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Der Israelit · 1899-10-09 · Heft 80 (9.10.1899) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
40 (1899)
Issue
Heft 80 (9.10.1899)
Date
1899-10-09
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1672 seiner wärmsten Theilnahme versichert habe, Herrn Karl Guggenheim und Herrn Prof. Sulzbach, die der Feier anwohnten. Dankesworte richtete der Redner an die aktiven Dozenten Herrn pn Posen und Herrn Julius Hirsch, an Herrn Dr. Bondi, sowie an alle Erschienenen, und an alle die, die dieses Fest angeregt und gefördert hatten. Rauschender Beifall lohnte den Redner. Nachdem dann der üvd vollzogen und das Gebet verrichtet war, begann das Festmahl, das bis tief in die Nacht dauerte. Eine stattliche Reihe von Reden würzte es. Herr pn Posen sprach unter Erläuterung einer Stelle in pmp von der Ehrerbietung gegen Eltern und Lehrer und weihte sein Glas seinem Lehrer, Herrn Rabbiner Dr. Breuer, den der Dahingang eines allverehrten Mannes am Erscheinen verhindert hatte. Herr Heinrich Guggenheim feierte in schwungvollen Worten daS innige Verhältnis zwischen Dozenten und Mitgliedern und sprach den ersteren den Dank der Mitglieder aus. Herr Julius Hirsch beleuchtete in geist- und humorvoller Weise die Parallele zwischen den verschiedenen Festmomenten des Abends. Herr Leopold Schwab gedachte in tiefempfundenen Worten des geistigen Begründers des Vereins, S. R. Hirschs, und überreichte im Aufträge des Festkomitees ein Gedenkblatt mit dem Bildnis des großen Lehrers. Mit Scharfsinn und Witz knüpfte Herr Prof. Sulzbach das Ende der beschlossenen "ip «ob an ihren Anfang und brachte mit bedeutungsvoller Wendung ein Hoch auf die hoffnungsfrohe Jugend unter den Mitgliedern aus. Reichen Beifall erntete das junge Mitglied Herr Leo Wohlfahrt durch den Vortrag eines Gedichtes, das einen Wettstreit der sechs d'-hd schildert und ihn in eine Huldigung der 221? niw auflöst. Nachdem Herr Liebermann einige interessante Einzelheiten über die Entstehung des Vereins mitgetheilt und Herr Jakob Jeidel in gebundener Rede die acht alljüdische Sitte gefeiert hatte, erfreute Herr Herm. Klein durch eine längere begeisterte Rede voll Wärme die Versammlung. Herr Dr. Bondi sprach über die Prinzipien und Ziele des Vereins, und Herr Semai Homburger toastete auf Vorstand und Ausschuß der JSr. Religionsgesellschaft, die durch ihren Präses, Herrn Dr. Rosenbaum, offiziell vertreten war. Ein Hoch erklang dann noch dem Senior des Vereins, Herrn Löb Ehrmann, und dann veranstaltete Herr Dr. Roos eine ergebensreiche Sammlung für die ^2" "w. Wohlgelungene Tischlieder bildeten willkommene Ventile für die festesfrohe Stimmung, die alle Theilnehmer beherrschte. Mit Jubel wurden die eingelaufenen Depeschen begrüßt, besonders die des Londoner Vereins v"n npa. Manch schönes Wort hätte noch gesprochen werden sollen, doch der verdienstvolle Leiter der Tischordnung, Herr Felsenstein, theilte mit, daß die vorgemerkten Redner wegen der vorgerückten Stunde (es war nach 1 Uhr) nicht mehr zu sprechen wünschten. Nunmehr verrichtete pn Herr Posen das Tischgebet, und man beschloß das Fest mit dem Bewußtsein, einer echten mso nnvL» beigewohnt zu haben. Es war eine höchst würdige und frohe Feier, die in glücklichster Form im Dienste des großen jüdischen Gedankens sich vollzogen hatte. Möge der Verein sich in alle Zukunft so ernst und erfolgreich seiner hohen Aufgabe widmen, wie dies bisher geschehen ist. Mannheim, 1. Oct. (Verspätet). Am ersten Tage verstarb dahier im Alter von 73 Jahren der Klausrabbiner Dr. Julius Fürst. Er wurde im Jahre 1826 als Sohn des Heidelberger Rabbiners geboren. 1854 wurde er Rabbiner rn Endingen, 1859 in Bayreuth und später in Mainz. 1880 wurde er als Rabbiner an der hiesigen Klaussynagoge angestellt. Mit ihm ist ein hervorragender Kenner der orientalischen Sprachen, der auf literarischem Gebiete eine fruchtbare Thätigkeit entfaltete, aus dem Leben geschieden. Außer zahlreichen Abhandlungen in jüdisch-wissenschaftlichen Zeitschriften, so besonders in der „Revue des Müdes juives“, veröffentlichte er auch ein „Glossarium graeco-hebraicum“, das von seinem Wissen und seiner Belesenheit auf diesem Gebiete beredtes Zeugniß ablegt. — Fürst gehörte zwar in seinen Anschauungen der Reformrichtung an, war jedoch Andersdenkenden gegenüber von einer seltenen Toleranz, wie er überhaupt in hervorragender Weise durch menschlich-schöne Eigenschaften ausgezeichnet war. Seine heitere Gemüthsart, die Bescheidenheit und Liebenswürdigkeit, mit der er jedem entgegenkam, gewannen ihm alle Herzen und so werden ihm alle, die ihn kannten, ein freundliches und liebevolles Andenken bewahren. Straßburg, 2. Oct. Die Direction der Gewerbeschule versendet nachstehenden Aufruf: Wenn wir uns erlauben, auf diese Weise Ihre Aufmerksamkeit auf unser Institut, die isr. Kunst- und Gewerbeschule zu ^-traßburg i. E, zu richten, so geschieht es, weil die finanziellen Verhältnisse unserer Anstalt uns zu diesem Schritte nöthigen. Unsere Schule, schon im Jahre 1819 gegründet, bezweckt, wie schon aus ihrem Namen ersichtlich, die Förderung des Handwerks unter den Juden. Sie entzieht alljährlich eine ganz ansehnliche Zahl von Knaben der mangelnden Erziehung, dem Elend, der Unthätigkeit, um sie mit all den Fähigkeiten und Eigenschaften auSzurüsten, die ihnen eine ehrenvolle Existenz sichert. Der Umstand, daß diesen armen Kindern, die während ihrer drei- bis vierjährigen Lehrzeit, während welcher sie die Wohlthaten unserer Anstalt genießen, hier unentgeltlich alles das dargereicht, was zu ihrem körperlichen und geistigen Wohle nölhig ist, sicherte uns von jeher eine ziemlich bedeutende Anzahl edler Spender, die unser Werk durch jährliche Beiträge unterstützten. Leider aber haben die letzt jährigen Zuwendungen nicht hingereicht, die vielen Ausgaben zu decken, so daß wir mit einem ganz bedeutenden Defizit abschlossen. An Euch alle, werthe Leser, richten wir darum die Bitte, helfet mit an diesem edlen Werke, damit wir nicht

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