Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 81 (12.10.1899)
- Date
- 1899-10-12
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XI* Jahrgang. Erste Krilkgr M JH 81 -es JJstuflit“. Leitender Artikel. Abrahams Gotteserkenntniß. Eine Betrachtung zu Paraschath Von Hermann Löwinger, Frankfurt a. M. "i icx .1212 mm 722» .ibuxi 1312x1 bn: rnb 7tpyxi ,tni2» 'pbx a'ioixtp im ,bna mb e>'pb p pjw 'pbx rniöiwp im ,72p ibrnxi ,pisr 'pbx miaixp int 73*12x1 »bi pemn 72 1212 mm b*i obirn pem iw bi3' ,3pr .(mim by ’tshi ny rp cico nbiss p2iin iw Rabbi Simon, Sohn Lakssch erklärt: die Thoraworte: „Und ich werde dich zu einer großen Nation werden lassen," bilden den Grund dafür, daß wir in unserem Gebete den Gott Abrahams anrufen, „und ich werde dich segnen", den Grund, daß wir zum Gotte JizchakS beten, „und ich werde deinen Namen groß werden lassen", daher sagen wir in unserm Gebete Gott Jakobs. Es wäre nun zu folgern, daß die erste Berachah unseres AchizehngebeteS mit der Erwähnung der drei Väter schließe, das ist aber nicht der Fall; denn es heißt: „Und Du selbst sollst ein Segen sein/" Mit dir allein werden sie ihre Gebete beschließen und nicht mit Allen." Warum Abraham unter den drei Patriarchen der Vorzug zu Theil wurde, daß mit seinem Namen diese Berachah schließe, das hat schon der Prophet JesaiaS mit seinem Mahn- und Weckrufe angedeutet '3 ,B3bb:no rnp bxi 33 3» etc* bx i*2'2i 121x1 1,1312X1 'isip inx: Blicket doch auf Abraham euren Ahnherrn und auf Sara eurer Erzeugerin. Einzeln war er, als ich ihn berief, daher segnete ich ihn, und machte ihn zahlreich. Abraham war der Erste und auch der Einzige, der zur wahren Eckenntniß Gottes gelangte und diese bethätigte, indem er dem an ihn ergangenen Rufe 7iibiv2 7*1x2 7b 7b 7'2X 1*201 Folge leistete und sein Land, seinen Geburtsort und Vaterhaus verließ und in ein unbekanntes Land, das ihm Gott erst zu zeigen versprach, gezogen und den segensreichen Verheißungen Glauben und unbegrenztes Vertrauen schenkte. Um seines Glaubens Willen, gab er sein Liebstes, Vaterland, Heimathsort und Vaterhaus auf, nur weil es der Schöpfer des Weltalls, den er als einzigen Gott und als Lenker aller Geschicke erkannt, ihm befohlen. Sein Verdienst war es, daß er d e r E r st e war, der in der Welt der Götzendienstes und des Aberglaubens es gewesen, der seinen Glauben an Gott durch die unbedingte Folgeleistung seiner Befehle bethätigte. Dieses bedeuten die Worte des Propheten nw. „Schauet doch hin auf Abraham euren Stammvater. Einzeln war er, als ich ihn berief", er war der Einzige, der als Sohn des Götzendieners Terach in der Welt des Unglaubens dem Rufe Gottes Folge leistete und sich zu dem Schöpfer des Weltalls bekannte, deßhalb sind seine Verdienste so hervorragend, während die ihm nachfolgenden Patriarchen Jizchak und Jakob schon einen Abraham als leuchtende- Beispiel und Muster vor sich hatten. Mit diesem Gedanken erklärte mein großer Lehrer, der selige Preßburger Rabbiner Rabbi Samuel Wolf Schreiber b**7 in geistvoller Weise den scheinbarm Widerspruch im Bibelverse g'2*j 'd. Dort heißt es: rix sin 222 'irryi 711131 nbbp.11 13131 7':eb wem s"ii pxi nxi caen 7210 nx in pnab ö*rn Himmel und Erde rufe ich zum Zeugen über euch an, daß ich dir Leben und Tod vorgelegt habe, Segen und Fluch, wähle das Leben, damit du und deine Nachkommen erhalten werdet." Die Worte o"i2 711121 müssen jedem denkenden Leser auffallen, da doch jeder Gläubige, da er weiß, daß für die Befolgung der Gottesgebote das Leben winkt, gewiß das Leben wählen, und der Ungläubige gewiß nicht den Rath Gottes befolgen wird. Auch der Nachsatz 71m: nix n*n fjtob ist schwer zu begreifen, daß nämlich der Segen auch den Nachkommen zu Gute kommen soll. Ferner ist in diesem Falle auffallend, daß er mit 222 m*nf also mit der Mehrzahl beginnt und mit C12 11131, mit der Einzahl schließt. Nach der Erklärung unseres großen Lehrers bin, sind alle Schwierigkeiten folgendermaßen zu beheben: Eine der Wirkungen der Gotteserkenntniß, des Gottesdienstes und des Glaubens ist, daß jeder Einzelne in Israel von der Ueberzeugung beseelt wird, daß der Zweck seines Daseins auf Erden nicht ist, den irdischen Genüssen nachzugehen, oder den menschlichen Begierden zu fröhnen, sondern, daß der Mensch, namentlich der Sohn Israels, nur dazu da sei, um Gott zu dienen und dessen Gebote zu befolgen, sich auf dieser Welt immer mehr zu vervollkommenen, getreu den Lehren, in den 7112X >pi&, die da lauten: 72V spii pbpTwb Djsrw '13 11111123, um nach Abstreifung alles Irdischen und Vergänglichen, rein von allen Schlacken des irdischen Lebens durchgeistigt und vervollkommnet durch die Bethätigung der Gottesgebote einst ins Jenseits einziehen zu können. Doch giebt es Viele, die von dem oben gekennzeichneten Glauben an Gott nicht beseelt und nicht von der Allmacht des Schöpfers, der unsere Geschicke leitet, durchdrungen