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Der Israelit · 1899-11-09 · Heft 89 (9.11.1899) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 89 (9.11.1899)
Date
1899-11-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
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S^'SSS’JSSW 1849 Europa ausgebildete jüdische Acrzte würden unsers Erachtens dort ihr gutes Auskommen finden. Dem Schaar-Zion-Hofpital in Jaffa übersandten wir Mk. 500, die UNS durch Herrn Rabbiner Dr. Horovitz seitens des Herrn Barons W. C. von Rothschild übermittelt wurden, sowie im Auftrag des hiesigen Komittees für die russischen Juden FrcS. 500. — Dem Hospitale in Safed, das sein Entstehen der Familie Tulczinsky verdankt, bewilligten wir Fr cs. 200, die jedoch noch nicht erhoben worden sind. Wie wir im vorigen Bericht erwähnten, ist für Jerusalem der Unterricht in der Landessprache centralicirt worden. Wir haben daher vom I.Juli 1898 ab außer diesem nur den arabischen Unterricht für Hebron zu bezahlen. Im Lokal der Centrale findet auch der Abendunterricht der Handwerker und Lehrlinge statt. In Ramleh und Sichern zahlten wir die Kosten für Schochet und Lchrer. An ersterem Ort verursacht die Unterhaltung unseres Hauses, des Bades und der Synagoge andauernd Ausgaben. In der armen Gemeinde Gaza trugen wir zu den Kosten des hebräischen Unterrichtes bei. Unterstützungen, meist in Form von Arzneien, Bruchbändern, Brillen u. dgl. wurden in Höhe von FrcS. 694 — an eine große Anzahl von Personen durch unseren Vertreter auf ausdrückliche Anordnung des Lokal-Komittecs gegeben. Ferner gewährten wir dem in unseren früheren Berichten mehrfach erwähnten jungen Mann aus Jerusalem, der im Jahre 1899 seine Studien iu Konstantinopel beendigt, wiederum M. 100.— Daß unsere Darlehen auf guten Boden gefallen find, zeigt sich aus der Zahl der Rückzahlungen; es waren 22 im Betrag von FrcS. 1825. — Auch in diesem Jahre find uns zahlreiche Gaben zugegangen. Ein Legat von st. 100.— des sel. Herrn B. Berkowitz in Budapest wurde uns durch Herrn Rabbiner L. Pollak daselbst zugesandt; daffelbe beläuft sich nach Abzug von Steuer und Porto auf M. 151.83. Allen Spendern sagen wir besten Dank. Besonders dankbar sind wir aber Herrn Rabbiner Dr. Salvendi in Dürkheim für sein unermüdliches Wirken zum Besten des Vereins. Seine Sendungen beliefen sich auf M. 2300.—, wovon M. 400.— für den Lehrlingsunterricht bestimmt sind. Die Einnahmen betrugen 25,446 M., die bis ans 12,67;-. M. verausgabt wurden. Heidelberg. Der hier verstorbene Prof. Dr. K. H. Schaible, ein Nichtjude, verdient es, daß von jüdischer Seite seines Hintritts gedacht werde. Ein alter Achtundvierziger, ist er bis in das hohe Greisenalter den Idealen seiner Jugend, der Gleichheit aller Menschen, wesi' Glaubens und Standes rmmer, vor dem Staatsgesetze, stets treu geblieben. Ursprünglich Mediziner, gab er in England, wo er Zuflucht fand, diesen Beruf zu Gunsten eines freien Schriftstellerthums auf und war in diesem fast bis in seine letzten Lebenrtage thätig. Eine Frucht dieser Thätigkeit, welche vorwiegend der Behandlung aller Zeit- und Streitfragen des Tages galt, ist feine Schrift „Die Juden in England vom achten Jahrhundert bis zur Gegenwart, ein kulturgeschichtliches Bild", welche er im Jahre 1890 erscheinen ließ. Wie schon der Titel verräth, kam es ihm weniger daraus an, Quellenstudien zu treiben und deren Ergebnis mitzutheilen, sondern, wie er im Vorwort es ausdrückt, um „Christen ein einheitliches, überstchtliches Gefammtbild von der Stellung der Juden in England von den ältesten Zeilen bis zur Gegenwart zu geben und zugleich, wenn auch in schwachen Kräften, zur Entfernung der Reste alter, eingewurzelter Borurtheile gegen die Juden beizutragen." Die Tendenz der Schrift ist mit diesen Worten treffend skizzirt, und ihr entsprechen auch die als Motto gewählten Scheffei'fchen Verse: „Stoßt an! Ein Hoch dem deutschen Reich'. An Kühnheit reich, dem Adler gleich M'ög's täglich neu sich stärken! Doch Gott behüt's vor Klassenhaß Und Rassenhaß und Massenhaß Und derlei Teufelswerken!" Diesem edlen Geiste ist der Dahingeschicdene durch sein ganzes Leben gefolgt; er wollte sein und war „ein Deutscher allemannischen Stamme«, welcher auf der höheren Warte religiöser Toleranz und der Menschenrechte steht", und darum verdient er, daß im Iudenthum dankbar seiner gedacht wird. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Aus Ungarn. Mein aus Budapest datirter Artikel, hat unsere ..Allgemeine" in collosale Verwirrung gebracht. Mit tendenziöser Fälschung und Austastung der wichtigsten Stellen bringt der famose Redacteur diesen Aufsatz in seiner Zeitung zum Abdruck, damit — wie er sich selbst ausdrückt — jeder ehrliche Jüd in llngarn den jeden nsr bvz tief empörenden „Jsraelit"-Artikel lese. Widerlegt wird freilich kein einziges Moment, dafür aber wird mit durchschossenen Buchstaben demonstrirt, daß auch der „Mainzer Israelit" im Dienste der Kanzleileitung stehe, und daß dieser Aufsatz die Angriffe des ungarländischen orth. Blattes gegen den Szigeter Zadik nur noch verschärft. Soviel Sätze, soviel Unwahrheiten. Ich habe von den angeführten Thatsachen nicht ein Wort zurückzuziehen, wohl will ich mich aber dagegen verwahren, daß ich den Szigeter Rabbiner selbst, dessen n-n und mp*™ Werthschätzung verdienen, angegriffen hätte. Der Tadel bezog sich nicht einmal auf den Chassidismus, im Allgemeinen, sondern auf die maßlosen Ausschreitungen, auf den

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