Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 98 (11.12.1899)
- Date
- 1899-12-11
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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2040 stattet seien, für.die nicht Hirsch Vi die Inschrift zum Gedenksteine verfaßt habe. Im April 1891 wurde der bisherige zweite Vorsteher Herr I. Kausfmanu zum ersten Vorsteher der Synagogen-Gemeinde gewählt und Hirsch das Amt des zweiten Vorstehers übertragen. Mit diesem Amte übernahm er das eines Vorsitzenden der Armenkommission und des von dem erstgenannten Herrn begründeten Vereins zur Unterstützung hilfsbedürftiger Juden. Auch in diesen Aemtern war Hirsch die Verkörperung eines echten Jehudi. Es war nicht nur die Unterstützung, mit der er die Armen erfreute und gar manche Thräne trocknete, es war sein Wort, das aus der Tiefe seines edlen und liebevollen Herzens quoll, mit dem er den Armen wohl that. Als Hirsch im Jahre 1896 seinen 60. Geburtstag feierte, wurde ihm von unserem Herrn Landrabbiner der Morenu-Titel verliehen. Als Mitbegründer und mehrjähriger Vorsitzender des Vereins zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer, als Mitglied des Schulvorstandes, sowie Vorstandsmitglied sämmtlicher Institutionen in Unserem Gemeindewesen hat Jsaac Hirsch durch seine reichen Kenntnisse, sein großes jüdisches Wissen, sein stets hilfsbereites Entgegenkommen und seinen scharfen Blick einen Namen erworben, dessen Andenken mit unserem Gemeindewesen für ewig verbunden sein wird. Bei dem hiesigen Amtsgericht war er viele Jahre als kaufmännischer Sachverständiger sehr beliebt. Es erübrigt uns noch ein Wort über seine große schriftstellerische Thätigkeit, auf die in diesem Blatte bereits hingewiesen wurde. Außer seiner Mitarbeiterschaft an Zeitschriften erwähnen wir zwei Romane „Die Walldorfer" und „Anna Pelzer". Auch in den Dienst der Bekämpfung des Antisemitismus setzte er mit schönstem Erfolge seine Feder. Ich glaube im Vorstehenden einen kurzen Abriß seines Lebens gegeben zu haben, das die beste Illustration zu der Lehre seines großen Vaters gewesen. Von der großen Beliebtheit gab denn auch die allgemeine Betheiligung beim Leichenbegängniß einen sprechenden Ausdruck. Lange vor der festgesetzten Zeit hatten sich die Spitzen der Gemeinde und eine große Anzahl von Mitgliedern im Trauerhause versammelt. Hier richtete Herr Direktor Dr. M. Hirsch- Frankfurt a. M. Abschiedsworte an den Dahingeschiedenen, die Hinterbliebenen und die Gemeinde ermahnend, in seinem Geist seine Werke zu erhalten. Ein unabsehbares Gefolge gab dem selbst bei seinen Gegnern geachteten Manne das letzte Geleits Auf dem Friedhose sprachen Herr Landrabbiner Dr. Gronemann und Herr Seminardirektor Dr. K n o l l e r recht herzliche Worte der Würdigung und des Dankes und Herr Kandidat Braunschweig (ein Neffe des Verstorbenen) Namens der Verwandten. Darauf schloß sich der Grabhügel über einen Mann, dessen Leben die schönste harmonische Aeußerung von Thora, Abodah und Gemiluth chesed gewesen! I. M. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Köln, 9. Dez., Abends. Wie rasch im Leben Schmerz und Freude miteinander wechseln, das sollte die Familie Dünner in tragischer Weise an sich erfahren. Mitten in die Festesstimmung der Jubiläumsfeierlichkeiten die die ganze Woche hindurch in Amsterdam zu Ehren Rabbiner Dr. Dünners abqehalten wurden, traf schnll und jäh die Nachricht von dem plötzlich erfolgten Tode von dessen Bruder Rabbi Wolf Dünner, dahier. Der Dahtngeschiedene, m anerkannt einer der größten Lamdonim Deutschlands gewesen, ist in vergangener Nacht nach large rem Leiden sanit verschieden. froht, 10. Dez. Nun haben wir ihn zur Ruhe gebettet, den großen Mann, die Leuchte in Israel, den Ob'v pw den frommen Dulder, den edlen Menschen und Freund, Rabbi Wolf Dünner. Im Alter von 64 Jahren, allzufrüh für seine Familie, allzufrüh für seine Freunde, allzufrüh für die ganze Menschheit u-'d allzufrüh für npnpn unTji deren treuester Diener er sein Leben lang war, ist er uns vorigen 'i'p 'zv Morgens gegen 2 Ühr entrissen worden. Obgleich der Verblichene die Morenu von den größten B’j'x: u. A. von R'bbiner S. B. Bamberger in Würzburg, von Rabbiner Nathanson in Lemberg und vielen Anderen besaß, wählte er den Kaufmannsstand als Beruf, ohne jedoch das Studium der Thora irgendwie zu vernachlässigen. Nicht nur, daß er jede freie Minute am Tage dazu benutzte, dier.'rl.nM auszuüben, ja sogar den größten Theil der Nächte vergönnte er sich keine Ruhe, um dieser heiligen Beschäftigung obzuliegen. Als ihm Schreiber dieses einmal Vorstellungen darüber machte, daß er Geist und Körper zu sehr überanstrenge und ihn bat, sich mehr Schonung aufzuerlegen, erwiderte er. das Studium der min mache ihm absolut keine Anstrengung, er befürchte sogar, um den Lobn zu kommen, da ihm das „Lernen" durchaus keine Mühe, sondern nur Vergnügen mache. Seine Kenniniß in wv und ffpe» war geradezu phänomenal und setzte Jeden