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Der Israelit · 1899-11-27 · Heft 94 (27.11.1899) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 94 (27.11.1899)
Date
1899-11-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1951 So reich die Geschichte Israels an solch offenkundigen Wundern ist, die jüdische Geschichte, die Geschichte des Gottesvolkes seit der Zeit seiner Zerstörung ist ein weithin leuchtendes Denkmal der anderen göttlichen Wunderwaltung, die sich in natürlichen Formen vollzieht. So gewiß das Leuchten, der regelmäßige Aufgang und Niedergang der Sonne ein größeres Wunder ist, als ihr einmaliger Stillstand, so gewiß ist die Jahrtausende hindurch dauernde wunderbare Erhaltung des Gottesvolkes ein größeres Wunder, als oie einzelnen Momente, in welchen die Wundermacht Gottes plötzlich auch dem schwachen Blick sichtbar wird. Das dürfte der Sinn der Worte unseres Chanukagebets sein: spuvi nto-u rmvn iwv bxiV' -pwto nn Dinar Mit dem Siege und der Befreiung Israels hast Du o Gott daffelbe Wunder vollzogen, das jeder Tag, durch das regelmäßige Walten des Tagesgestirns der Sonne bedeutet. Die Worte: n an n '2 tot nattm mn nm erklärt in diesem Sinne der Verfasier der mpy: Dü brauchst nur den Tag zu erkennen und richtig zu würdigen, um Dir das Bewußtsein unverlierbar ins Herz zu senken, es gibt einen Gott. Das Bewußtsein dieser Wundergröße Gottes in der, von der nur fort und fort leben, entzünden wir mit unseren Chanukalichtern. Mag das, was der Welt als Wunder dünkt, die Manifestirung Gottes durch Aufhebung aller bestehenden Verhältnise, immerhin sett Jahrtausenden zurückgetreten sein. Unsere Erhaltung, unser Bestand, unsere Zuversicht in die Zukunst sind e n größeres Wunder. Auf diese Wunoerwaltung sind wir angewiesen uno werden wir alle Zeit angewiesen sein, in unserem Verhalten der großen umflulhenden Welt gegenüber und speziell in unseren BlZ'.ehungen zu Gott und seinem Gesetz. Ist das bloße Dasein Israels nicht ein weit hin leuchtendes Wunder Gottes? Das Lamm unter 70 Wölfen, wie es die allegorische Sprache der Weisen nennt? Und wäre es möglich ohne Gottes wundermächtigen Beistand ein Leben zu entfallen, das sich gewissenhaft in göttlichen Bahnen bewegt? Sie haben alle Recht, alle welche sagen, daß nach gesundem Menschenverstand der Jude nicht reüssiren könne, der seinen Sabbat und seine Feiertage hält. Gewiß nach dem gesunden Menschenverstand nicht. Dieser sieht aber bei aller Gesundheit nur was in seinem Gesichtswinkel liegt, was sich bemessen, berechnen und zählen läßt. Er sieht oie Schranke, welche die Heiligung des Sabbat unser Erwerbsleben zieht, aber den Segen sieht er nicht, den Gott gerade an der Herlighaltung des Sabbat geknüpft hat, sieht nicht, nue sich füglich diejenigen, die dieses Gotteszeichen treu bewahren, doch nicht schlechter, wie sie sich bester stellen, als diejenigen, die es von sich weisen. Ec sieht das Tattn »s am vnpi, aber das on rin 1121 'raen sieht er nicht. Der sinnliche Verstand hält es unmöglich, daß ein Kind erstarkt, das am achten Tage seines zarten Lebens für Gott sein Blut hingibt und die nach Jahrtausenden zählende Geschichte unseres Volkes zeigt, daß ihm die zäheste Lebenskraft innewoynt. Wer kann bestehen, bei der Einschränkung, welche die Speisegesetze, die Reinheitsgesetze, die Gesetze, welche unser Erwerben und Genießen regeln, frägt der sinnliche Verstand. Und unser Volk gibt darauf die Antwort nicht durch Schriften, nicht durch Predigten, nicht durch Diskussionen, sondern durch sein Dasein. Das ist die Wunderwaltung Gottes, welche die Geschichte des Chanukahfestes alljährlich neu in uns belebt. Damals hatte sich eine ganze Welt verschworen uns dieses Gesetz zu verleiden, es durch Räder und Folter aus den Geistern und Gemüthern eines ganzen Volkes zu reißen. Sie haben sich alle verrechnet. Die Wunderwaltung Gottes hat uns gerettet. Sie hatte die Schwachen stark und die Starken schwach gemacht und jedes Chanukahlicht, das aus unseren Häusern in die Nacht hmernleuchtet, weckt in seinem Strahl in jeder jüdischen Brust auch für die ähnlichen Gefahren unserer Zeit die zuversichtliche Ueberzeugung: toun tojd w ns n tne» sb '2 „Gott verläßt sein Volk nicht um Seines großen Namens willen, der mit ihm verknüpft ist." Zeitungsnachrichten nrrd Eorresponderrzerr Deutschland. Mainz, 24. Nov. uny yao toenv -innS sei auf Folgendes aufmerksam gemacht. Alljährlich werden aus Ungarn zahllose irr>a-Gänse importirt. Die Consumenten, wenn sie auch auf nntto refleetiren, geben sich selten die Mühe, diese Frage eingehend zu prüfen; sie leben in dem guten Glauben, daß alles, was aus Ungarn kommt.rinrpa rpina sei. All denen sei es gesagt, daß sie sich in einem großen Jrrthum befinden. In Ungarn liegen die riiiva-Zustände nicht anders als bei uns. Auch dort giebt es getheitte Gemeinden und getheilte Begriffe über Judenthum und seine Pflichten. Dem es ernst um die Emunoh zu thun ist, der kann sich mit einem Judenlhum, wie es sich im Kopse eines neologen Juden darstellt, freilich nicht befreunden.. All seine. Einrichtungen bezüglich des ’.tctbi nenoi *n« können und dürfen ihm nicht maßgebend sein — er kann sie nicht anerkennen.

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