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Der Israelit · 1899-11-20 · Heft 92 (20.11.1899) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 92 (20.11.1899)
Date
1899-11-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1912 biner und machte auf einige in der Praxis vorkommende Mangel aufmerksam, zu deren Beseitigung er entsprechende Anträge stellte. Er besprach die bereits in früheren Jahren angeregte Frage der Zugehörigkeit der Rabbiner zum Armenpflegschaftsrathe und zur Lokalschulkommission u. s. w. Die Konferenz beschloß, nachdem einige Kollegen von der Vorgesetzten Behörde für die Aufrechthaltung der Stiftungen verantwortlich gemacht wurden, die erforderlichen Schritte bei dem kgl. Staatsministerium zu thun, um es den Rabbinern zu ermöglichen, ihrer Pflicht der Ueberwachung der Kultusstiftungen zu genügen. Infolge bekanntgewordener Mißbräuche sprach die Konferenz auf gegebene Anregung den Wunsch aus, daß die Vertretung bei Trauungen nur solchen Persönlichkeiten übertragen werde, die im Besitze einer Hatoroth Haurooh sind. Als „geeignete Substitute" bei Beerdigungen (im Sinne der Minist. Entschl. vom Juni 1863) können auch Lehrer aufgestellt werden. Dem Rabbiner steht selbstverständlich das Recht zu, die dem Lehrer einmal ertheilte Genehmigung wieder zurückzuziehen. Auf weitere Anfrage wurde konstatirt, daß auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Lehrer nur mit Genehmigung des zuständigen Rabbiners religiöse Vorträge in der Synagoge halten dürfen. Der als Gast eingeführte Herr vr. med. Münz—Nürrberg hielt der Konferenz einen Vortrog über die projektirte Gründung einer Kinderheilstätte in Kissingen und berichtete über die bisherigen Resultate seiner Enquete über die voraussichtliche Zweckdienlichkeit einer solchen Anstalt. Die Konferenz nahm von seinen Mittheilungen dankend Kenntniß und die Theilnehmer versprachen, durch Umfragen bei den Aerzten in ihren Kreisen die vorbereitenden Arbeiten zu unterstützen. Der geschästsführende Ausschuß (Dr. Cohn— Jchenhausen, Dr. Werner—München, Dr. Neubürger— Fürth, Dr. Meyer—Regensburg, Dr. Ziemlich— Nürnberg), und die L hrbuchkommission (Dr. Groß— Augsburg, Dr. Werner—München, Dr. Kohn — Ansbach), wurden wiedergewählt; an die Stelle des sel. Rabbiners Bamberger—Kissingen tritt, nachdem dessen Bruder, Rabbiner Bamberger—Würzburg, die auf ihn gefallene Wahl abgelehnt hat, Dr. Stein— Schweinfurt in den Ausschuß und in die Kommission ein. Auf eine am 1. Konferenztage an Sr. Kgl. Hoheit den Prinzregenten gesandte Huldigungsdepesche traf beim Vorsitzenden folgende telegraphische Antwort ein: „Sr. Kgl. Hoheit der Prinzregent entbieten den zur diesjährigen Konferenz in Niirnberg versammelten bayerischen Rabbinern für die allerhöchst demselben zum gestrigen Namensfeste dargebrachie loyale Huldigung Ihren besten Dank. Im allerhöchsten Aufträge: Freiherr von Zoller, Generallieutenant, Generaladjutant." Bad Kissingen. Zu Vervollständigung Ihres Berichtes über das Leben des leider zu früh dahingegangenen Lehrers und Führers unserer Gemeinde, des Distrikts Rabbiners M. L. Bamberger *>■», sowie der Schilderung der Trauerfeierlichkeiten sei durch diese Zeilen noch ein Nachtrag gegeben über einen am vorletzten Tage der nvbv in unserer Synagoge stattgefundenen nevn. Denselben hielt der Schwiegersohn des Verewigten H Herr Rabbiner Dr. S. Bamberger in Schrimm, in unserer Synagoge. Es waren hiezu durch die hiesige Vorstandfchaft die Kultusvorstände der Distrikts^ Gemeinden einqetaden worden, die denn auch in ansehnlicher Zahl sich einfanden. Die Synagoge war d'cht gefüllt und legte dieser Umstand beredtes Zeugniß ab von der erfreulichen Thatsache, daß der Werth unseres unvergleichlichen Rabbiners b'M sich tief dem Bewußtsein seiner Schutzbefohlenen eingeprägt hat, daß sein Wirken die verdiente Anerkennung gefunden. Unter den Zuhörern bemerkten wir auch die Herren Distrikts-Rabbiner Dr. Bamberger—Burapreppach und Dr. Stein—Schweinfurt. Nach der Notation verschiedener Psalmen durch den Kantor und die Gemeinde zeichnete der Trauer»Redner in beinahe iV^stündiger meisterhafter Rede ein umfassendes und erschöpfendes Bild des Verblichenen, er schilderte eingehend das Wirken deffelben nach den verschiedensten Seiten, indem er seinen Ausführungen den Vers der Hapthara der betreffenden Woche: „Die Lippen des Priesters wahren die Erkenntniß re." zu Grunde legte und durch viele geistreich erklärte Midraschworte dieselben würzte. Man konnte aus der athemlosen Spannung, mit der die Zuhörer dem Redner folgten, auf ihre tiefe Ergriffenheit schließen und erkennen, wie ihnen der Redner ans der Seele gesprochen. Mit der weiteren R-citativn von Psalmen schloß die würdige Feier. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 16. Rov. (Abgeordnetenhaus.) Nach einer weiteren achtstündigen Debatte über die Exceffe in Mähren, die sich wiederum zu einer Judendebatte gestaltete, wobei Abg. Strauch er die Blutmärchen Schneiders widerlegte, wurde beschlossen, einen Untersuchungsausschuß einzusetzen, der auf Antrag Schückers sich auch mit den Graslitzer Vorfällen beschäftigen soll. In der Debatte kam es auch gu einem heftigen Zusammenstöße zwischen Kozlowski und dem Sozialdemokraten Daszynski, der eine ganze Statistik über Tode und Verurtheilte anläßlich der galizischen Wahlen vorbrachte. Wien. In einer Sitzung des Cultusvorstandes referirte Herr Dr. Maximilian Steiner Namens der I. Section über die im Einvernehmen mit dem Rabbinate vorzunehmende Neuregelung der Bemeffungs-

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