Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1899)
- Date
- 1899-11-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1892 schaffen und dawollte er ihm nie und nimmer vergessen! Nun sollte er dem Jomtow, dessen Sohn, seine Sara, sein Kleinod zur Frau geben? Und mit solcher Zumuthung wagte seine Sprinze, die ja seine Pein, seine Schmach kennt, die er durch Rosenzweigs Rücksichtslosigkeit erfahren, die sie ja selbst miterlebt und mit durchkämpst halte, an ihn herangetreten? Ist eS möglich? Er soll sich noch einmal mit Roscnzweig verwandtschaftlich verbinden, nachdem er die bestandenen verwandtschaftlichen Banden durchbrochen, sie weit von sich geschleudert hatte? — Nein! Niemals! — Jomtow ist wohl ein prächtiger Mensch und er kann eS feiner Sara nicht verargen, daß ihre Wahl ihn getroffen; aber auch er hat triftige Gründe, diese Wahl nicht zu billigen. Wohl zuckte sein Herz vor Schmerz zusammen, wenn er die Thränen in den Augen seiner Sara perlen sah, die Nässe ihres Angesichts wahrnahm und seine triftigen Gründe drohten wie ein Kartenhaus zusammenzustürzen, aber es genügte blos Simon RosenzweigS Aufschrift und des Schammes Graunoms Bekanntmachung in seiner Erinnerung wachzurufen, um ihn unempfindlich gegen den Seelenschmerz seines heißgeliebten Kindes zu machen. VI, ES war gegen 12 Uhr mittags, als Faißel pünktlich wie immer die Arbeiterräume seiner Fabrik verließ und sein Haus betrat- Sonst pflegte er sich sofort in das Wohnzimmer zu begeben, wo er seine Sprinze und Sarah mit dem Decken des Tisches beschäftigt antraf. Heute stieg er mit feierlichem Ernst tief ausseufzend die Treppe hinauf, die zu seinem Bureau führte und dabei murmelte er vor sich hin: „Wenn es nur gelingt!" Faißel war ein Mann von etwa fünfundfünfzig Jahren. Sein von einem ergrauenden Vollbart umrahmtes Gesicht war nicht unangenehm und wurde durch den unverkennbaren, gutmüthigen Zug, der sich in demselben offenbarte, noch sympathischer. Er war groß, breitschulterig, fast feierlich in seinen Bewegungen. Sein ganzes Auftreten drückte zu viel Selbstvertrauen aus, das Bewußtsein der eignen Bedeutung trat zu stark hervor, um den scharfen Beobachter verbergen zu können, daß seine Gutmüthigkeit eng verschlungen mit seiner Eitelkeit sei und beide zuweilen Motive zu wenig schönen Ausbrüchen werden können. Er räusperte sich und trat in sein Bureau ein, in welchem ein ältlicher Herr bei den Büchern beschäftigt war. „Es ist bald Mittag, Scholaum. Ihr könnt Euere Arbeit einstellen und nach Hause zum Essen gehen." „Eine halbe Schooh ist auch nicht lösche^)", erwiderte Scholam indem er sich von seinem Sitze erhob. „Von Rebb Gerfchaun Ruhlmann ist ein Brief da." „Was schreibt er?" frug Faißel gespannt. „Ist er mit der Sendung Sechauroh^2) zufrieden." „Nein, Prinzipalleben, er ist nicht zufrieden." (Fortsetzung folgt.) 131) Eine halbe Stunde macht nichts aus. 132) Waaren. S)«r -J-roelit" erscheint wSfhntlleh iweiatl, «m«! D«aB«pitaca, jedesmal t» mindeste»« -wet B«gen. Prei« pro Vierteljahr bet der Post 3 Mark ohne Bestell>eld. An-land entsprechend Höher. M«e •tarntet TLNjiährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehme» Bestellungen an. — Sr» Suchhnnorl verkehrt durch *. Jf. Ktriuschrr, Leipzig, Notzplatz Jf. — Inserate 26 Pfennig dievtergespaltene Settt-e'le oder deren Raum. Preis ver Zeile tm Reclametheil 7b Pfennig. — Direkte Francozufendung unter Streifband pro IÄdria«g für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen bfterr., für'« Ausland IS Reich «-Mark, an di« Expedition franco rinsenden. PostreitungSliste 3784. Telephon 315. •Um tHdfentnmg der «« die Nednettor» eiugefambtem «»rrttsertpte» ffn»«t nicht ftutt, man kittet daOtzalk, ftch »#tt «Mn Gtrrsenvurrgerr eine L»pt« rurüch-udehntte«. GtsUs»s«ch»»k« ertzOltem mnf »««sch die J»ser»t«»-BeU«Go vier «*che» Utt* Gratis «mm frnaes »«GefaAdt Itt-dit (Hchvptbßatt). Leitender Artikel: Die Friedensbedingungen des Stärkeren. — ZeitungSnack-richten u Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Frankfurt. OeÜerr.-Ungar. Monarchie: Wien. England: London. — Vermischtes. — Feuilleton: Ter Schammer und der Schaute. (Fortsetzung.) Anhatt der erste« Beilage: Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen: Deutschland- Mainz. Berlin. Frankfurt. Aus Westfalen. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Prag. England: London. - Vermischtes. Jrrtzalt der dritter» Beilage: Seitenber Artikel: Die Emanzipation der Juden in Frankreich. Zeitungsnach richten und Correfpondenzen: Deutschland: Karlsruhe. Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. England: London. G?tk»-BettNGa r Bestellkarte der Firma Joseph Marcus, Burgsteinfurt. Berantn örtliche Redeetton: OScar Lehma»« in Mainz. — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck trab Verlag der Joh. Wirth'scheu Hofh«chdruckerei-?kctte«»Gesellschaft in Mainz. #Uft* drei ffiilignt