Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 93 (23.11.1899)
- Date
- 1899-11-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1928 Offenbarung und braucht sich nicht vor dem Richterstuhle der kritischen Zeitwisienschaft zu verantworten. Sie trägt ihre Maßstabe in sich selbst. Israels Zerstreuung soll eine Heilssaat von herrlichen Gedanken in den Geistesboden der Erdenvölker sein. Islam und Christemhum sind aus solchen Samenkörnern hervorgewachsen. So hat im Kusari das Judenthum seine erste ihm immanente Religions- und Geschichtsphilosophie erhalten. In genialen Strichen ist hier eine einheitliche jüdische Weltanschauung skizzirt und jeder, der das Judenthum aus dem Judenthum verstehen will, wird sich zunächst in den Kusari versenken müssen, wo wie bei der Sonne Licht und Wärme vereint ist. So haben wir, von den Lichtern ausgehend, die aüs der Zeit heldenmüthiger Kämpfe für Licht und Wahrheit zu uns hinüberftrahlen, die Jahrtausende der jüdischen Geschichte durchwandert und haben den acht Lichtern der Menora entsprechend vor unser Geistesauge die acht bedeutsamsten Träger von Licht und Lehre in Israel hingezaubert ttnp £!?n jrun an. „Diese Chanukkalichter sind heilig", und heilige Gedanken haben sie in unseren Herzen wachgerufen. Neben den muthigen Hasmonäern, die das Licht des Glaubens im Kampfe gegen die finstere Gewalt der Nacht siegreich erretteten, tauchte aus den vergangenen Jahrhunderten liebeumflossene Lichtgestalten auf, die alle mit dem Psalmisten bekannten: -n« „Der Ewige ist mein Licht." Möge auch in unserem Herzen auflodern die leuchtende Begeisterung für die lichtvolle Lehre des Ewigen, die innige Verehrung für die leuchtenden Geister unseres Volkes und der flammende Heldenmuth, wenn es nöthig ist, für das heilige Vermächtniß der Ahnen mit Makkabäersinn unerschrocken einzutreten. ZettrrngSrrachrichteir ttttb Correfpondenzen Deutschland. Fürth, im Nov. Am 17. d. Mts. wurde der Senior der hiesigen Aerzte, Herr Dr. Sams on Landm a n n, Ehrenbürger der Stadt Fürth, zu Grabe getragen. Die stattliche Trauerversammlung legte Zeugniß ab für die Verehrung, die der Verstorbene im Leben genoß. 22 Jahre lang war er Vorsitzender des Gemeindekollegiums und auch nach seinem Austritt aus dem Kollegium, den er nach zurückgelegten 70. Lebensjahre vor nunmehr 13 Jahren bethätigte, hat er die Interessen der Stadt noch in hohem Maße gefördert. Nach der Leichenrede, in der Herr Rabbiner Dr. Neubürger ein treffliches Charakterbild des Verstorbenen gab, ergriff Herr Bürgermeister von Langhaus das Wort, um dem verdienten Ehrenbürger Namens der städtischen Kollegien einen warmen Nachruf zu widmen. Der zweite Vorsitzende des Gemeindekollegiums, Herr Dr. Degen, rühmte sodann an dem Verstorbenen die Pflichttreue in seinem Wirken für die Stadt. Im Austrage des Unterstützungsvereins bayerischer Aerzte, dessen Begründer der Verstorbene war, sprach Herr Hofrath Dr. Heller aus Nürnberg es aus, daß in dem Entschlafenen die Aerzte Bayerns ihren größten Wohlthäter verlieren. Im Namen des ärztlichen Bezirksvereins Fürth sprach Herr Dr. Stark, und Gemeindebevollmächtigte Herr Baritsch feierte zum Schluffe in dem Verstorbenen den überzeugten, prinzipientreuen Demokraten. Den Dank der israelitischen Gemeinde hat sich der Entschlafene vor allem dadurch erworben, daß er Jahrzehnte lang als Arzt am israelitischen Spital wirkte. Mit Herrn Dr. Samson Landmann ruht bereits der zweite Ehrenbürger auf dem jüdischen Friedhof zu Fürth, rcjfjr. -h- Norderrburg, 14. Nov. Vorgestern fand hier unter großer Betheiligung von Nah und Fern die Einweihung der neu-rbauien Synagoge statt. Nachdem die Festtheilnehmer in feierlichem Auszuge vor den Pforten der Synagoge angelangt waren, hielten der Herr Bürgermeister und der Vorstand der Gemeinde eine kurze Ansprache und dann wurde unter den Klängen des 24. Psalms der Einzug in die freundliche und anmuthige Synagoge gehalten, die nach dem Plane des Regierungsbauführers Herrn Hey mann—Berlin, von Herrn Maurermeister Ritzkowsky hier erbaut ist. Nach einem erhebenden Gesang des Oberkantors Herrn Birnbaum, der von einem gut geschulten Männerchor unterstützt wurde, hielt Herr Rabbiner B e erma nn—Insterburg in gewohnter Meisterschaft die Festpredigt, deren von tiefer religiöser Begeisterung durchglühten Worte ersichtlich auf alle Hörer einen tiefen Eindruck ruachten. Mit einem Gebete für Kaiser und Vaterland und daran sich anschließenden Gesänge und erstem Gottesdienst schloß die erhebende Feier. Am Abend versammelten sich die Festtheilnehmer int Adlerhotel zu einem solennen Mahle. Dem von dem Rabbiner begeistert ausgebrachten Kaiserhoche folgte eine Reihe von Toasten, welche die Verdienste des Gemeindevorstandes und besonders die des Herrn B. Sandebowsty um das Zustandekommen des Werkes feierten. Auch der Herr Superintendent des Ortes, oer als Ehrengast dem Feste beiwohnte, gab in liebevollen Worten seinem Glückwunsch für die Gemeinde Ausdruck. Lübeck, 20. Nov. Die hiesige Gemeinde hatte, als sie im Jahre 1848 die Erlaubniß zum Einzug in die Stadt erhalten, in der Wahmstraße im Hintergebäude des zur Synagoge eingerichteten Grundstückes die dort Vorgefundene Quelle zur Herstellung des rituellen