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Der Israelit · 1899-11-27 · Heft 94 (27.11.1899) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 94 (27.11.1899)
Date
1899-11-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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'ffM^^ffMMMWWMWWWWNWWWWAWWWWWMW 1954 Im Verlauf seiner rhetorischen Glanzleistung producirte Wenng auch den Satz: „Die Reise des Kaisers nach England sei ganz unbegreiflich und müsse aufs Tiefste bedauert werden. DaS deutsche Volk begleite den Kaiser bei dieser Reise gewiß nicht." Man wird kaum fehl gehen mit der Annahme, daß auf Begleitung desjenigen „deutschen Volkes", in dessen Namen ein Wenng zu sprechen sich berufen fühlt, nicht blos für die Reise nach England, sondern in jedem Falle verzichtet wird. Der Platz dieses „deutschen Volkes" ist auch ganz wo anders, nämlich da, wo Radau-Versammlungen und Maulhelden- Tourniere abgehalten werden. Rur in dieser AthmoSphäre fühlen sich solche Elemente wohl und wenn es sich schon so oft vor der Oessentlichkett zeigte, daß sie sich im gewöhnlichen Leben gegenseitig mit Titeln wie Denuncianten, Verläumder, Jntriguanten u. dgl. beehren, wenn sie einander unehi liche Manipulationen bei Führung der Vereinskassen vorwerfen, so daß diese Dinge schon wiederholt Gegenstand von Gerichtsverhandlungen bildeten, so giebt es trotzdem doch einen gemeinsamen Boden, auf dem sich diese Edlen zusammenfinden und — allerdings für einige Stunden — brüderlich vertragen. „Selten habt Ihr mich verstanden Selten nur verstand ich Euch Wenn wir uns im Kothe fanden Da verstanden wir uns gleich." Oe sie rr. - Ungar. Monarch i?e. Temesvar (Ungarn), 10. Nov. Von dem Vorstande der aut. orthodoxen Gemeinde Josefstadt erhalten wir nachstehende Zuschrift: „In Nummer 66 Ihres vielgelesenen, die Interessen des orthodoxen Judenthums vertretenden Blattes w!rd dem Publikum ein Rabbiner der orthodoxen Gemeinde Temesvor-Vorstadt Fabrik, der behufs einer ministeriell genehmigten Geldsammlung zu einem Tempelbau auf Reisen sich befindet, auf das wärmste empfohlen. So gottgefällig es auch ist, den Bau eines neuen Gotteshauses durch freiwillige Spenden zu ermöglichen, so unstatthaft ist es, wenn man durch tendenziöse, die Ehre einer Nachbargemeinde tangirende, irreführende Angaben an die Miltdthätigkeit anderer Gemeinden appellirt. Und irreführend ist die den sammelnden Rabbiner empfehlende Notiz darum, weil in derselben behauptet wird, seine Gemeinde sei die einzige orth. isr. Gemeinde in Südostungarn. Besteht doch in der Temesvarer Josefstadt schon seit vollen 30 Jahren eine heute 220 Mitglieder zählende aut. orth. isr. Gemeinde, deren Statuten unter Z. 722 de Dato 5. April 1872 bestätigt würben und welche schon vor fünf Jahren ein würdiges dem m vollkommen entsprechendes, neues Gotteshaus mit dem Koftenauswande von 20,000 fl. nahezu ausschließlich aus eigenen Mitteln erbaut; dieser Tempel wurde von einem von der Durchführungs-Commission empfohlenen, hervorragenden orthod. Rabbiner eingeweiht. Geradezu urkomisch ist es aber, daß diejenige sogenannte Gemeinde, die sich in in- und ausländischen confessioncllen Blättern — freilich zum edlen Zwecke einer Geldsammlung — als einzige orth. Gemeinde in vier Comitaten gerirt, in Wahrheit selbst keine aut. orth. Gemeinde ist, sondern sich als eine von der Temesvar-innerstädtischen neologen Gemeinde fubventionirte orth. Fraktion entpuppt, die der erwähnten neologen Gemeinde aus hier nicht zu erörternden Gründen ihr Entstehen und Bestehen verdankt. Zur Bekräftigung dieser unserer Behauptung wollen wir nur zwei sehr deutlich sprechende Beweise anführen. Erstens hat diese sogenannte „einzig orth." Gemeinde seit 1886, als die Matrikenämter staatlich geregelt wurden, bis zum Jnslebentreten der kirchenpolitischen Gesetze ihre sämmtlichen Matriken beim Temesvar-innerstäbt. Oberrabbinir der neologen Gemeinde anmelden müssen. Zweitens, kennt die orth. Landesdurchführungs Commission, also die oberste Behörde sämmtlicher orth. isr. Gemeinden Ungarns diese sogenannte Gemeinde gar nicht, wie ein unter 6144 von der Durchführungs Commission an die Temesvar-Josesstädt. aut. orth. isr. Gemeinde gerichtetes Schreiben bezeugt, in welchem nach Namen des Vorstehers und Rabbiners der vermeintlichen orth. aut. Gemeinde gefragt wird, um in der Angelegenheit amtzuhandeln. MlllheilllMU aus de» M. Arme«»erri«e» u«d sör dirsklbev. (Tämmtliche jüd. Wanderbettelverelne und Kaffen für Durchreisende find gebeten, uns Mittheitungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer Thütigkeit machen, znkommen zu taffen ) Blank aus Gouv. Lomzo, der einen Werthbrief von Echzell aus absandte, hat ihn nach Alsfeld i. H. zurückgesandt bekommen, wo er vorläufig liegen bleibt. Armenvereine wollen ihn darauf aufmerksam machen. Niederaula, 24. Nov. 69, p. Goldmeier. Vermischtes Baltimore. Der Missionär Donlap, dessen provokatorisches Auftreten in den GhettlS von New-Borl und Philadelphia schon wiederholt Erzesse provozirt hat, sucht jetzt unsere Stadt heim. Er fährt mit seinem ^teklamewagen durch die von den Juden hauptsächlich bewohnien Stiaßen und haranguirt die Juden zur Taufe. Ter Bürgermeister- Hat ihm aber gedroht, die Fahrlizenz zu entziehen, wenn er Kravalle hervorruft, wie in New-Aork.

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