Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1899)
- Date
- 1899-12-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Einwohner ocm rmwr dw wie damals, sondern nur 20 000 bis 25 000, aber es hat eine äußerst gesunde Lage und hat auch mehrere Heilquellen- Von dm ehemaligen Palästen der Könige Z'glat Pilasser, Effar Haddon, Sargon rh:n ,pin *®x ,pne) rc. ist beute nicht mehr viel zu sehen, denn sie liegen alle in Trümmer, aber dennoch gibt es noch genug Alterthümer und Merkwü diqkeuen dort zu sebcn. Auch viele Belustempel 62) sind noch vorhanden. Das Chaldäische, das noch heute in Mosiul gesprochen wird, ist auch nicht mehr das echte ch.ilocnsche <ohb»3 pts*), da es schon mit vielen arabischen und persischen Worten vermengt ist. Literarische Notiz. Ein neues Unternehmen, daS alle Anerkennung und linierstützunq verdient wüd soeben von der tfudifjatiDl riß Zsr el Tuch tu Koschmin Pr. Ponn ins Werk ae'ctzt: es handelt sich um die H ransgabe eines Abretßstlcn ers. der neun dem Datum unserer Zeitredinung. an-b das deS j u sichen Kalenders brlnßi n. in den einzelnen Loren -as tenZuden Wissenswerthe beifügt: so z. B. wir> an den ^a.baun angegeben, welcher Thora- und Prcu heienob chniir v rlesen Wird, wann die stacht eiutritt u s w. Gewünscht hotten wir, daß der Ein rin der dkachl nicht nur nach Breslauer eit, sondern wenig'e»s in der Ansrulinnng, ivte ihn der Sraelit wöchentlich bringt angeführt wrro. Was jedoch dem Kalenoer erst se>ncn wahren Werth Verl iht, das sind die Angaben aus der jüdischen Geschichte und die Sinnsvri'iche aus Bibel »nd Tilmud, die den einzelnen Tagen beigefügt sind. Ter geehrte Veriasier. Herr Rabb. Dr. H pvner ’"J hat mir gewohnter Sactst.nnkniß es verstanden, das fiir den heuti eit Zu. en Wichtigste anö dem Gciiete der jüdischen Geschichte herauszuschälen und in kurzen prägnant getanen Bemerk ngen seinem Kalender einzuverlciden um zu gleich«. Zeit auch Herz und Gen iiib g’t wecken durch eine tietfliäie Auswahl kerniger jüdischer Sinnsprüche Wenn man bedenkt, mit welchem Interesse die ei' zelnen Bl utchen eines Abrei .kalenderS gerade von der Jugend gelesen » erden, so k >nn man daraus ermessen, wie weil bei Berfosser mit seinen Worten recht hat, da» „der Vweck seiner Blätter seu die Kenntniß deS jüdischen Kalenders, der jücsi'chen ^eschich:e und Literatur in die wkit. sten Volksschjch en zu tragen und hierdurch daS jüdische Selbst bew.ßtsciii zu heben sowie die Liebe zum Glauben der Väier zu stärken.' Möge seinem neuen, nützlichen Werke die weiteste Verbreitung zutheil werden. -H» Berauschtes- Marburg. Nach Prof. Dr. Mirbi gestaltet sich das Ver' ätt' iß der verschiedenen Konfessionen z > Ende des 1ü. Jabrhunder'S in folg-nder Weise: Gegenwärtig giebt es nach seiner Berechnung böö ill. Christen, st Mill. Juden, 245 Mill. Bekcnner des Islam, 425 yjlitt. Buddhisten, Tavisten und Konfucianer, 271 Mill. Hinden und 112 Mill. Heiden. %*0ltta. Der Unte, suchungsrichter in der Mord-Assasie. Herr Ad/unkt Baudys, bat, wie die „Naiodui Listu" berichten. einen längeren Urlaub angetreten und Samstag Kuttenbera, wo die Aniisimsien nickt gut auf ihn zu sprechen sind, verlassen. Er soll nach Prag oder nach Wien übersetzt werben. A-vill-torr. Der (Lhammer und der Lchaute. Eine Humoreske aus dem jüdischen Leben der guten, alten Zeit. Von Maurice Ma^oir. 15) (Alle Rechte Vorbehalten.) IX. In seinem Privateabinet saß Graf Mungolstein vor seinem Schreibtisch und arbeitete eifrig, wäbrend seine Gemahlin in einem Sessel angelehnt, am Fenster sitzend, an einer Handarbeit bcschäfllgt war. „So, jetzt ist der letzte Stein des Anstoßes, den die thöilchte Verschwendungssucht der Jungen auf unsere Straße gewälzt, auch beseitigt. Was für ein Glück für uns, daß unsere Herren Söhne aus eigener Zutnaiive einen anderen Lebenswandel begonnen baben! Doch alle Anstrengungen wären vergeblich, oyne die Erbschaft, die uns von Onkel Siegfried zufiel." „Und ohne den guten und beschränkten Faißel", versetzte die Gräfin mit heiterem Ernst. „Nicht nur baben wir seiner Gutmülhigkeit die Hilfe in großer Ncsth zu verdanken, sondern auch das Leben unseres Otto, der mrr noch gestern versicherte, daß, wenn damals die Hilfe nur um einen Tag später angelangt wäre, würde diese nur noch seine Leiche anqetroffen haben. Dazudiese beispiellose Uneigennützigkeit! Selbst den geringsten Nutzen seines Geldes wies er zurück. Und die Juden werden beschuldigt, Wucher zu treiben? Und solchen edlen Menschen räumt man die Bürgerrechte nicht ein? Wie ungerecht! Wäre ich der Lenker des Slaatsscknsfes, ich würde nicht eher ruhen, bis die Juden die gleichen Rechte aller anderen Staatsbürger besäßen!" „Dann ist es auch gut, daß Du nicht der Lenker des Staates bist", lächle der Graf. „Wer weiß, ob Du dadurch den Juden, die sich ganz wohl in ihrem Ghetto fühlen, wenn sie nur vor dem Pöbel hinreichend geschützt sind, einen besonderen Dienst durch Verleihung der Rechte leisten würdest, welche die Mipgunst und den R id der Bevölkerung heraufbeschwören werden! Ich sage Dir, chere Delphine, je weniger Rcchte man hat, deftoioenlger läuft man der Gefahr entgegen, diese durch Grausamkeit verletzt zu sehen, oder sie gar zu verlieren. Ich versichere D'ch, unser Faißel fühlt sich ganz wohl in seinem beschränkten Bürgerrechte und heute wird er sich durch eintretende Ereigniffe noch glücklicher fühlen, als der mächtigste Souveram."