Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 40 (1899)
- Issue
- Heft 81 (12.10.1899)
- Date
- 1899-10-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1690 hübsch sein. Für alle Fälle gehört dazu eine bessere Küche, wie wir sie hier als gesetzestreue Juden auftreiben konnten." Hoffen wir indeß, daß das Hotel und Restaurant des Herrn Meyer Marx, besten architektonische Schönheit jedem ins Auge fallt, bald durch eine vorzügliche Küche und guten Keller zahlreiche Gäste laben und erfreuen wird. Oesterr.- Ungar. Monarchie. Prag, 5. Oct. Ich war mit meiner Familie längere Zeit vom Haufe abwesend und hatte, da mir die Zeitungen nicht nachgeschickt wurden, zwei Monate lang den „Israelit" nicht gelesen. Bei meiner Ankunft kurz vor m war ich von meinem Geschäfte, dem ich so lange fern geblieben, in Anspruch genommen und mußte mich darauf beschränken, die neu anlangenden Nummern zu lesen. Erst am rro kam ich dazu, die Lektüre der älteren 'Nummern nachzuholen, fand in Nr. 54 einen Artikel „Die letzten Tage des Prager Ghetto" und sehe mich verpflichtet zwei Angaben des geehrten Herrn Correspondenten richtig zu stellen. Derselbe behauptet nämlich: „Die Talmud Thoraschule, Koscherfleisch 2c, sind einer großen Gemeinde vollkommen unwürdig." Was die Talmud Thoraschule betrifft, wird dieselbe von ra. 600 Zöglingen beiderlei Geschlechtes besucht. Der Unterricht vom *a '« beginnend, wird bis incl. »ob: fortgesetzt und von L, bis mehr als 20 jährigen, unter letzteren auch Hochschüler, besucht. Der Unterricht wird von 5 tüchtigen Lehrern, darunter zwei Doktoren, welche sämmtliche 5 auch an Volkse Bürger- und Mittelschulen unterrichten, ertheilt. In der obersten, der ron-Klaste trägt Dr- Grün vor, der ein Schüler des wo ars und twn in ~ des Aarmater Rabbiner b'7 ist, und auch von dem allbekannten *h "iroe o eine rrn besitzt. Die Talmud Thoraschule scheint daher allen Anforderungen zu genügen. Was das Koscherfleisch betrifft, ist in Prag geradezu die musterhafteste nachahmungswürdigste Vorsorge getroffen. Während bis vor ca. 10 Jahren, auch in den ältestenZeiten, für das ^Fleisch gar keine Aufsicht und zwar aus dem Grunde bestand, weil sich namentlich in iängst vergangener Zeit jeder auf die Frömmigkeit der Metzger, vielleicht auch verlassen konnte und es Niemanden einstel, ein Fleischhauer werde einem Glaubensgenoffen etwa .-iBin verkaufen. Aber seit 11 Jahren, wo sich die Nothwendigkeit in dringlichster Weise herausstellte, ist eine Gemeindefleischbank errichtet worden. Es ist ein Fleischhauer ausgenommen worden, der eine namhafte Subvention und das Verkaufslokal unentgeldlich erhält und unter der strengsten Aufsicht verläßlicher Personen steht. In Anbetracht besten, daß für den jüdischen Fleischer, der ausschließlich tos Fleisch verkauft, eine vollkommen unüberwindliche Schwierigkeit dadurch entsteht, daß, wenn er selbst das Vieh für seinen Bedarf kauft, ein großer Theil tibib wird, und an diesem einen größeren Verlust erleidet, als er an dem "vz Fleisch gewinnt; ferner, daß wenn er ganze lebende Thiere kauft, er den größeren Theil derselben, das Hintertheil und überdies was .‘tb'jc und nbi; geworden ist, an Nichtjuden verkaufen muß und dies nur möglich wäre, wenn er am nae* und sein Lokal geöffnet hält: hat die Gemeindevertretung die allerorts zu empfehlende Einrichtung getroffen, daß mit einem Großschlächter das Uebereinkommen getroffen wurde, daß dieser allwöchentlich eine große Zahl von Stücken schlachtet und dem Gemeindefleischer so viel Sondertheile, als er braucht, von den nach der np'-iz als i»a befundenen Stücken verkauft. Die Schlachtung wird von tüchtigen, frommen ö'orw vorgenommen, welche von den größten ungar. Rabbinern rbzp haben und überdies von dem Prager Rabbiner geprüft und approbirt wurden. Einer derselben ist ein Sohn des bekannten Gottlieb Fischer b'i, der einer der größten rrn in Ungarn war. — Wenn das Stück nach der in der Schlachthalle als erklärt ist, wird der Vordertheil sofort gesiegelt und in das Verkaufslokal der Fleischbank gebracht. In derselben btfindet sich der nvv'v, der nicht nur ein verläßlicher, frommer, sondern auch ein prak tischer Mann ist, der selbst schlachten und porschen kann. Das Fleisch wird geporscht, wenn notwendig begossen; wo es nothwendig erscheint, wird auf jedem verkauften Stück ein Zettel aufgeklebt, auf welchem Tag und Stunde der Schlachtung genau angegeben sind, damit es im Hause rechtzeitig wa gemacht werde. Wenn das Fleisch von nichtjüd. Dienstboten geholt wird, wird jedes Stück mit einer Plombe versehen. Die Oberaufsicht über die Fleischbank führt der Herr Oberrabbiner Ehrenfeld. Die von der Gemeinde-Repräsentanz eingesetzte Koscherfleisch Commission besteht (alphabetisch geordnet) aus den Herren: Oberrabb. Dr. Ehrenfeld, Schriftsteller S. K o hn, Kaufmann Samuel Lieben, Advokat Dr. Arnold Rosenbacher, Präsident der Cultus-Gemeinde-Repräsentanz, durchwegs Namen, die des höchsten Vertrauens würdig sind. Ein Unbefangener. (Wir möchten nicht unterlassen zu bemerken, daß die vorstehende Correspondenz uns aus zuverlässigster Quelle zugegangen. Reo. d. Jsr.)