Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 89 (9.11.1899)
- Date
- 1899-11-09
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1848 bete zum Himmel emporsenden wollten. Wenn ich nun Diesmal vor meiner Abreise von hier meine Eindrüae, die ich in der genannten Synagoge gewonnen, Ihrem gesch. Leserkreise mitzutheilen wage, so erfülle ich nur eine Pflicht der Dankbarkeit der Gemeinde gegenüber dafür, daß sie mir und allen denen, die sich zum überlieferten Judenthum bekennen, Gelegenheit geboten, in althergebrachter Weise beten ru können. Als ich früher das Gotteshaus betrat und die ehrwürdige Gestalt unseres greisen Rabbi Vta vor Augen hatte, da waren alle weltlichen Gedanken aumeinem Herzen geschwunden, ich glaubte mich in höhere Regionen versetzt, denn wie ein vpbx -j*6o erschien er mir. Diesmal nun erfaßte mich tiefe Wehmuth, als ich mich anschickte das Gotteshaus zu besuchen, da ich wußte, daß der Heilige, der dem Hause Glanz verlieh, nicht mehr sichtbar war np6 •; im. Schweren Schrittes und gebeugten Hauptes betrat ich traurig und tief erschüttert die geweihte Stätte. Jetzt, dachte ich, weht ein anderer Luftzug, vielleicht auch durch diese ehrwürdigen Räume. Doch meine Erinnerung von früher sagte mir, das kann nicht fein, die Gemeinde, die von solcher Liebe und Dankbarkeit gegen ihren Gründer und Leiter erfüllt war, daß alles, Groß und Klein, Jung und Alt, wie Ein Mann sich erhob, wenn ihr theurer Rabbi ^arr erschien, eine solche Gemeinde wird sicherlich die frommen Lehren, die sie so ost aus seinem heiligen Munde vernommen, in alle Ewigkeit nicht vergessen. Und in der Thal war ich ganz gerührt, als ich den verwaisten Rabbinatsstuhl betrachtete, auf dem er alle Tage im Gebete versunken gesessen. In goldenen Buchstaben entdeckte ich hier auf dem Stuhl eine herrliche Inschrift, die cs wahrlich verdient, weiteren Kreisen bekannt gemacht zu werden. Sie lautet: •ilp* WIE *.;im ime bv p«an i-n tonw ‘"i wn "tjx r,nvi nt .nzr tr!:nn ncn *n -irrb i^n* zv c*nn TXZ |=*n KC2H nT .Vi bw Auf meine Anfrage, wer denn dieses schöne Denkmal gesetzt, erhielt ich die Antwort: Unser allverehrter, hochgeschätzter Synagogenvorsieher Dr. Berliner ' 'a erfreute uns zum vergangenen wtn rwrn mit diesem herrlichen Schmucke. Fürwahr, wer hätte es bester verstanden, als dieser von aller Welt gefeierte, gelehrte Synagogenvorsteher der innigen Verehrung seines großen Rabbi b rn in dieser Weise Ausdruck zu geben. Dieser Stuhl, aus dem der Gesalbte des Herrn gefesten, m zw vb ihm bv sollte für keinen profanen Menschen bestimmt werden, sondern wieder für einen Heiligen, für Elijahu, der bei jeder nb'v rro, die auf diesem Stuhle vollzogen, nach heiliger Ueberlieferung dort seinen Platz einnimmt. Heil einer Gemeinde, die in solcher Weise das Andenken ihrer Rabbinen ehrt, heil aber auch dem Vorsteher, der in kindlicher Pietät von heißer Liebe gegen seinen großen b'N n erfüllt ist. Ihm und seiner Gemeinde wird sicherlich langes Leben, Glück und Segen beschieden sein. "]b sb* pabi yo' pz'iw pob. Frankfurt a. M Dem elften Bericht des Vereins Lemaan Zion (Palästinensischer Hilfsverein) entnehmen wir : So gern wir der Haupttendenz unseres Vereins gerecht werden und zur Hebung der Industrie des heil. Landes durch Gründung neuer Erwerbszweige thatkräftig beitragen möchten, so wenig konnte UNS dies bis jetzt bei der Geringfügigkeit unserer Mittel gelingen. Die Verpflichtungen, die derartige Maßnahmen uns dauernd auferlegen würden, haben uns abschrecken mästen, im Großen zu wirken. Wir haben uns wie seither daraus beschränken müssen, in Palästina lebenden Handwerkern und Geschäftsleuten durch Beschaffung von Materialien, zinsfreie Gewährung von Darlehen und Unterricht sowohl in der Landessprache als im Hebräischen, in der heiligen Lehre und in Elementargegenständen zur Seite zu stehen. Ferner haben wir 26 jungen Leuten, die sich um Lehrgeld an uns wandten, solches im Betrage von Frcs. 1225 bewilligt. Wir bleiben indeß unausgesetzt bemüht, einen Weg zu finden, auf welchem den offenkundigen Mängeln der palästinensischen Industrie abgeholfen werden kann. Inzwischen setzen wir unsere Fürsorge für die Krankm fort. Der seit dem 1. April 1d98 neu eingesührle Modus hat sich nach den Mittheilungen des Lokalkomitees und unseres Vertreters Adelmann sehr bewährt. Dadurch, daß jeder Patient die Wahl hat, den Arzt seines Vertrauens zu consultiren und ihn von Lemaan Zion zu den festgestellten Sätzen honoriren zu lasten, wurde bedeutend mehr als früher geleistet und zur rechten Zeit, ohne daß die Ausgaben des Vereins für diesen Zweck sich steigerten. Im Jahre 1888 kosteten uns Arzt und Apotheke Frcs. 5544, im Jahre 1897 FrcS. 5878. Freilich ist mit unserem Arzt dem Bedürfniß noch lange nicht abgeholfen. Die große Mehrzahl der Juden in Jerusalem (sie werden aut ca. 30,000 geschätzt) ist schlecht genährt, lebt in ungesunden Wohnungen, leidet an Fiebern und Augenj krankheiten, und im Ganzen gibt es nur sechs jüdische und vier christliche Aerzte. Ein oder mehrere in