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Der Israelit · 1899-10-12 · Heft 81 (12.10.1899) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 81 (12.10.1899)
Date
1899-10-12
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1694 find, welche aber doch dessen Gebote beobachten und bethätigen. Sie thun dies nicht, weil sie von dem Walten der Allmacht überzeugt, sondern nur aus Gewohnheit, weil sie dies bei ihren Eltern gesehen und die Gewohnheit zur zweiten Natur geworden. Diese Kategorie Juden bezeichnet der Prophet treffend mit den Worten: B’pjx rrato arox onxm nm 'i pvn nbhz xb ,moibo „Ihre Erfurcht vor mir ist nur eingelernt, an dieser findet der Ewige kein Wohlgefallen. Der beste Prüfstein, ob wir die Gottesgebote beobachten, weil wir in deren Erfüllung den Zweck unseres Daseins sehen, oder ob wir diese nur aus Gewohnheit befolgen, ist die Erziehung unserer Kinder. Wer die Gottesgebote nur aus Gewohnheit beobachtet, der wird seine Kinder nicht belehren und sie nicht aus den Weg, den er gewandelt, führen. Was liegt ihm daran, wenn sie ihre eigenen und andere Wege, die vom oap iwr ableuken, gehen! Wenn er nicht daran gewöhnt wäre, so hätte er auch die dpt jiijbj nicht beobachtet. Wozu soll er seine Kinder an etwas gewöhnen, wovon er selbst nicht überzeugt ist, und was er nur mechanisch vollzieht. Derjenige aber, der in sich die feste Ueberzeugung hat, daß die Vollziehung der Gebote Gottes den Zweck haben, den Menschen zu vervollkommnen, seinen Geist über das Irdische zu erheben und den Weg zu leiten, wofür das ewige Leben als Lohn winkt, der wird gewiß auch seine Kinder derartig erziehen, daß auch sie ihren Schöpfungszweck erreichen und auf dieser und jener Welt glücklich werden. Jetzt begreifen wir erst den Sinn der Worte b'tq mrrn. Nachdem n*v 221 ,tp0 Israel die Wahl zwischen Leben und Tod gelassen, ist es selbstverständlich, daß Jeder nach dem Guten greifen und das Leben wählen werde. Daher sagt er o«na mroi in der Einzahl, daß nämlich jeder Einzelne selbst den Weg des Lebens wählen, d. h. die Befolgung der Gottesgebote aus eigenem Willen und innerster Ueberzeugung vollziehen, und nicht weil er zu Hause von seinen Eltern es gesehen und daran gewöhnt worden. Jeder Einzelne möge für sich den Weg des Lebens und der mo wählen. Wenn Israel von diesen Gedanken bei der Ausübung der nm beseelt, dann werden auch die Kinder b. lehrt und in diesem Sinne zur Ausübung der Gottesgebote erzogen werden, dann wird sich das “p»i nun rmn bewahrheiten und zum Lebensspender für Dich und Deine Kinder werden. Durch diese Erklärung wird erst unsere Eingangs eitirte Talmudstelle zu unserem Wochenabschnitte recht verständlich, vnoixp m bim mb npvxi ■J2 T212 nm 'b’r\ abi22 'pcwn \m bw 121 omax pbx ßboa xbi sirnin. Wie oben bereits auseinandergesetzt, war wax amax der Erste, der Gott erkannt, was auch unsere Weisen durch den Ausspruch bekräftigen BTDK TV }HX ITSpnb T*lpP DTK N'N xbp. Dü NUN Abraham der Erste war, der an eine die ganze Welt und ihre Geschöpfe leitenden Allmacht geglaubt, indem er nach der Erklärung unserer Weisen den Ausspruch gethan rruo xbn obiyb ipdx, da ferner Abraham nach unserer Tradition, die ganze Thora gehalten, schon bevor selbe am Sinai den Israeliten gegeben wurde und dessen Vater Jizchak dies alles bei ihm gesehen, in der Ausübung der Gottesgebote und im Glauben an Gott erzogen und Jakob wieder als Vorbild seinen Sohn Jizchak hatte, so könnte bei Manchen die irrige Meinung austauchen, daß Jizchak und Jakob nicht aus eigener Ueberzeugung, sondern nur aus Gewohnheit die me vollzogen. Diese Meinung wird zwar durch die Talmudstelle auf omax wo rix sjxi pnr ijma nx sjxi 2pT ws nx wan Löxyb 'XT2 ttx ba mnnb Dmnnxb mo mb ,toix widerlegt; doch wenn aus der umgekehrten Reihenfolge der Erzväter in diesem Bibelvers ersichtlich ist, daß Jeder für sich allein würdig war, daß Gott des mit ihnen geschloffenen Bundes gedenke, so ist dessen Glauben an Gott aus eigener Ueberzeugung nicht so klar und deutlich erwähnt wie bei Abraham, bei dem doch jeder Schimmer eines Zweifels, ob sein Gottesglaube seiner eigenen Ueberzeugung entsprossen , nicht Platz greifen konnte, da doch Terach, der Götzendiener, sein Vater war. Daher mögen wir, seine Nachkommen, von Abraham lernen, selbst den Weg des Lebens zu wählen, so daß unsere Gottesfurcht nichts Eingelerntes an sich habe, sondern aus freier, innerster Ueberzeugung hervorgehe. Dieses ist auchder SinnderProphetenworte: 1T212X1 aixip inx a 121 D2ax omax bx mm „Schaut aus Abraham, euren Vater. Er war der Erste, den ich gerufen, der mich erkannte, daher segnete ich ihn und vermehrte seine Nachkommen." Nun gelangen wir zur Erklärung unseres Textwortes: im bim mb “jpvxi im -jöp nbmxi pnjp ’pbx enaixp int “1212x1 omax ■pbx naoixp ponin -[2 ,T2*i2 nm Vn obaa pomrr Km bi2» apv* »pbx antmv nbi22 xbi. Aus allen diesen Segenssprüchen ist ersichtlich, daß Jeder unsere Erzväter würdig war, daß in unserem Gebete xin -pia dpt bei ihrem Namen genannt werde, da sie alle den Weg des Lebens und des Gottesglaubens von selbst gewählt, doch wird das Gebet nur mit Abraham allein beschlossen, weil Abraham der Erste gewesen, der zur Gotteserkenntniß gelangte und Jizchak und Jakob schon an ihm ein glänzendes Vorbild an Glaubenstreue und GotteSerkenntniß hatten. So mögen denn die Verdienste desselben uns beistehen und wir selbst au» innerster Ueberzeugung zur GotteSerkenntniß gelangen und so den Zweck unseres Daseins auf Erden erfllüen.

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