Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1899)
- Date
- 1899-11-09
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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1883 tiberlassen werden. Um eine Tasse Cacao zu gewinnen, werden zuerst 2 Theelöffel (’acaopulver in 5 Theelöffeln kalten Wassers gut verrührt und dieses Gemenge dann in siedendes Wasser gethan, welches man darnach durch 2—3 weitere Minuten fortkochen lässt. Will man den Nährwerth des Caeaotrankes erhöhen, so kann man ihn anstatt mit Wasser mit Milch zubereiten. Die Erfahrung lehrt aber, dass derart hergestellter Cacao den Magenkranken weniger bekömmlich ist, als wenn er in Wasser aufgekocht ist. Da diese Getränke, wenn sie in Gefässen bereitet werden, in welchen andere Dinge gekocht wurden, leicht den fremden Geschmack annehmen und dadurch in ihrem Aroma leiden, so erscheint es angezeigt, zu ihrer Zubereitung besondere Gefässe zu verwenden. Die Voraussestzung, dass, dieser Anforderung entsprechend, nur reine Gefässe bei der Zubereitung verwendet werden, bildet einen der Gründe dafür-, dass die in Rede stehenden Getränke, Kaffee, Thee, ('acao religionsgesetzlich zum Genüsse gestattet, natürlich nur in Wasser hergestellt, auch wenn sie in nichtjtidischem Restaurant zubereitet worden sind. Viel nachhaltiger und stärker als der Genuss von Kaffee und Thee vermag das Rauchen des Tabaks, der ein so beliebtes Genussmittel geworden, vermöge des den Tabaksblättern eigenartigen Reizstoffes Nicotin den Körper zu beeinflussen. In bescheidenen Grenzen gehalten, ist von dem Rauchen bei vielen, denen dieser Genuss zur Gewohnheit geworden, kaum eine schädliche Wirkung für den Organismus wahrzunehmen. Es kann sogar unbehagliche Empfindungen beseitigen, die Erschöpfung dei- Nerven verscheuchen. Sobald aber diese Grenzen überschritten werden, bürgt der Tabakgenuss ernste Gefahren für die Gesundheit in sich, indem das Nicotin wie ein Gift auf den Organismus einwirkt. Diese Gefahren äussern sich in Störungen des Nervensystems, in Zittern der Muskeln, in Krampfanfällen, in Herzklopfen, Athemnoth und Einschränkung des Sehvermögens sowie in dem Auftreten von Rachencatanhen. Fast immer ist dabei die Funktion der Verdauungsorgane hart betroffen, indem das Nicotin nicht nur die Wirkung des Speichels und des Magensaftes aufhebt, den Appetit vermindert, sondern auch die Schleimhäute direkt reizt und Magencatarrlie, Erbrechen und heftige Diarrhöen erzeugt. Es ist klar, dass bei geschwächten Personen, deren Nerven schon an und für sich angegriffen sind, Sowie bei Magenkranken, deren Verdauungsorgane sich ohnedies empfindlich zeigen, der schädliche Einfluss des Rauchens um so fühlbarer und intensiver hervortritt und nur dazu beiträgt, das bereits bestehende Leiden zu verschlimmern. Darum sollten Magenkranke das Rauchen völlig aufgeben oder wenigstens — man weissja, wie schwer es alten Rauchern fällt, der Gewohnheit des Rauchens ganz zu entsagen — um ein Bedeutendes einschränken. In diesem Falle ist nur von den milden, leichten Tabakssorten Gebrauch zu machen, die am vortheilhaftesten aus einer Spitze oder Pfeife und zwar nach der Mahlzeit geraucht werden. Cigarren und Pfeifentabak ist vor den Cigarretten der Vorzug zu geben. Bei chronischen Stuhlverstopfungen ist insofern von dem Rauchen ein günstiger Einfluss zu erwarten, als das Nicotin den Darm zu Bewegungen anregt und die Stuhlentleerung fördert. Sonst aber überwiegen die Nachtheile des Rauchens bedeutend die Vortheile. Schädlicher noch als das Rauchen erweist sich für Magenkranke der Gebrauch von Kautabak und die üble Angewohnheit des Schnupfens. Es gelangen nämlich dabei mit dem Speichel oder den Speisen eine Reibe von Stoffen in den Magen, welche seine Funktion stören und die Schleimhäute der Verdauungsorgane reizen. Deshalb ist es geboten, dass Magenkranke sich die schädlichen Folgen eines vernunftwidrigen Genusses stets vor Augen halten, auf manche lieb gewordenen Gewohnheiten verzichten und eine von vernunftgemässen Prinzipien geordnete Lebensweise sich einrichten. Zeitungsnachrichten und iLorrespondenzen Deutschland. Berlin. Am Transoaalkrieg ftub also auch die Juden Schuld! So versichert ganz treuherzig die „Germania" aus Gcuno einzelner englischer Zeitungsstimmen, die das genannte Blatt sorgfältig regiftrirt und zu einem Entresilet unter der Spitzmarke: „lieber deutsche Juden in Süoafrika" verarbeitet. Das ist bei einem Blatte vom Schlage der Germania nicht zu verwundern. Daß aber auch Blätter, wie die „Freisinnige Zeitung" solche Gehässigkeiten gegen Juden kolportiren und sie wörtlich der Germania entnehmen, würden wir selber nicht glauben, wenn die Nummer des letztgenannten Blattes vom 26. Oktober nicht schwarz auf weiß vox uns läge. Demgegenüber sei an einen Vortrag erinnert, welchen Pastor Wegener aus Kapstadt vor einigen Jahren im Hamburger Schulverein hielt,