Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 87 (2.11.1899)
- Date
- 1899-11-02
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1828 Kölner Synagogenvorstandes de Jonge, der Vorsitzende der Religionsschul-Kommission Wildberg, die Mitglieder des Synagogen - Vorstandes Dr. Apfel, Feilchenfeld und Jfaac, der Schulrath Weißweiler, Seminarlehrer Schwarzschild und unser Rendant, Ehrenmitglied Bankier Wulf. Unter herzlicher Ansprache überreichte Sulmann dem letztgenannten Herrn Wulf, sowie den anwesenden Vereins-Mitgliedern, die 25 Jahre und darüber im Amte stehen, — es waren dies die Kollegen: Brisch—Mühlheim (Rhein), Cohen—Ree», Eckstein— Elsdorf, Goldschmidt—Köln, Ekenberg—Arnsberg, Weiler—Paderborn u. Wolff—Langweiler — „Ehren- Diplome." Bezüglich des weiteren Verlaufes der ^eier, besonders aber der vielen und geistreichen Ansprachen, sei auf den in den verschiedenen Blättern erschienenen kurzen Festbericht hingewiesen. Der Schriftführer: Weingarten—Elberfeld. Verein jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover Protokoll der 35. Versammlung zu Hannover. - -iOCZX*- -- Anwesend die Ehrenmitglieder Herr Landrabbiner Dr. Gronemann—Hannover, Herr Landrabbiner Dr. Lewinsky—Hildesheim und 43 Mitglieder. In die Tagesordnung eintretend, berichtete der Vorsitzende zum ersten Punkt derselben eingehend über alle Vorkommnisse im verstossenen Vereinsjahre und gedenkt dabei des ersten Verbandstages „des Verbandes der jüdischen Lehrervereine" a.n 26. und 27. Dezember v. I. zu Berlin und der Thätigkeit des Verbandsvorstandes. Hofmann—Twistringen erhält das Wort zu seinem Referate, dem Verbandsthema: „Welche Anforderungen muffen an die jüdischen Lehrer und Lehrerbildungsanstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" Der Vorsitzende spricht dem Referenten für seine wohldurchdachte Arbeit den Dank der Versammlung aus. Hierauf kommt der Korreferent Seminarlehrer Lev y—Hannover zum Wort, welcher im wesentlichen mit dem Referenten übereinstimmt. Nachdem auch diesem Redner der Dank der Versammlung abgestattet, tritt man in die Generaldebatte ein, zu der das Wort zunächst Herr Landrabbiner Dr. Gronemann ergreift. Er führt etwa aus: Wenn der „Verband" gerade dieses Thema gestellt, so müffe er wohl die Empfindung haben, daß die Anforderungen, welche namentlich an die jüngeren Lehrer gestellt werden, nicht immer genügen und deßhalb wohl eine Reform angängig sei. Diese Reform erkenne er (Redner) besonders auf dem Gebiete des Hebräischen an. Wenn der Referent ausgeführt: das jüdische Wissen müffe sehr gepflegt werden, aber nicht auf Kosten des allgemeinen Wissens, so müffe er betonen: gerade die Pflege des jüdischen Wissens fei dem jüngeren Lehrer ganz besonders ans Herz zu legen, was leider nicht genügend Beachtung finde. Gerade weil die Lehrer als Prediger rabbinische Funktionen auszuüben hätten, müffe das hebräische Wissen mehr vervollkommnet werden, als es bisher geschehen sei. Mit dem Austritt aus dem Seminar höre meistens die Fortbildung im Hebräischen auf. Um diese anzustrebm, mache er den Vorschlag, daß von den Landrabbinen hebräische Fortbildungskurse eingerichtet werden möchten. Im übrigen sei er gegen die Einführung einer fremden Sprache im Seminar. Schließlich tritt er noch für seine Person der Ansicht des Referenten, daß manche Rabbinen bei der Besetzung von Lehrerstellen Antipathie gegen das eine oder andere Seminar haben, entgegen. B a ch r a ch—Hameln: Durch viele Gemeinden geht gegenwärtig der Zug nach Aufklärung in religiösen Dingen, deßhalb soll sich der Lehrer in den Religionswissenschaften weiter fortbilden. Landrabbiner Dr. Lewinsky beklagt ebenfalls das geringe Quantum jüdischen Wissens bei manchen jüngeren Lehrern. Deßhalb soll in den Seminarien mehr Gewicht auf die spätere praktische Thätigkeit des Lehrers als Prediger und Schachet gelegt werden. Fortbildungskurse hält Redner nicht für durchführbar, weil die Entfernungen zum Unterrichtsort zu groß und darum zu kostspielig seien. De» weiteren führt er aus, daß es sehr gut sei, die Schechita in der Provinz Hannover nicht in Privathänden zu wissen, weil dem Privatmanns meistens da« entsprechende jüdische Wissen abgehe, welches der religiöse Akt der Schechita erfordere. Seminardirektor Dr. Kn oller wendet sich gegen die Formulirung des Themas, welches zu allgemein und zu weitgehend gehalten. Das Thema hätte lauten müssen: „Welche besonderen Anforderungen müssen an jüdische Lehrer und Lehrerbildungsanstalten