Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 83 (19.10.1899)
- Date
- 1899-10-19
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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17S0 kulärfeier zusammengetretenen Kreisen zur Beschaffung einer Ehrengabe für die genannte Schule ist es zu danken, daß die Unterrichtsräume in einen durchaus guten Zustand gebracht sind. Hoffentlich kommt diese Notiz dem einen ode7 dem anderen der ehemaligen Schüler zu Gesicht und werden solche freundltckist gebeten, ihre Adresse dem derzeitigen Inspektor der Schule anzugeben. Unser allverehrter Landrabbiner Dr. Gronem ann verlaßt uns dieser Tage für längere Zeit, um sich in einer Augenklinik einer Kur zu unterziehen. Wir wünschen ihm von Herzen eine nvbs» nieim. — Frankreich. Paris Die Alliance Jsraelite Universelle hat die Universalerben der Baronin Hirsch auf Auszahlung des Legates von zehn Millionen Francs verklagt, da die Erben die Auszahlung verweigern. Dieses Legat wurde eigntlich der Jewish Colonisation Association vermacht, aber mit der Bestimmung, daß die Zinsen von dieser Gesellschaft an die Allianz zur Erhaltung der jüdischen Schulen im Orient abzuführen find. Die Erben haben nun erklärt, daß dies eine Gesetzesumgehung fei, weßhalb sie das Legat nicht auszahlen wollen. Palästina. Jerusalem Allgemeines Mitgefühl hat das Unglück erregt, das unseren verehrten Oberrabbiner Samuel S a l a n t betroffen, der seinen ältesten Sohn Reb Benish Galant am Sabbat Sukkoth verloren hat. Der Verstorbene, der die rechte Hand seines greisen Vaters in allen kommunalen Dingen war, hat ein Alter von 63 Jahren erreicht und sein Tod läßt eine schwer auszufüllende Lücke in unserer aschkenafischen Gemeinde zurück. Der Verstorbene war nur drei Tage krank. Rührend ist die Haltung des ehrwürdigen Oberrabbiners, der während der Feiertage mit heroischer Stärke seine Gefühle beherrschte, während diese Selbstbeherrschung viele Gemeindemitglieder zu Thränen rührte. Viele Tausende folgten dem Leichenzuge, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zuIerweisen. — Die Katholiken sind seit dem Besuch des deutschen Kaisers sehr geschäftig, immer neue Terrains zu erwerben und neue Anstalten zu errichten. So haben sie jetzt vor dem Damaskusthor ein großes Terrain angekauft, auf dem sie ein Hospiz, eine Knabenschule.und ein Lehrerseminar errichten werden. Auf einem zweiten Terrain am Jaffathor wird auch noch ein Hospital eingerichtet werden, mit dem Kloster der barmherzigen Schwestern verbunden, sowie eine Mädchenschule. Offenbar verfügt die i katholische Geistlichkeit jetzt hier über große Mittel. Afrika. Süd-Afrika. Die hohen Feiertage sind hier überall gebührend gefeiert worden. In Pretoria in der Synagoge waren 400—500 Personen, mehr als jemals in dieser Stadt am Gottesdienste theilnahmen. In Durban war ebenfalls die Synagoge außergewöhnlich stark besucht und zum ersten Mal Chor eingerichtet. Auch in kleineren Plätzen war an den hohen Feiertagen Gottesdienst. In Dordrecht fanden sich von 60 Meilen in der Runde 17 erwachsene männliche Juden zur Festesfeier zusammen, auch in Sommerot East gelang es ein Minjan zu vereinigen. Die aufstrebende Gemeinde in Buluwayo wird nun auch bald einen Rabbiner haben, denn der durch Dr. Adler, den Oberrabbiner, ausgewählte Minister Rev. Moser I. Cohen, ein Schüler des Jews College in London, hat sich schon nach Afrika emgeschrfft. Bei der rapiden Entwickelung Buluwayos und dem Wachsthum der dortigen jüdischen Gemeinde wird er ein weites Arbeitsfeld finden. personalen. Fürth (Baiern). Dienstag, den 10. d. M., ist Herr M. Naumburger jr. im Alter von 55 Jahren zur ewigen Ruhe bestattet worden. Nachdem Herr Rabbiner Dr. Neuburger einige Worte des Lobes dem theueren Entschlafenen gewidmet hatte, hielt sein Schwager, Herr M. Steckelmacher aus Mainz, einen sehr ergreifenden ICDH. Unter Anderem erwähnte er den biederen Charakter, Bescheidenheit und Menschenfreundlichkeit desselben. N. entstammt einer sehr großen Familie, dessen Urahnen die größten □'D3n ’TD^n waren. Möge der liebe Gott der Wittwe und den drei unversorgten Kindern Trost spenden. Feuilleton. Wypen aus dem Mhetto. Von Dr. H. Sigmundsohn. 12) Nachdruck verboten. V. Döbele Dnnbeow. Es war im Jahre 1847, als Löbeles Eltern rasch hintereinander in die Ewigkeit eingingen; die sich liebten im Leben, auch der Tod vermochte sie nicht zu trennen. Nun wollte Löbele sich auch eine Gattin heimsühren; das Vätererbe war zwar nicht groß, aber