Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 85 (26.10.1899)
- Date
- 1899-10-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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rechtigten Stolze, den die Stadtverordneten-Versammlung empfinde, den Jubilar, der seinen unermüdlichen Fleiß und sein reiches Wiffen in den Dienst der Allgemeinheit gestellt, den ihrigen nennen zu dürfen. Für den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund sprach Geheimer Sanitätsrath Dr. Kriftel er, der mit Prof. Philippson zur Feier delegirt war. Er betonte das unermüdliche und segensreiche Wirken des Jubilars für die Sache der Freiheit, Aufklärung und der Gerechtigkeit, die Begeisterung und bas kraftvolle Eintreten desselben für die innere Entwickelung und die äußere Gleichberechtigung der israelitischen Religionsgenoffenschaft. Für das Russenkommitee in Frankfurt am Main überbrachte Herr Speyer Glückwünsche. Für den hier bestehenden Hilfsverein für jüdische Studirende, zu deffen Stiftern der Jubilar zählt und dem er seit nunmehr 60 Jahren angehört, überreichte Geh. Sanitätsrath Dr. Abraham eine Adresse. Von der städtischen Deputation für Statistik kamen mit einer Adresse der Direktor des statistischen Amtes, Geheimrath Bökh und Stadtrath Dr. Weigert. Die Adresse feiert den Jubilar als Begründer der Statistik der Stadt Berlin, den pflichtgetreuen Förderer der Berathungen der städtischen Deputation. Geheimrath Bökh überreichte alsdann den Sonderabdruck des von ihm verfaßten Vorwortes zum 24. Jahrgang des statistischen Jahrbuches der Stadt Berlin, in welchem das Wirken Neumanns für das Wohl der Stadt Berlin in ausführlicher Weise geschildert wird. Für die Berliner Medizinische Gesellschaft erschienen deren Vorfitzender Geheimrath Rudolf Virchow und Geheimrath Prof. Dr. Ewald; von Mitgliedern der Gesellschaft bemerkten wir noch Geheimrath Julius Wolfs und Prof. James Israel. Virchowbezeichnete in seiner Ansprache, sich gewissermaßen als das Produkt des Jubilars, da letzterer es gewesen sei, der Virchow als Stadtverordneter in Vorschlag brachte und ihn zur Annahme des Mandats überredete. Rechtsanwalt Dr. Heinrich Meyer Cohn begrüßte den Jubilar als Kurator einer aus Anlaß des Festes von einigen Freunden ins Leben gerufene Reumann-Stiftung. Die Festsetzung der Bestimmungen soll dem Jubilar überlassen bleiben. Für die Zunz-Stiftung, dessen Vorsitzender der Jubilar ist, sprach Rechtsanwalt Dr. Veit Simon, der mit den Herren Geheimrath Abraham, Prof. Liebermann und Direktor Kirchstein abgeordnet war. Im Namen des Kuratoriums überreichte er eine Zusammenstellung der Bücher, die mit Hilfe der Zunzstiftung herausgegeben worden sind. In Vertretung des nichterschienenen Rabbiner Dr. Frank aus Cöln übermittelte alsdann Rechtsanwalt Dr. Heinrich Meyer Cohn die Glückwünsche der Alliance JSraelite Universelle und seines Berliner Lokalkomitees. Nachdem Bürgermeister Kirschner in kurzen herzlichen Worten gratuliert, erschienen die Deputationen der Preußischen Lebensversicherungsgesellschaft, deren Schöpfer und langjähriger Direktor der Jubilar gewesen ist, eine Abordnung des Vereins „Amicitia", in dessen Namen Landschaftsmaler Julius Bodenstein die Ansprache hielt, eine von Rektor Dr. Adler eingeführte Abordnung von russ. Zöglingen, deren Sprecher den Dank für all das überbrachte, was der Jubilar ihnen gewesen sei. Im Namen der hiesigen jüdischen Gemeinde sprach der Vorsitzende derselben, Jusiizrath Meyer, der mit den Vorstandsmitgliedern Herren Geheimrath B o a S und Wilhelm G o l d f ch m i d t und den Repräsentanten Louis Sachs, Leonhard Sachs, Löwenberg, Oppenheim, Kommerzienrath Friedländer erschienen war. Der Redner betonte in schlichten Worten den kräftigen Antheil des Jubilars an der Verbesserung der sozialen Stellung der Juden. Thränenven Auges erzählte der Jubilar in seiner Erwiderung, daß er die Erlaubniß zum Studium von seinem Vater nur unter der Bedingung erhalten hätte, daß er Jude bleiben würde. Für Juden zu reden und für Juden zu wirken, hätte ihm stets die größte Freude bereitet. Als letzte Deputation erschien noch eme Vertretung des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus, in dessen Namen Justizrath Friedemann Glückwünsche überbrachte. Unter den schriftlich eingegangenen Adressen erwähnen wir noch die der HeimathSgcmeinde des Jubilars aus Pyritz. Unter vielen anderen Geschenken war eine große Fülle kostbarer Blumenarrangements von den zahlreichen Freunden und Verehrern des Jubilars gespendet worden. Gegen 2 Uhr war erst der Empfang der offiziellen Deputationen beendet, die in ununterbrochener Reihenfolge von 10 Uhr an zur Beglückwünschung des hochverdienten Mannes erschienen waren. Berlin, 25. Oct. Die „Deutsche Medizinische Wochenschrift" vom 19. October enthält zwei Kritiken der beiden gutachtlichen Aeußerungen über den Blutbefund bei dem Polnaer Prozeß. Beide Kritiker äußern sich im höchsten Grade abfällig über die abgegebenen Gutachten und begründen dies ihr Urtheil eingehend wissenschaftlich. Die Kritiker sind die Herren Professoren Lewin und Straßmann. Sä Hanau, 24. Oct. Künftigen Mittwoch, den 1. November, feiert der Lehrer und Cantor der hiesigen jüdischen Gemeinde, Herr Abraham Neu, sein 25jähriges Amtsjubiläum. Der Jubilar, der sich durch tiefe, echte Religiosität und durch seltene Berufstreue und Pflichterfüllung auszeichnet, genießt die Hochachtung und Werthschätzung seiner Gemeinde