Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 87 (2.11.1899)
- Date
- 1899-11-02
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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1822 pro 1898 verausgabten Betrag von der Versammlung ertheilt. Bei der Wahl der statutgemäß ausscheidenden Vorstands-Mitglieder wurde Sulmann—Köln wiedergewählt; dagegen ersuchte Selig—Siegburg, von seiner Wiederwahl abzusehen und statt seiner ein Mitglied aus Westfalen zu wählen. Trotzdem erhielt er so viele Stimmen, daß eine Stichwahl zwischen ihm und Weiler—Paderborn nöthig wurde. Selig ersuchte nochmals, von seiner Wiederwahl Abstand zu nehmen und nun wurde Weiler mit großer Majorität gewählt. Inzwischen hatten die Herren Eppstein und Goldschmidt ihre Berathung beendet. Letzterer übernahm wieder den Vorsitz und dankte zunächst Herrn Seelig für seine werthvolle Mitarbeit im Vorstande, indem er ihn bat auch fernerhin die Interessen des Vereins wahrzunehmen. Dann begrüßte er Herrn Weiler, der die Wahl annahm, als neues Vorstands- Mitglied und ersuchte auch ihn, für die Vereins- Jntereffen wirken zu wollen, wie bisher. Der Vorsitzende theilte nun mit, daß nach Vereinbarung mit Herrn Eppstein unser Statut für den Gesammt-Verein, so weit wie möglich, als Grundlage dienen soll. Herr Eppstein machte den Vorschlag, um das Einigungswerk baldigst zu vollenden, eine gemeinsame Tagung beider Vereine zu veranlassen und erklärte sich bereit, den von ihm vertretenen Verein nach Neuwied anstatt nach Trier einzuberufen. Da Herr Eppstein abreisen mußte, ermächtigte er Herrn Ransenberg—Neuwied, den Schriftführer und Kassirer des süd-west-deutschen Lehrervereins, die Verhandlungen über diesen Punkt fortzusetzen. Herr Ransenberg versprach im Laufe der Verhandlung, die Verlegung der Tagung von Pfingsten auf Osterdienstag zu veranlassen, falls eine Notwendigkeit dafür sich ergeben sollte. In Folge der letzten Ausführungen erledigte sich der folgende Punkt der Tages-Ordnung schnell, indem die endgültige Festsetzung von Zeit und Ort für die nächste General-Versammlung dem Vorstände überlassen wurde, um einen Zusammenschluß beider Vereine zur Tharsache werden zu lassen. Die vom Verbände gelegentlich des Delegiertentages unserem Vereine überwiesenen Bücher wurden unter die Mitglieder vertheilt. Die betreffenden Herren übernahmen es, auf den nächsten Konferenzen über die empfangenen Bücher zu berichten. Hatberstadt—Meckenheim übernahm das Referat: „Ueber Literatur-Vereine" und Goldschmidt—Köln das Korreferat. Letzterer theilte im Anschluß daran das Verbands-Thema pro 1899 mit, welches lautet: „Welche Anforderungen müssen an die jüd. Lehrer und Lehrer-Bildungs-Anstalten gestellt und von beiden erfüllt werden?" Nach kurzer Pause wurde gegen 2V- Uhr die Nachmittags-Sitzung eröffnet. Zunächst verlas der Vorsitzende ein inzwischen von Herrn Dr. Neustadt— Breslau, Redacteur des „Lehrerheim's", eingegangenes Begrüßungstelegramm, das freudige Aufnahme fand. Sulmann referierte dann in längerem, freien Vortrage über das Verbands-Thema pro 1d98: „Wie ist die jüd. Schule des Bezirks entstanden, wie hat sie sich entwickelt und was hat sie geleistet?" Drei Referate waren eingegangen und zwar über die jüdischen Schulen zu Werl, Lechenich und Köln, von den Mitgliedern Michael, Sulmann und Goldschmidt. Alsdann berichtete der Vorsitzende über den Delegirtentag vom 28. und 27. Dezember vorigen Jahres zu Berlin. Anschließend an diesen Bericht faßte die General- Versammlung auf Antrag RansenbergS den Beschluß, „sich mit den Vereinen in Mitteldeutschland und im Großherzogtsum Hessen in Verbindung zu setzen, um mit ihnen beim Verbände zu beantragen, daß der VerbandS-Vorftand aus den Vereins-Vorsitzenden sich zasammensetze" und nahm auch den Zusatz-Antrag Salomon—Bonn an: „Falls der Antrag Ransen berg nicht angängig sei, soll dahin gewirkt werden, daß alle drei Jahre y3 der Verbands-Vorstands- Mitglieder ausfcheiden, um aus der Reihe der nicht vertretenen Vereine dieErgänzungswahl vorzunehmen." Der nun folgende, an Inhalt und Form gleich vortresfliche Vortrag des Kollegen Gut—Köln: „Zweck und Maaß der häuslichen Schularbeiten," fand allfeitigen Beifall. Aus der diesem Vortrage sich anschließenden Debatte sei hervorgehoben, daß man in Bezug auf das Maaß getheilter Meinung war. Die aufgestellten Thesen konnten wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr besprochen werden. Herr Rabb. Dr. Koch—Barmen, ein Gönner und Förderer unseres Vereins, nahm nun das Wort und betonte, daß feine vollen Sympathien dem jüd. Lehrerstande gehören; insbesondere it tereffire er sich für unfern Verein, was er auch dadurch beweise, daß er als einer der Ersten am heutigen Tage zur Versammlung erschienen und den Verhandlungen mit großem Interesse gefolgt sei. Nachdem Seelig oem Vorsitzenden in warmcn Worten den Dank der Versammlung ausgesprochen , lud der zweite Vorsitzende die Kollegen ein, sich zur Festfeier in den neben dem Versammlungssaal liegenden, großen, festlich geschmückten Saal zu begeben. Der Festsaal war bald von Festtheilnehmern so überfüllt, daß sich viele mit einem Stehplätze begnügen und manche wieder umkehren mußten. Die Feier nahm unter der vorzüglichen, humorvollen Leitung des Kollegen Gut einen schönen und erhebenden Verlanf. Ats Gäste waren u. A. erschienen oie Herren Dr. Rosenthal—Köln, Dr. Koch— Barmen, Dr. Nobel—Köln, der Vorsitzende des