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Der Israelit · 1899-11-16 · Heft 91 (16.11.1899) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 91 (16.11.1899)
Date
1899-11-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1891 vermischtes □ München Seit Jahr und Tag wird allen politischen und anderen Zeitungen ein Neklameblatt beigelegt, das „Hämatogen" des Dr. Hommel betreffend. Leider verordnen auch jüdischeAerzte diesen strengstens verbotenen Stoff, der schlimmer als Tin, weil dieses Hämatogen, wie schon der Name sagt, aus Thierblut bereitet wird — also rrü “9D'n (Strafe der Lebenskürzung rwrO vorliegt. Mögen daher alle unsere Glaubensgenossen auf ihrer Hut sein und trotz ärztlichem „Anrathen und Verordnen" dieses unerlaubte Arzneimittel verwerfen. (3. B. Mos., Cap. IS, Vers 10—14. 5. B. Mos., (5ap. 12, VerS 23 u. 21. > Aus dem Unter Elsaß (Konsistorialwahl.) Am Sonntag, den 19. November, findet eine Wahl von drei weltlichen Mitgliedern des Konsistoriums des Unter- Elsaß an Stelle des verstorbenen Herrn Isaak Adler und der Herren Arthur Moch und Leo Schwartz, deren Amtsdauer mit dem 31. Dezember 1899 abläuft, statt. Die allgemeine Gesammtstimmenzählung wird am 29. November, um 10 Uhr Morgens, im Konstistoiallokale in Straßburg stattfinden. BreSlau. Ende vorigen Monats starb hier Dr. mo.l. Traugott Krön er Dozent für Frauenheilkunde von der dortigen Universität, Bruder des Kirchenraths Tr. Kroner "E zu Stuttgart. Derselbe war durch eine langwierige Krankheit in den letzten Jahren in seiner Thätigkeit als Lehrer und Forscher schwer beeinträchtigt. Seine edlen Eharaktereigenschaften sichern dem Verblichenen ein ehrendes Andenken in den Herzen Aller, die ihn näher kannten. .n"3Sjn Dornheim, 10. Nov. In Nr. 88 des „Israelit" findet sich in einem Artikel aus dem Kreise Darmstadt eine angebliche Aeußerung des Herrn Rabbiners Dr. Marx bezüglich der "lpt2 in Dornheim. AIS Zeuge des Gesprächs möchte ich richtig stellen, daß besagte Reparatur höchstens 200 ZOO Mark beträgt. Liverpol, 9. Nov. Mr. Louis S. Hohen, Ehef der bedeutenden Waarenfirma Lewis, wurde einstimmig zum Lord Mayor unserer Stadt gewählt. Nach dem „Jewish Ehronikle" erklärte Mr. Eohen, er beabsichtige bei keiner öfi'entlichen Funktion am Frel'ag Abend oder Sabbal amtlich Theil zu nehmen. Feuilleton. Der (Lhammer und der schallte. Eine Humoreske aus dem jüdischen Leben der gnten, alten Zeit. Von Maurice Ma«orr. 8) (Alle Rechte Vorbehalten.) Der Rabbiner, dem Faißel die Verhandlung mit Rosenzweig geschildert, die zu der verhängnißvollen Aufschrift Anlaß gegeben, welche zu so vielen Verwirrnifsen geführt hatte, konnte sich nicht enthalten, ihm in milder aber auch eindringlicher Sprache zu erklären, daß er den ihn so verletzenden Vorfall, als wohlverdiente Strafe seiner Eitelkeit anzusehen h Die Eitelkeit habe ihn geblendet unb in ihm unlautere Gefühle geweckt. Er habe nach Reichthümern gestrebt, nicht zum Zwecke um Gutes zu thun, Wohlthaten zu üben, sondern weil er seinen Stand, der ein sehr ehrenwerther ist, verachtet und glaubte, durch den Glanz des Reichthums an Ehren und Ansehen zu gewinnen. Er habe vergessen, daß Armuth keine Schande und daß jeder Beruf ehrenvoll ist, wenn ihm die Ehrenhaftigkeit nicht abgeht. Das habe die Eitelkeit bei ihm bewirkt und da mußte sich auch der Grundsatz der Weisen: „Wer nach Ehren strebt, von dem entflieht die Ehre" an ihm wirksam zeigen. Ganz zerknirscht und voll bitterer Gefühle gegen Roscnzweig, den Urheber seiner öffentlichenVloSstellung, verließ Faißel den Rabbi. Die ernsten Worte des Rabbi wirkten wohl wie ein kalter Wasserstrahl ernüchternd aus seine Vorstellung von Reichthum und Ansehen. Aber, daß sein Herzenswunsch, seinem Kinde ein Leben frei von Roth und Sorge zu schaffen, eine Sünde, das Streben nach Reichthum zu diesem Zwecke verwerflich sei und mit Schmähung und Schimpf bestraft zu werden verdiene, vermochte der gründlich beschränkte Faißel nicht zu begreifen. Sein Groll und Erbitterung gegen Rosenzwcig nahm zu, als sich alle Kundgebungen des Rabbinats und der Synagogenbehörde erfolglos erwiesen und Faißel für alle Einwohner von G . . . . als der ausgemachte große Ehamaur und noch größere Schaute von Mekaur au? verblieb. Als aber auch seine reichen Spenden, die er mit offenen Händen allen gemeinnützigen Wohlthätigkeitsanstalten in G . . . . zugewendet hatte, keine besondere Anerkennung fanden, und den ihm angethanen Schimpf zu verwischen nicht vermochten, beschloß Faißel, G . . . . zu verlassen und nach P .... zu übersiedeln. Doch auch in P. . . j, nur scho i di; Kunde seiner Individualität, wie sie Roffnzweig an ihm entdeckt hatte, gedrungen. Wie ein Brandmal heftete sich jene Blosstellung an seine Fmen und hinderte ihn, das verdiente Ansehen zu erringen. Ec mar wohlthätia, sreundl'.ch g--gen Jedermann, der Höchstbesteuerte der Gemeinde und doch wollte es ihm nicht gelingen, ein Ehrenamt in der Gemeinde zu erhalten, und daran war kein anderer als Rosenzweig schuld; denn wer sollte einem ausgemachten Chamaur und Schonte ein Amt, welcher Klugheit und Ueberlegung erfordert, wohl anmrtrauen? Daran mußte Faißel voller Erbitterung fort und fort denken und jede neue Niederlage, die er während der vielen Jahre zu verzeichnen hatte, schrieb er ohne Weiteres anf Rofenzw.igs Conto, den cr nicht ohne Grund als den Fluch feines sozialen Lebens ansah. Rosenzweig hat mit oder ohne Absicht aus ihm eine Gestalt der Lächerlichkeit, ein Zerrbild ge-

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