Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 94 (27.11.1899)
- Date
- 1899-11-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1958 wird ihre praktische Erfüllung zur Folge haben und dann erst kann die Rückkehr, diese volle Hinwendung -u allem Guten sich geltend machen. Erst uok dann ynnsh voba m*ipi und erst dann dürfen wir die Bitte wagen und auf ihre Erfüllung hoffen. nab# rawo unnm. apr xtonp n#n» .*tb»o mst mir,. „Die Thora, zu der uns Moscheh in Pflicht nahm, ist daS Erbgut der Gemeinde Jakobs." Dieser Satz, den unsere Kleinen zuerst aus dem Geistesschatz ihres Volkes lallen lernen, macht jedes Kind zum Ankläger seiner Eltern, seiner Lehrer und seiner Gemeinde, die ihm sein von Gott verbrieftes Erbe vorenthalten, wenn sie es nicht zur Thora erziehen. Nim man bv x^x a-tx bv ii'“t rftm px. Wie wir zur Thora uns gestellt, ob wir siegelernt und gelehrt, unsere Kinder dafür gewonnen oder ihr entfremdet haben, daS ist und bleibt doch der erste Gegenstand der Verantwortung, worüber wir von Gott einst zur Rechenschaft gezogen werden. Daß die Thorakenntniß wieder heimisch werde in unseren Gemeinden, das müßte die erste und letzte, das müßte Tag und Nacht die angelegentlichste Sorge aller derjenigen sein, welchen der Bruch der Zeit wirklich zu Herzen geht. In dem Augenblick, in dem diese Sorge wirklich Gegenstand unserer wichtigsten Sorge ist, in diesem Augenblick ist die Krise überwunden und die Heilung beginnt. Das wird nicht leicht sein. Der Unverstand und die durch die Unkenntniß großgezogene Mißachtung unserer Thora werden ihren ganzen Troß aufbieten um diesem Bestreben entgegen zu treten. Die Leidenschaft, die Genußsucht und Lebensgemächlichkeit werden das Studiu n der Thora wenig entsprechend finden und es als Rückfall in mittelalterliche Barbarei ftigmatisiren. Die. Eltern, die in Theorie und Praxis mit der Thora und ihren Anforderungen bereits gebrochen haben, werden sich dagegen sträuben, ihre Kinder auf den Knieen der Thora erziehen zu lasten und so einen Gegensatz im eigenen Hause zu schaffen, den sie bis jetzt nicht kannten. Diejenigen, die selbst diesen Zwiespalt zwischen Kindern und Eltern noch mit in Kauf nehmen möchten, zittern vor dem Gedanken, ihren Kindern durch eine wahrhaft jüdische Erziehung ihre Zukunft noch schwerer zu machen, als sie schon ohnedies ist. Andere besorgte Eltern werden die Ueberbürdung ihrer ohnedies schon sehr in Anspruch genommenen Kinder scheuen, die ein ernstes Quellenstudium der Thora bei ihren Kleinen nothwendig zur Folge haben müßte. Andere wird die Scheu vor dem Widerspruch zurückhaltend in welchem sie sich selber mit ihrer ganzen Vergangenheit und Wirksamkeit brächten, wenn sie sich und ihre Kinder wieder der Thora zuwenden wollten, der sie so lange und so entschieden bislang den Rücken kehrten. Aber der Redliche, fest seine Pflicht ins Auge fastende Jude, wird weit entfernt sich durch diese Ausbrüche und Ausflüchte verblendeter Leidenschaft einschüchtern zu lasten, in ihnen erst den rechten Sporn erblicken, diesen einzigen zum Heile führenden Weg einzuschlagen. Es handelt sich um die Jahrzehnte lang unbestritten geführte Herrschaft des Schlechten, dem das Scepter entwunden werden soll, warum sollte es nichtseinen ganzen Heeresbann dagegen aufbieten? ruA p$an mw wo jnn mp wo Hat Gott die Leidenschaft geschaffen und mit solcher Macht ausgestattet, so hat er uns aber in der Thora auch das Mittel gereicht, über sie Herr zu werden. Das Aufgebot aller Partifand der Leidenschaft gegen das Bestreben unsere Thora wieder heimisch zu machen in unseren Reihen ist der Beweis, daß dies der rechte Weg ist, um zum Ziele gelangen, nana 'bv njnn ax nco 2X nxn. So schwer es auch sein mag, gegen alle diese widrigen Verhältnisse anzukämpfen, es ist in Frankreich und speziell in Paris leichter, als es z. B. in Deutschland war. In Deutschland hat sich der Abfall vom überlieferten, historischen Judenthum prinzipiell und systematisch vollzogen. Man wollte des alten Judenthums mit Anstand sich entledigen und hing dem Treubruch ein prinzipielles, systematisches Mäntelchen um, schmuggelte die unjüdische Contrebande unter wissenschaftlicher Flagge in die Geister und Gemüther des Volkes ein, verdächtigte das treue Festhalten an der Tradition der Väter als beschränkten Stillstand und Rückschritt, während man der bunderbrüchigen Fahnenflucht das Diplom des Fortschritts, der Bildung und Aufklärung zuerkannte. Gegen diese geistige Verirrung und Verwilderung war der Kampf schwer, und dennoch wurde er ausgenommen und von den Kämpfern glorreich zu Ende geführt. In Frankreich lagen die Dinge anders. Dort waren und sind es von einzelnen, die Regel bestätigenden Ausnahmen abgesehen — nicht prinzipielle Verächter des Judenthums, welche ihm den Fehdehandschuh hinwarfen, sondern die äußeren sozialen und politischen Verhältnisse waren es, welchen die treue Erhaltung der jüdischen Eigenart störend in den Weg traten. Man hatte und hat in Frankreich von Haus aus keinen instinktiven Haß gegen das Judenthum der Väter, aber es stört im Erwerb, in der Erlangung und Behauptung von Würden und Ehren und man wendet ihm deßhalb den Rücken. Es ist der alte Unterschied zwischen onwo und paxm^anaia zwischen Abgefallenen, die aus Prinzip und solchen, die aus Leidenschaft sich lossagen. Selbst die Rabbiner und sonstigen Wortführer, die sich für ihre Person mit einer laxeren Erfüllung