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Der Israelit · 1899-11-09 · Heft 89 (9.11.1899) · page 30

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 89 (9.11.1899)
Date
1899-11-09
Page
– (sequence 30)
Language
German
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Bericht des Vereins zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina für das Jahr 1898. (T. Fortsetzung *) Die Art und Weise seines Prüfens ist reich an Anregung und guten Winken sowohl für die Lehrer, als auch für die Schüler. Ausser einem eintägigen Ausflage zu Wagen nach Dilb, einem an der Chaussee Jerusalem-Jaffa gelegenen, 2 Stunden von Jerusalem entfernten Orte mit Wasserquellen und schönen Waldungen, wurden mehrere kleinere geographische Ausflüge in die nächste Umgebung Jerusalems unternommen. Die Schule schloss am 15. März mit 86 Zöglingen.“ Von den Externen erhielten 31 das Mittagessen im Waisenhanse gratis. Ferner berichtet Herr Director Cohn unterm 28. Mai: „Das neue Schuljahr begann am 12. April mit 90 Zöglingen, welche sich auf die einzelnen Klassen wie folgt vertheilen: Deutsche Klasseneinteilung I Kl 8 und II. Klasse II, kombinirt; III. Kl. 28; IV. Kl. 43. Hebräische Klasseneinteilung I. Kl. 8, II. Kl. 16, III. Kl. 31, IV. Kl. 34. Von den Zöglingen sind 14 Interne und 76 Externe, 68 vom vorigen Schuljahre und 22 neu aufgenommen. Vor Schluss der Frühlingsferien, am 9. April, wurde ein dreitägiger Ausflug nach Jericho, dem Todten Meere und dem Joi dan unternommen. Der Ausflug zu Wagen, an dem 40 Zöglinge theilgenommen haben, bot denselben sowohl Vergnügen und Erholung, als auch treffliche Gelegenheit zur Erweiterung ihres Anschaunngskreises und zur Förderung ihres Interesses an dem biblischen, geographischen und naturkundlichen Unterricht. LazarRokach, der im Frühjahre 1898 die Schule mit vorzüglichem Erfolge absoMrt hatte und im Laufe des verflossenen Schuljahres seiner Fortbildung oblag, hat, Dank der Beihilfe hiesiger und auswärtiger Gönner, und speziell dem gütigen Entgegenkommen seitens der Direction und des Comitös der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer zu Hannover, diese Anstalt beziehen können. Roch ach berechtigt zu der Hoffnung, dass er nach Absolvirung der Seminaikurse das erlangte Wissen zum Besten der hiesigen Jugend fruchtbringend machen werde. An Stelle Rokachs arbeitet jetzt ein anderer Zögling unserer Schule, Marcus Silbermann, der unsere Schule mit Schluss des verflossenen Schuljahres absolvirt hat, in der Kanzlei des k. und k. österr. ungarischen Consulates. Ueber einen früheren Zögling der Schule, D. Kanistorum, der, ein amerikanischer Unterthan, mit Empfehlungen vom hiesigen amerikanischen Consul und der Schuldirection versehen, vor 3 Jahren nach Absolvirung unserer Schule nach New-York reiste und daselbst die Thierarzneischule bezog, lesen wir in den amerikanisch-jüdischen Blättern, dass ihm bereits zum zweiten Male seitens der Anstalt ein Preis für vortreffliche Leistungen zuerkannt wurde, und dass er seinen Gönnern reiche Befriedigung bietet. Salomon J eil in, ebenfalls ein früherer Zögling unserer Schule, der, speciell mit Hilfe des Vereins „Lemaan Zion“, erst das Lycöe Imperial und dann die juristische Fakultät in Konstantinopel absolvirt hat, befindet sich gegenwärtig in der letzten Station seiner Examina, and wird nach kurzem Aufenthalte in Europa sich hier als Advokat niederlassen.“ Noch immer ist die Schule in gemietheten Räumen untergebracht und von dem Wohlwollen des Hausbesitzers abhängig. Die Unannehmlichkeiten dieser Lage haben in uns den Wunsch enstehen lassen, der Schule ein eigenes Heim zu schaffen. Wir wandten uns deshalb an den Vorstand der Kultnsgemeinde Wien, als Kuratorium der Lämmelschule. Derselbe hat denn auch zu unserer Freude am 6. November 1898 beschlossen, anlässlich des Regierungsjubiläums des Kaisers Franz Joseph I. einem zu schaffenden Baufond 1000 Frc. zu widmen und eine Subskription einzuleiten. Hoffen wir, dass die Schule bald ein ihrer würdiges Heim finden werde! Aus den Kreisen der Verwaltung haben wir diesmal nur zu berichten, dass unser langjähriger Schatzmeister, Herr Henry Seligwan, am 6. December v J. seinen 70. Geburtstag feierte. Die grosse Zahl der Gratulanten und namentlich der glückwünschenden Vereine und Anstalten, denen der Jubilar als Verwaltungsmitgliea angehört, zeigte, welche Liebe und Verehrung der treffliche Mann in allen Kreisen geniesst. Auch die Verwaltung unseres Vereins bat ihre Wünsche durch eine Deputation und eine Adresse zum Ausdruck gebracht. Der Director des Waisenhauses, sowie der Director und das Lehrerkollegium der Lämmelschule *) S. Nr. 714.

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