Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1899)
- Date
- 1899-11-09
- Page
- – (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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sandten Glückwunschschreiben. Wir hoffen und wünschen, dass der Allgütige Herrn Seligman noch viele Jahre der Gesundheit und Rüstigkeit schenken und ihn dem Kreise seiner Familie recht lange erhalten möge! Am 26. Juni fand die Generalversammlung des Vereins statt. Die aus dem Verwaltungsrath turnusmässig ausscheidenden Herren: Stadtrath Joseph Laer, Alfred Geiger und Manfred 8. Goldschmidt in Frankfurt a. M., Ferdinand Meyerund Sanitätsrath Dr. 8. Neu mann in Berlin, Rabb. Dr. S. Cohn in Breslau, Grand Rabbin Zadoc Kahn in Paris und Bezirks- Rabbiner Dr. A. Salvendi in Dürkheim a. H. wurden wieder, und an Stelle des verstorbenen Herrn Ascher Levy s. A. Herr Isaac Dreyfus in Frankfurt a. M. neu gewählt. Wir begrüssen in diesem neuen Kollegen ein treues Mitglied des Vereins und erhoffen von seiner Mitwirkung erspriessliche Folgen. Zu Beginn der Generalversammlung gedachte der Vorsitzende in warmen Worten des am 12. Juni dahingeschiedenen Herrn Rabbiners Dr. Hildesheimer s. A in Berlin, der sich an der Gründung des Vereins lebhaft betheiligte*), ferner der beiden verstorbenen hochherzigen Frauen, Frau Regine Goldschmidt in Frankfurt, der Spenderin des Hauses in Jerusalem. und Frau Baronin von Hirsch in Paris, die die Mittel zu dessen Vergrößerung gab. Der Geschäftsbericht, den Herr Rabbiner Dr. Horovitz hierauf über die abgelaufenen drei Jahre erstattete, durfte von einer befriedigenden Entwickelung sprechen, wenn auch der Bericht des Schatzmeisters die finanziellen Verhältnisse nicht gerade rosig malen konnte. Vor 3 Jahren war das verfügbare Kapital um ca. 16,000 Mk. zurückgegangen, und hatte im Jahre darauf eine weitere Einbnsse von ca. 2500 Mk. erlitten; trotz aller unserer Bemühungen *) Auch im Waiaenhause zu Jerusalem fand zu Ehren des Herrn ßabb. Dr. Hildesheimer s. A. am 17. Tammus ein Trauergottesdienst statt. ist es uns seitdem nicht gelungen, diese Beträge wieder einzubringen. Die Ausgaben sind gewachsen, namentlich für die Schule, der Zuschuss der Lämmelstiftung, der Zinsluss and die Geschenke haben abgenommen. Aber wir lassen das Vertrauen anf unsere gute Sache und die göttliche Hilfe nicht sinken, und haben ja auch im neuen Jahre bereits die Freude gehabt, mehrfach mit Spenden bedacht zu werden. Wir erwähnen u. A. 500 Frcs. von Herrn Julius Bien in New-York, 500 Mk. von Herrn Generalkonsul Max Baer in Frankfurt a. M., 1000 Mk. von Herrn Jacob H. Schiff in New-York, 1000 Mk. für das Knabenwaisenhans und 1000 Mk. für das Mädchenwaisenhaus von Herrn Leonh. Lewisohn in New-York, 500 Mk von Herrn und Frau Glazier in Frankfurt a M., 300 Mk von den Hinterbliebenen des sei. Herrn Adolf L. A. Hahn in Frankfurt a M., 500 Frcs. von den Herren Baronen von Rothschild in Paris durch Vermittelung des Herrn Grand Rabbin Zadoc Kahn, und 50 Pfd. St. von den Herren N. M. von Rothschild & Söhne in London. Den Bemühungen unseres treuen Freundes und Kollegen, des Herrn Bezirks-Rabbiners Dr. Salvendi, der uns im Jahre 1898 bereits 3300 Mk. sandte, und ein Legat von 500 Mk. von Frau Sam Gerschel in Weissenburg i. E. verschaffte, verdanken wir ferner ein demnächst znr Auszahlung gelangendes Legat des sei. Herrn H. Ritzewoller in Stargard in Pommern von 16,000 Mk., und eine Jahrzeitsstiftnng von 300 Mk. für den sei. Herrn Robert Sieburth in Wreschen. Wir drücken diesem bewährten Mitarbeiter, sowie allen Denjenigen, die uns durch ihre Gaben unterstützten, unseren herzlichsten Dank aus, und ersuchen sie, unserem Vereine, der soviele neue Lasten und Pflichten anf sich nehmen musste, nicht nur selbst ihre Theilnahme zu bewahren, sondern auch recht viele neue Gönner znzuführen! (Fortsetzung folgt). Die Erziehung der jüdischen Jugend znm Handwerk und zur Bodenkultur. Von Alphonse Levy, Habt Eures Ursprungs vergessen, Euch zu Sklaven versessen, Euch in Häuser gemauert, Euch in Sitten vertrauert, Kennt die goldenen Zeiten Nur als Märchen, von weitem! (Goethe.) Für Unzählige, welche das bescheidene Loos der landwirtschaftlichen Bevölkerung und deren friedliches Glück unterschätzen, mögen diese Worte des grossen Altmeisters eine vorwurfsvolle Bedeutung haben. Die Israeliten trifft aber ein solcher Vorwurf nicht, trotzdem sich nur Wenige derselben mit der Bodenkultur beschäftigen. Nicht ihre Schuld ist es, wenn sie in Häuser gemauert sind, wenn sie sich in Sitten vertrauern, wenn sie ihres Ursprungs in soweit