Jahrbuchs" zu beschaffen. Wegen der großen und anerkannten Gemeinnützigkeit der vom D. I. G. B. geleisteten statistischen Arbeit, von deren Zuverlässigkeit oft vieles für Gemeinden und Private abhängt, bitten wir die Empfänger der Frageblätter im allgemeinen Interesse um prompte Beantwortung. Frankfurt a. M., 11. Dez. „Paradies und B ö l k e r t a f e l" lautete das Thema des äußerst inlereffanten Vortrags, den Herr Professor Dr. Lest

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