Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1899-10-12 · Heft 81 (12.10.1899) · page 11

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 81 (12.10.1899)
Date
1899-10-12
Page
– (sequence 11)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2448953-2449027--49251-2499772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1695 AeiturrgSnachrichterr «nv Gsrrefporrderrren Deutschland. ER. Berlin, 8. Dct. (Aus der Repräsentanten-Versammlung der jüdischen Gemeinde.) Eigenthümlich berührte es am heutigen Tage, daß zwei Anträge, welche als außerordenilich dringend bezeichnet, mit zwei Drittel Majorität in Commissionen verwiesen wurden. Zunächst handelte es sich um Bewilligung von 2300 M. zur Anbringung von GaSarmen in der Kapelle des Friedhofes in Weißensee, da bei der großen Anzahl von Leichen bis zum Dunkelwerden beerdigt werden muß. Herr Maurermeister Fraenkel klagt, daß die Baukommission nicht gefragt worden sei, und schließt mit dem bekannten Refrain: „Achtzehn Jahre ist'S gegangen, noch vier Wochen muß es gehen". Ferner sollte eine Commission zur Berathung der Aenderung der Statuten des Krankenhauses eingesetzt werden. Die Versammlung erkannte die Dringlichkeit, verwies aber die Angelegenheit an den Anschuß III, welcher die Personen der Commission in der nächsten Repräsentantensitzung Vorschlägen soll. — Der Erlaß des Provinzialschulkollegiums in Sachen des Religionsunterrichts der jüdischen Kinder wurde dem Ausschuß III zur Berathung überwiesen. Das Antwortschreiben des Herrn Cultusministers auf die Petition in Sachen der jüdischen Lehrerinnen, wurde durch Kenntnißnahme erledigt. — Es erfolgen Zuwendungen: 1. von Herrn Max Jaffa zur Errichtung einer Stiftung für verschämte Arme 10 O00 Mark; 2. von Herrn Naumann Abraham für das Krankenhaus, die Armencommission und die Altersversorgungsanstalt 65 O0O Mark; 3) von Frau Kommerzienrath Adolfine Simon an das Hospital 8 000 Mark. — Der Rechnungsabschluß des Hospitals wird decharchirt, 22,600 M. werden zurückbezahlt. Man beschließt, die Anzahl der Hospitanten auf 80 zu erhöhe". Die Rechnungsabschlüße pro 1898/99 werden vertagt. Bad Kisftttgen, 8. Okt. Das lange Zeit verbreitete und von den Gemeindemitgliedern und vielen Kurgästen ersehnte Projekt-Neubau einer Synagoge dahier ist nunmehr der Ausführung nahe. In der Sitzung der Verwaltung und des Bau- Ausschusses v. 0. d. Mts. wurde der Bau an den hiesigen Baumeister R enninger vergeben, indeß die Bauleitung dem Architekten Krampf übertragenwurde; mit c cn Arbeiten wird sofort begonnen. — Am Schluß der Sitzung beglückwünschte der Cassier der Gemeinde — Herr Bankier L öwenth a l die Verwaltung zur Erreichung dieses Zieles und zur Thatfache, daß die insbesondere durch Herrn Distr.- Rabb. Bamberger — verfochtene Bestimmung, daß an isr. Feiertagen jede Bamhätigkeit untersagt sein soll, — im Deckungsabschluß berücksichtigt wurde. Jirtroschin, 26. Sept. Wie alljährlich, fand auch in diesem Jahre am xro* v eine Zusammenkunft der Mitglieder unserer Chewra Kadischa statt. Um aber auch den Damen eine Abwechslung zu bieten, war seitens der Chewra durch ihren Vorsitzenden, Herrn Lehrer Treumann, an demselben Abend im Saale des Herrn Hotelbesitzers Reißer ein Bankett arrangirt worden. Auf allseitigen Wunsch wurde innerhalb unserer Gemeinde ein Literaturverein gegründet und eine Kommission, bestehend aus den Herren W. Rosenbaum, Reißer und Treumann gewählt, um das Weitere zu veranlaßen. 2?. Oesterr.-Ungar. Monarchie.? Prag. Der Mädchenmordprozeß in Polna hat eine neue Wendung genommen. Nachdem Hilsner seine Geständniffe zurückgenommen hat und die beiden von ihm Beschuldigten Waßermann und Erbmann sreigelaßen worden sind, weil sie ihr Alibi Nachweisen konnten, geht die Nichtigkeitsbeschwerde seitens Hilsner weiter. Die Sache wird vor den obersten Gerichtshof in Wien kommen, der sicher das erste Uriheil kafsiren wird. Karlburg. Vergangenen Sonntag fand der feierliche Einzug des neuen Rabbiners der auth. orth. Gemeinde, Herrn Oberrabbiner Juda Goldst ein aus D.-Szerdahely, flatt. Am hiesigen Bahnhofe hatten sich fast sämmtliche Gemeindemitglieder zur Begrüßung versammelt und fuhren alle in einer langen Reihe von Fiakern direkt zur Synagoge, welche herrlich geschmückt und in Heller Beleuchtung erstrahlte. Vor dem nwv-Gebet hielt Herr Rabbiner Goldstein n feine Antrittsrede, welche von wahrhaft jüdischem Geiste durchhaucht, gleichsam mit elektrischer Kraft auf die Zuhörerschaft wirkte. Beinahe die ganze m'r> aus Preßburg war bei dieser Feier, auch der Großvater de« Herrn Rabbiners, Oberrabbiner A. Aßud aus D. Szerdahely zugegen. Ferner sahen wir unter den ältesten Gästen Herrn Moritz Frei, Bice-Präses der Preßburger orth. Gemeinde. Bei dem stattgehabten Bankett wurden viele Toaste ausgebracht, darunter von den Herren Geza Braun aus Wien, Cafsier in der Schiffschul, Bela Pasker aus Preßburg und im Namen der ro'B” von Herrn Kästner, Rabbinaiscandidat, welche viele der Feier entsprechende im» w gesprochen. Abraham Grunvald, Cantor. § Gärrs (Ein Monument für einen jüdischen Märtyrer.) Als 1848 der ungarische Freiheitskampf ausbrach, da trat auch der hiesige

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.